Waschbär
Ewald Sauer von der Verwaltungsstelle des UNESCO-Biospährenreservat Rhön (l.) und Jäger Markus Herrmann. Der Waschbär ist ausgestopft. Bild © Michael Pörtner (hr-iNFO)

Er sucht Nahrung im Garten, poltert unter dem Hausdach und frisst Eier und Jungtiere: Der Waschbär hat sich mancherorts zu einer echten Plage entwickelt. In der Rhön ist das Tier deshalb nun zum Abschuss freigegeben.

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Viele Menschen finden ihn putzig, mit seinen Streifen im Fell und der markanten Augenmaske. Jäger Markus Herrmann vom Birkwild-Hegering in der hessischen Rhön fällt es nicht leicht, den Waschbären zu erlegen.

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Birkwild-Hegering in der Rhön

In der hessischen Rhön wurde 2002 ein Birkwild-Hegering gegründet. Ihm gehören Naturschützer, Jäger und Ornithologen an, die sich gemeinsam um den Lebensraum der Bodenbrüter kümmern.

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"Es ist schon ein niedliches Tierchen, es gefällt mir und wohl den meisten Jägern. Das Problem ist, dass er hier nicht heimisch ist und an den Bodenbrütern enorme Schäden verursacht", sagt Herrmann.

Ungebetener Einwanderer

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Waschbär

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schonzeit für Waschbären in der Rhön aufgehoben

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Der Waschbär, der im vergangenen Jahrhundert aus Nordamerika einwanderte, macht sich an den Eiern heimischer Tiere zu schaffen - auch in der Rhön im Kreis Fulda, einem Biosphärenreservat der Weltkulturorganisation UNESCO. Birkhuhn, Rotmilan und Schwarzstorch stehen dort unter besonderem Schutz.

Auch Ewald Sauer von der Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats sagt: "Der Waschbär muss gejagt werden, weil er sich bis in die letzte Ecke der Rhön ausgebreitet hat. Er stellt eine Gefahr für Tierarten da, die nach der EU-Verordnung geschützt sind." Das könne nicht zugelassen werden.

Bereits im vergangenen Jahr wurden im Kreis Fulda 700 Waschbären erlegt. Wohl nur ein Bruchteil des gesamten Bestandes. Jetzt hat die hessische Landesregierung die Schonzeit aufgehoben. Das heißt: Auch Jungtiere dürfen gejagt werden.

Fallen statt Hochsitz

Abschießen vom Hochsitz macht wenig Sinn. Zu selten bekommt Jäger Herrmann Waschbären überhaupt zu Gesicht. Er bevorzugt Lebendfallen. Da der Waschbär von Süßem angelockt wird, werden Rosinen oder Marmelade in die Falle gegeben. Der Waschbär schlüpft dann oben in den Kasten. Der Deckel geht zu, der Waschbär kann nicht mehr raus.

Ein Sender meldet den Jägern, dass die Falle zugeschnappt hat. Katzen, Füchse oder andere versehentlich gefangene Tiere werden wieder frei gelassen. Der Waschbär wird jedoch erschossen. Ewald Sauer rechtfertigt diese Aktion: "Man glaubt nicht, was der Waschbär alles anstellen kann. Es muss sein."

Während Jäger radikal gegen den Waschbären vorgehen, bringt das Pelztier manche Tierschützer in ein Dilemma: Zum einen wollen sie den Waschbären schützen, zum anderen bedroht er schützenswerte Arten in den heimischen Wäldern.

Sendung: hessenschau, 10.05.2017, 19.30 Uhr

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