Alkohol im Supermarktregal
Ein reichhaltiges Angebot - nicht für Jugendliche! Bild © picture-alliance/dpa

Erwischt! Trotz mehrfacher Kontrollen verkaufen Kioske und Supermärkte immer wieder Alkohol an Minderjährige. In Frankfurt gehen sie dabei gelegentlich Testkäufern auf den Leim.

Donnerstagnachmittag in Frankfurt: Laura und Marie, beide 15 Jahre alt, sind in Frankfurt unterwegs. Ihr Ziel: Sie versuchen, so viel Alkohol zu kaufen wie möglich.

Betrinken wollen sich die beiden allerdings nicht - sie sind ehrenamtliche Testkäuferinnen. Unterwegs sind sie im Auftrag des Ordnungsamts, die Stadtpolizei begleitet beide unauffällig. Auf ihrer Route liegen zahlreiche Einzelhändler.

Beitrag zur Suchtprävention

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Verdeckte Testkäufe im Dienst der Prävention

Testkäufer müssen zwischen 14 und 17 Jahren alt sein. Ihr Einsatz ist ehrenamtlich. Interessierte können sich beim Ordnungsamt oder beim Präventionsrat melden. Telefon: 069/212-38895 oder 212-35443, E-Mail: praeventionsrat@stadt-frankfurt.de

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Mit den Testkäufen wollen der Präventionsrat und die Stadtpolizei in Frankfurt Jugendlichen den Alkoholkauf erschweren. "Dadurch soll auch das Komatrinken minimiert werden", sagt Matthias Heinrich, Leiter der Stadtpolizei und Projektleiter für die Testkäufe. Einmal habe ein 15-jähriger an einen 14-jährigen Alkohol verkauft, das sei schon ein extremer Fall gewesen. "Die ehrenamtlichen jugendlichen Testkäufer leisten einen wichtigen Beitrag zur Suchtprävention."

Manche lernen es nie

Seit Mitte 2014 schicken Stadtpolizei und Präventionsrat Testkäufer zwischen 14 und 17 Jahren im ganzen Stadtgebiet los, um Alkohol zu kaufen. 2014 wurden insgesamt 95 Gewerbebetriebe in Frankfurt kontrolliert. Dabei wurde den Jugendlichen insgesamt 57 Mal Alkohol verkauft.

Alkohol Testkauf
Beanstandungen bei Testkäufen in Frankfurt Bild © hessenschau.de

Im Jahr 2015 ist die Zahl schon deutlich gesunken. Tatsächlich reduziere sich der Verkauf an Jugendliche von Aktion zu Aktion, so Projektleiter Heinrich. Einige Supermärkte würden ihre Mitarbeiter schulen lassen und führten jede Woche eigene Testkäufe durch. "Aber es gibt auch große Supermarktketten, die jedes Mal auch in verschiedenen Stadtteilen durchfallen", so Laura.

Es drohen hohe Geldstrafen

Wird an einen Jugendlichen Alkohol verkauft, muss der Verkäufer mit einer Anzeige und einer Geldstrafe rechnen. Doch der Präventionsrat will nicht in erster Linie schwarze Schafe überführen.

Vielmehr wollen die Behörden erreichen, dass Jugendliche tatsächlich keinen Alkohol verkauft bekommen. "Noch ist das aber nicht der Fall. Immer, wenn wir unterwegs sind, bekommen wir was", so Testerin Laura. Ihr Ehrenamt will sie daher weiter ausüben. "Das ist mir schon wichtig."

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