Ismail Yozgat
Ismail Yozgat - der Vater von Halit Yozgat. Bild © picture-alliance/dpa

Nach dem Mord an Halit Yozgat 2006 in Kassel soll zwischen den Ermittlern und der Opferfamilie ein gutes Verhältnis bestanden haben. Ein Staatsanwalt widerspricht damit einem Vorwurf der Linksfraktion im Landtag.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Nicholas Buschschlüter: Staatsanwalt verteidigt Vorgehen der Ermittler

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Bei den Ermittlungen nach dem Mord an Halit Yozgat in Kassel hat zwischen Polizei und Opferfamilie nach Aussage des leitenden Staatsanwalts ein gutes Verhältnis bestanden. Oberstaatsanwalt Götz Wied sagte am Freitag vor dem NSU-Untersuchungsausschuss im Landtag, der damalige Chef der Mordkommission habe ihm von einer besonders engen Beziehung berichtet. Er selbst hatte dagegen keinen persönlichen Kontakt zu den Angehörigen, wie Wied sagte.

Keine Ermittlungen gegen die Familie

Yozgat war im April 2006 mutmaßlich vom "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) erschossen worden. Der Ausschuss untersucht, ob in hessischen Behörden bei den Ermittlungen Fehler gemacht wurden. Zum Zeitpunkt der Tat oder kurz davor war ein damaliger Mitarbeiter des Landesamts für Verfassungsschutz am Tatort. Da er sich nicht von sich aus als Zeuge meldete, geriet er vorübergehend unter Verdacht.

Die Linksfraktion hatte einem Ermittler aus Kassel vorgeworfen, sich bei der Tätersuche zu sehr auf das Umfeld des Opfers konzentriert zu haben. "Der Vater hat ein enges Verhältnis zur Polizei aufgebaut, das bis heute andauert", erklärte dagegen Wied im Ausschuss. "Wir haben nicht gegen die Familie ermittelt."

Kaufinteressenten waren verdeckte Ermittler

Es sei lediglich im Umfeld des Opfers nach Hinweisen auf den Täter gesucht worden. Dazu seien unter anderem Telefonate abgehört worden. Verdeckte Ermittler gaben sich als Kaufinteressenten für das Internet-Café aus, um Zugang zur Familie zu bekommen. Wied war bereits im November 2015 vom Ausschuss befragt worden.

Der Untersuchungsausschuss befragte am Freitag zudem einen ehemaligen V-Mann des Verfassungsschutzes zur Neonazi-Szene in Nordhessen. Dies musste aufgrund von Vorgaben aus der Bundesbehörde in nicht-öffentlicher Sitzung geschehen.

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