Fachwerk-Gebäude im Hessenpark
Im Hessenpark gibt es alte Gebäude zu bestaunen. Bild © picture-alliance/dpa

Hassmails, schlechte Bewertungen und jede Menge Facebook-Kommentare: Wie aus dem Nichts hat das Freilichtmuseum Hessenpark im Taunus mit einem Shitstorm zu kämpfen. Der Grund: Freier Eintritt für Flüchtlinge.

Bereits seit September haben Flüchtlingsgruppen und ihre Betreuer freien Eintritt in den Hessenpark, seit Sonntag beschäftigt das plötzlich massenhaft "besorgte Bürger" im Internet. Diese echauffieren sich in zahlreichen Kommentaren darüber, dass Flüchtlinge als einzige Gruppe gratis in das Freilichtmuseum dürfen, während Sozialhilfeempfänger etwa 2,50 Euro oder Menschen mit Behinderung 4 Euro bezahlen müssen. "Wir haben schon 15.000 Leute zusammen, die diesen Moslem-Islam-Park boykottieren werden", schreibt etwa beispielhaft eine Nutzerin bei Facebook.

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+++ Update am 09.02.16: Hessenpark verteidigt Preispolitik, Filmmuseum zieht nach

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Wie das Freiluftmuseum berichtet, gibt es viele solcher Kommentare, schlechte Bewertungen oder Hassmails. "Wir schätzen den freien Meinungsaustausch. Was hier allerdings vor sich geht, sprengt jeden erträglichen Rahmen", heißt es in einer Stellungnahme der Landeseinrichtung auf Facebook.

Hessenpark verteidigt Preispolitik

Im Hessenpark kann man sich über historische Gebäude oder alte Handwerksberufe informieren. Genau deshalb hatte sich das Museum dafür entschieden, Flüchtlingsgruppen freien Eintritt zu gewähren. "Wir wollen, dass die Menschen in die Geschichte und Kultur der Region eintauchen und dadurch eine Verbindung zu ihrer neuen Umgebung aufbauen können", heißt es in der Begründung aus dem September.

Man stehe auch weiterhin zu dieser Entscheidung, erklärte der Hessenpark am Montagnachmittag. "Unsere Preispolitik ist seit Gründung des Museums fair und familienfreundlich." Es gebe Ermäßigungen für Familien und spezielle Feierabendtarife. "Im Hessenpark muss also niemand draußen bleiben. Wir freuen uns über alle Menschen, die unsere Arbeit schätzen und unterstützen. Können aber auch damit leben, wenn das nicht alle tun."

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