Schreiben Kommunalpolitiker Neu-Isenburg Dreieich Muslime
Ausschnitt des anonymen Schreibens an Kommunalpolitiker in Dreieich und Neu-Isenburg Bild © Refugees welcome - Neu-Isenburg

Kommunalpolitiker in Dreieich und Neu-Isenburg haben Morddrohungen erhalten. In einem anonymen Schreiben kündigen "Christen" an: Bleibe es beim Engagement für Muslime, werde mit Erschießungen begonnen.

Wegen ihres Engagements für Flüchtlinge haben Kommunalpolitiker in Dreieich und Neu-Isenburg (Offenbach) Drohbriefe erhalten. Vergangenen Donnerstag sei ein Schreiben in Dreieich eingegangen und ein wortgleiches in Neu-Isenburg, bestätigte der Bürgermeister von Dreieich, Dieter Zimmer (SPD), am Dienstag Medienberichte.

Der Brief sei an Kommunalpolitiker von CDU, SPD, Grünen und Linken gerichtet gewesen. In dem anonymen Schreiben sei es um den Einsatz für Menschen mit muslimischem Glauben gegangen. Ändern werde er an seiner Politik nichts, sagte Zimmer.

In fehlerhaftem Deutsch verfasst

In den Schreiben heißt es, sollten sich Kommunalpolitiker weiter für Muslime engagieren, "werden wir mit Erschießungen bei Angehörigen dieser Volksgruppe beginnen". Der oder die Verfasser des in fehlerhaftem Deutsch verfassten Briefs treten als Christen beider Konfessionen auf, die ihr Land verteidigen wollten. Man sei "bewaffnet und bereit". "Finden unsere Forderungen kein Gehör, so werden wir mit Erschießungen von Kommunalpolitikern weitermachen."

Zimmer übergab den Brief der Polizei. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen. Nach einer Prüfung durch Sachverständige geht die Polizei aber nicht davon aus, dass eine akute Gefahr besteht.

Schüsse auf Flüchtlingsunterkunft in Dreieichenhain

Ermittler am Tatort in Dreich
Ermittler am Tatort in Dreieich Bild © picture-alliance/dpa

Ein Unbekannter hatte in Dreieich-Dreieichenhain Anfang Januar mit scharfer Munition auf eine Flüchtlingsunterkunft geschossen. Dabei wurde ein ein 23 Jahre alter Bewohner im Schlaf getroffen und leicht am Bein verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.

Die Ermittler haben konkrete Spuren, wie sie vor einem Monat mitteilten. Aus ermittlungstaktischen Gründen machten sie zunächst aber keine weiteren Angaben.

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