Stadtpolizei Frankfurt
Auf Patrouille: Stadtpolizei Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Für die Frankfurter Stadtpolizei war 2015 in mancher Hinsicht ein Rekordjahr. Aggressive Bettelbanden, eine Munitionsflut, sogar das Wetter machte den Ordnungshütern mehr Arbeit. Immerhin: Eine Ekel-Unsitte ist auf dem Rückzug.

Es kann so einfach sein, etwas mehr Ordnung zu schaffen. Das Delikt "Verrichtung der Notdurft außerhalb von Bedürfnisanstalten" ist in Frankfurt auf dem Rückzug. Noch 133 Fälle von Wildpinkeln hat die Stadtpolizei im Jahr 2015 registriert. Das ist innerhalb von fünf Jahren ein Rückgang um mehr als die Hälfte, wie die am Donnerstag vorgelegte Jahresbilanz der Stadtpolizei ausweist.

Die simple Erklärung für die trotz hoher Dunkelziffer eindeutige Verbesserung: Im Bahnhofsviertel gibt es mehr öffentliche Toiletten und freitags bei den Massenpartys auf dem Friedberger Platz mehr mobile WCs.

Anderen Problemen in der Stadt war vergangenes Jahr nicht so leicht beizukommen. Auch das zeigt der Bericht, den Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU), Ordnungsamtschef Jörg Bannach und Stadtpolizeichef Matthias Heinrich präsentierten. Hier einige wichtige Entwicklungen:

  • Beschwerden auf Rekordniveau: Nie zuvor haben so viele Menschen die Sicherheits-Hotline der Stadtpolizei angerufen. 17.042 Anrufe waren es. Beschwerden drehten sich vor allem um Falschparker, kaputte Ampeln und um Lärm durch Baustellen, Kneipen und Feiern.
  • Mehrarbeit durch Hitze: Vor allem die "sehr lange Schönwetterperiode" im Sommer sorgte laut Stadtrat Frank für mehr Klagen über laute Party- und Biergartenbesucher sowie liegengelassenen Müll.
  • Mehr Strafverfahren: Insgesamt hat die Stadtpolizei 1.275 Strafverfahren eingeleitet, gut 500 mehr als im Vorjahr. Vor allem, weil mehr kontrolliert wurde, wie Chef Matthias Heinrich erklärt. Es liegt aber auch daran, dass Autos ohne Versicherungsschutz leichter ermittelt werden können.
  • Aggressives Betteln: Angesichts der Klagen von Bewohnern, Kunden und Händlern mutet die Zahl von 52 Verwarnungen bescheiden an. In November hatte Frank angekündigt, vor allem gegen organisierte Bettlerbanden aus Osteuropa härter vorzugehen. Die Zahl der Personenkontrollen sei deshalb und wegen der unerwünschten Zunahme von fliegenden Händlern stark gestiegen.
Weitere Informationen

Illegaler Müll, Prostitution, Schulschwänzen

Sicherheit, Sauberkeit, Ordnung – darum sollen sich die rund 200 Mitarbeiter der Frankfurter Stadtpolizei kümmern. Unter diesem Namen gibt es den Außendienst des Ordnungsamtes seit dem Jahr 2007. Er kontrolliert die Einhaltung des Ausländerrechts, sucht nach Urhebern illegaler Müllablagerungen, nach Sicherheitsrisiken in Restaurants oder illegalen Straßenstrichen. Noch eine Aufgabe: die "zwangsweise Zuführung von Schulverweigerern an Schulen".

Ende der weiteren Informationen
  • Weniger Abschiebungen: Trotz der Flüchtlingswelle sank die Zahl der von der Stadtpolizei veranlassten Abschiebungen auf 83 - knapp ein Drittel vom Stand 2012. Ein Grund sei, dass seit September Asylbewerber nicht mehr in EU-Länder abgeschoben worden seien, wenn sie dort bereits Asyl beantragt hatten. Das sogenannte Dublin-Verfahren sieht das eigentlich vor. Es war zwischenzeitlich außer Kraft gesetzt worden und greift bis heute in vielen Fällen nicht, zum Beispiel weil es an der Aufnahmebereitschaft anderer Staaten fehlt.
  • Betrunken in der Öffentlichkeit: Die Klagen über Alkoholkonsum auf Treppen von Unterführungen oder U-Bahn-Stationen häufen sich. Auch hier wurden die Kontrollen laut Stadtpolizei verstärkt.
  • Schweres Erbe: Ungewöhnlich viele Frankfurter gaben freiwillig Waffen und Munition ab. Die Abgabe von Gewehren stieg zum Beispiel gegenüber dem Vorjahr um das Dreifache auf 135, bei Munition um das Sechsfache auf 17.900 Fälle.  Die Stadtpolizei führt das vor allem "auf die gestiegenen Mitteilungen von Erben infolge Ablebens der Waffenbesitzer“ zurück.
  • Knöllchen im Vorbeigehen: Die Stadtpolizisten stellten auf ihren Streifen auch noch fast 4.800 Knöllchen für Falschparker aus. Ein Spitzenwert. Aber die Kollegen vom Straßenverkehrsamt, deren Metier das eigentlich ist, kommen auf 770.000 Knöllchen im Jahr.

Kurios ist ein andere Entwicklung im Straßenverkehr.  Immer mehr Menschen bewegen sich in Frankfurt auf E-Scootern, E-Einrädern oder Airboards durch die Gegend. Immer häufiger machen die Nutzer Bekanntschaft mit der patroullierenden Stadtpolizei. Denn viele Besitzer wissen nicht, dass sie ein Modell fahren, das versicherungspflichtig ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Zum Seitenanfang