Horst-Schmidt-Kliniken HSK
Die Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden Bild © picture-alliance/dpa

Die Ursache für den Fund von Krankenhauskeimen bei Frühgeborenen an den Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden ist offenbar geklärt. Eine Mitarbeiterin des Reinigungsdienstes habe vermutlich den MRSA-Keim auf die Station gebracht, teilte die Klinik am Donnerstag mit.

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Die Klinik geht davon aus, dass eine langjährige Mitarbeiterin des Reinigungsdiensts den Keim durch einen Gesicht-Hand-Kontakt auf einer Stillliege hinterlassen hat. Dies könne passieren, wenn sich die Mitarbeiterin etwa während ihrer Tätigkeit ins Gesicht fasst, sagte eine Sprecherin. Nach dem Kontakt mit der Liege sei der Keim dann wahrscheinlich über Eltern oder Pflegekräfte auf die Frühchen übertragen worden.

Der Keim war im Januar bei neun Babys auf der Frühchen-Station nachgewiesen worden. Das Gesundheitsamt hatte daraufhin mehr Personal gefordert und mehr städtische Kontrollen angekündigt. Kurz zuvor hatte ein Fernsehsender über katastrophale Hygienezustände und Überlastung der Beschäftigten an dem Klinikum berichtet.

Klinik sieht keine Fehler im System

Der Reinigungsprozess sei untersucht worden, so die Sprecherin. Es habe keine systematischen Fehler gegeben. Die Mitarbeiterin trage keine Schuld. Es sei unmöglich, täglich zu überprüfen, ob eine Mitarbeiterin mit einem Keim ins Krankenhaus komme.

Die Klinik hatte sich von einem externen Hygiene-Experten überprüfen lassen. Laut Mitteilung hat der Experte der Klinik ein "einwandfreies Hygienekonzept" bescheinigt. Dieses Konzept werde nun weiterentwickelt, unter anderem mittels regelmäßiger Untersuchungen auf MRSA, Schulungen der Mitarbeiter und technischer Verbesserungen im Desinfektionsprozess.

Frühchen-Station bald wieder offen

Die Frühgeborenenstation soll bald wieder eröffnet werden, ein genauer Termin stehe noch nicht fest. Keime mit der Bezeichnung MRSA sind relativ weit verbreitet. Sie können schwere Infektionen auslösen, die nur mit wenigen Antibiotika behandelt werden können.

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