Auf eine Hausfassade in Schlitz im Vogelsberg haben Unbekannte Hakenkreuze und die Aufforderung "RAUS!“ gesprüht. In ihrer Mitteilung über den Fall "vergaß" die Polizei ein wichtiges Detail.

Hakenkreuz-Schmierereien in Schlitz
Hakenkreuz-Schmierereien in Schlitz Bild © hr

"Am Freitag, gegen 0.40 Uhr, beschmierten Unbekannte in der Bahnhofsstraße ein Gebäude mit Hakenkreuzen und dem Schriftzug 'RAUS'" - so heißt es in einem Pressebericht über einen Fall in Schlitz. Die Meldung schließt mit der Bitte um Hinweise auf die Straftat. Einen wichtigen Wink hätten die Ermittler der Öffentlichkeit selbst geben können: dass es sich um einen Übergriff auf eine Asylbewerberunterkunft handelt.

Es traf die "Villa Langheinrich", eine frühere Weberei, wie die Onlineausgabe der Fuldaer Zeitung berichtet. In dem Haus leben seit Dienstag 36 Flüchtlinge. Erst auf Nachfrage bestätigte ein Polizeisprecher hessenschau.de, wer in dem Gebäude lebt. "Das ist ein neu bezogenes Asylbewerberheim.“

Bürgermeister entsetzt

Zuvor hatte der Polizeisprecher über die Schmierereien auch gesagt: "Es gibt keine Hinweise, aus welchen Gründen das gemacht wurde." Der Sachschaden ist mit 250 Euro gering.

Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer (CDU) will den Psychoterror gegen Asylbwerber in seiner Stadt nicht tolerieren. Den Bewohnern des besprühten Hauses versicherte er bei einem Besuch, die Stadt werde alles tun, um ihre Sicherheit zu gewährleisten, wie die Fuldaer Zeitung berichtet. "Solche Schmierereien sind völlig unakzeptabel und können auch nicht als Dumme-Jungen-Streiche abgetan werden", zitiert ihn das Blatt.

Der städtischen Jugendpflege der 10.000-Einwohner-Kommune sind laut Schäfer in jüngster Zeit keine rechtsradikalen Umtriebe bekannt geworden. Deshalb und weil Zeugen zur Tatzeit ein verdächtiges Fahrzeug beobachtet haben, hofft der Bürgermeister: Die Nazi-Sprayer kamen von außerhalb. Attacken gegen Flüchtlingsunterkünfte haben seit dem vergangenen Jahr in ganz Hessen stark zugenommen.

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