Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Malik F.
Malik F. vor der hr-Kamera bei einem Fernsehinterview. Bild © hr

Die Technische Universität Darmstadt hat das Promotionsverfahren von Malik F. mit sofortiger Wirkung beendet – er kann damit keinen Doktortitel mehr erlangen. Wie am Freitag auch bekannt wurde, soll der IS-Unterstützer systematisch Flüchtlinge nach Deutschland geholt haben.

Der 35-Jährige könne an der Technischen Universität (TU) Darmstadt nun keinen Doktortitel mehr bekommen, sagte ein Sprecher der Hochschule am Freitag. Der Promotionsausschuss des Fachbereichs Mathematik habe "ein klares Votum abgegeben". Die Hochschule wolle den Mann zudem zum Ende des Wintersemesters am 31. März exmatrikulieren. Der Sprecher geht davon aus, dass der Syrer vermutlich an keiner anderen Hochschule in Deutschland einen Doktortitel werde machen können.

Deutschland als Fluchtziel angepriesen

Die Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam an der Uni Frankfurt, Susanne Schröter, wies darauf hin, dass der Promotionsstudent Syrer aufgefordert haben soll, als Flüchtling nach Deutschland zu kommen. "Es lässt sich zwar nicht nachweisen, dass er explizit versucht IS-Sympathisanten anzusprechen, aber implizit richtet er sich an diese", sagte sie hr-iNFO. Demnach beschimpfe F. alle Syrer, die den IS kritisieren, als Ungläubige und Schweine.

F. soll außerdem Deutschland seinen Gesinnungsgenossen als bestes Migrationsziel angepriesen haben, unter anderem, weil es hier die Möglichkeit einer kostenlosen Ausbildung gebe. Nach Informationen von hr-iNFO arbeitet Malik F. für eine Firma, die Studenten und Akademiker nach Deutschland vermittelt und Serviceleistungen anbietet wie die Vermittlung von Wohnungen, Versicherungen und Zugängen zu Bildungseinrichtungen.

Werbung für IS in Video

Malik F. hatte ein fast neunminütiges Internetvideo veröffentlicht und war deshalb am Mittwoch kurzzeitig festgenommen worden. In dem Video soll er öffentlich für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) geworben haben. Ihm wird außerdem vorgeworfen, in seinem öffentlich einzusehenden Facebook-Profil ein Bild mit der verbotenen Flagge des IS mit arabischen Schriftzeichen gezeigt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz gegen ihn, weil die Terrormiliz verboten ist. Der Mann ist wieder auf freiem Fuß. Es hätten keine Gründe vorgelegen, den aus Syrien stammenden F. nach seiner Vernehmung am Mittwoch weiter festzuhalten, hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Ein Antrag auf Haftbefehl sei nicht gestellt worden.

Doktorand befürwortet Scharia

Bei Durchsuchungen seiner Privatwohnung und seines Büros in der TU wurden ein Handy und Speichermedien sichergestellt. Die Auswertung durch die Polizei dauert noch an. F. hatte sich auch gegenüber der hessenschau zu seiner Unterstützung des IS bekannt. Allerdings sei das Internetvideo nicht für Deutschland, sondern für Syrien bestimmt gewesen, erklärte der Student.

In dem Interview sprach sich der Syrer auch für die Scharia, das Gesetz des Islam aus. Auf die Frage, ob er auch Steinigungen von Frauen gut fände, sagte er: "Das ist unsere Religion, ich finde meine Religion ist gut, natürlich."

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