Blau oder grün, T-Shirt oder Polo: An der Ernst-Reuter-Schule in Groß-Umstadt herrscht mit der neuen Schulkleidung Einheitslook. Das ist gewünscht und alle machen mit, sogar die Lehrer.

Schulkleidung Ernst-Reuter-Schule
Die Schulkleidung verkauft die Schule über ihren Online-Shop. Bild © Screenshot Ernst-Reuter-Schule/ Gabriele Bock (hr)

Mit einer Modenschau haben die Schüler der Ernst-Reuter-Schule am Samstag ihre neue Schulkleidung präsentiert: T-Shirts, Pullis, Taschen, Polohemden, Jogginghosen – alles in dunkelblau oder dunkelgrün mit aufgedrucktem Schul-Logo.

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"Wir wollen den Markenzwang ein Stück weit unterbinden. Wir können ihn nicht in Gänze abstellen, aber wir wollen doch ein Ausrufezeichen setzen“, sagte der Rektor der Ernst-Reuter-Schule, Volker Hartmann, dem hr. Außerdem stärke einheitliche Kleidung das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den 700 Schülern an der Grundschule und Integrierten Gesamtschule.

Schüler finden die Klamotten toll

Die Kinder sind begeistert und ziehen gerne mit. "Mir gefallen die Farben sehr und ich war auch sehr aufgeregt, als wir erfahren haben, dass wir Schulkleidung bekommen“, meinte eine jüngere Schülerin. Und die Jugendlichen? "Wir haben die Kleidung für alle unsere Schüler und Schülerinnen konzipiert, auch modernere und trendigere Teile für unsere Größeren aufgenommen“, so der Schulleiter.

Auch am Neuen Gymnasium in Rüsselsheim gibt es Schulkleidung, und zwar schon seit sechs Jahren. Seitdem herrsche in den Klassenräumen eine ruhigere Arbeitsatmosphäre, sagte Dennis Lau, der Schulkleidungsbeauftragte, dem hr.  Das "Posen" der Trendsetter sei auf ein Minimum zurückgedrängt worden. Eine Kommission aus Schülern, Eltern und Lehrern tage regelmäßig, um die Schulkleidung immer wieder den Wünschen anzupassen.

Dass die Klamotten möglichst vielen gefallen ist wichtig, denn in Rüsselsheim sind sie Pflicht.

Wer nicht will, muss nicht mitmachen

In Groß-Umstadt setzt die Schule hingegen auf Freiwilligkeit. Eine Pflicht, die neue Schulkleidung zu kaufen gibt es nicht - weder für Schüler, noch für Lehrer. Doch auch die unterstützen die Idee und gehen mit gutem Beispiel voran. "Das Kollegium in der Gesamtkonferenz ist einheitlich mitgegangen und hat gesagt: Ja, wir wollen das im wahrsten Sinne des Wortes mittragen."

Hergestellt werden die Kleidungsstücke von einer Firma in Riedstadt, ein T-Shirt kostet 12 Euro, eine Sweatshirtjacke als teuerster Artikel 32 Euro. Die Schule hat für den Verkauf einen Online-Shop eingerichtet. Und die Schulklamotten finden laut Schule dort reißenden Absatz.

Ihre Kommentare Schulkleidung gegen Markenzwang: Was halten Sie davon?

14 Kommentare

  • Ein toller Schritt....
    Ein Schritt in die richtige Richtung! Getragen von Schülern, Eltern und Lehrern - gelebte Demokratie - und trotzdem freiwillig.
    Der "Trend" ist immer teuer - und so ist bei Individualkleidung immer die Möglichkeit gegeben, sich von Anderen abzusetzen, sich über die Anderen zu stellen. Damit wird "Mobbing" Tür und Tor geöffnet!
    Ob "christlich", "muslimisch", etc. oder nicht, wir sollten unseren Kinder die Achtung vor dem Menschen beibringen, nicht die Achtung vor dem Monitärten...
    Alle Menschen sind gleich - unabhängig von Religion, Weltanschauung, Aussehen, Rasse, Vermögen oder Ähnlichem - getreu unserem Grundgesetz!
    Und für das Grundgesetz habe ich mehrere Jahre lang gedient und mein Leben auf's Spiel gesetzt!

  • Nichts, denn ich bin gegen eine Uniformierung der Kinder und Jugendlichen. Mit den DIN-Normen unserer Gesellschaft bekommt es unser Nachwuchs früh genug zutun. Gerade Pubertierende sollten auch ihren Narzissmus ausleben können und hier spielt Kleidung, Haartracht, Schminke etc. eine wichtige Rolle. Dies beobachtet man schon als Instinkthandlung bei Naturvölkern. Wir leben in einer Individual-gesllschaft, die sich als pluralistisch darstellt. Dieser Pluralismus muß auch gelebt werden. Formalästhetische Einheitssymbole sind ebenso überflüssig wie die Jugendfahnenweihe der damaligen DDR.

  • In Uniform lässt sich einfacher die Gleichschaltung durchführen.

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