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Bild © Saskia Schmidt (hessenschau.de)

Fast ein Drittel der 2015 in Hessen untergebrachten Flüchtlinge war minderjährig. Was wissen Land und Bund noch über die Menschen, die 2015 zu uns kamen? hessenschau.de hat die Zahlen aufbereitet.

1. Wie viele Flüchtlingen sind 2015 nach Hessen gekommen?

Im vergangenen Jahr wurden in Hessen 79.788 Flüchtlinge aufgenommen und untergebracht. Die Kurve zeigt einen rasanten Anstieg in kurzer Zeit.

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Bild © Peter Gerbig (hessenschau.de)

2. Woher kamen die Flüchtlinge?

Die mit Abstand größte Gruppe unter den Flüchtlingen in Hessen bildeten 2015 Syrerinnen und Syrer (35 Prozent), gefolgt von Menschen aus Afghanistan (21 Prozent). Groß ist auch die Anzahl von Flüchtlingen aus Albanien, das 2015 als sicheres Herkunftsland eingestuft wurde.

In der Diskussion ist, auch Algerien, Marokko und Tunesien als sichere Herkunftsstaaten einzustufen. Anteilsmäßig spielen die Maghreb-Länder in Hessen eine geringe Rolle: 2015 kamen 2,2 Prozent der Flüchtlinge aus Algerien. Aus Marokko und Tunesien kamen so wenige Menschen, dass sie die Statistik einzeln nicht mehr ausweist.

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Bild © Peter Gerbig/Saskia Schmidt (hessenschau.de)

3. Was sind das für Menschen, die kommen?

Die vom Sozialministerium für hessenschau.de neu ausgewertete Statistik für diesen Punkt zeigt: Fast ein Drittel der in Hessen angekommenen und untergebrachten Flüchtlinge sind unter 18 Jahre alt. Die Mehrzahl von ihnen - zusammen rund 53 Prozent - macht die Gruppe der 18- bis 35-Jährigen aus. Mit 70 Prozent sind männliche Flüchtlinge klar in der Mehrheit.

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4. Wie viele Asylanträge wurden gestellt?

Die Zahl aller ankommenden Flüchtlinge wird vom Land Hessen erfasst. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erfasst dagegen als Untergruppe solche Flüchtlinge, die einen Asylantrag gestellt haben.

Dies tun nicht alle Flüchtlinge, manche ziehen ihren Antrag zurück, stellen ihn in einem anderen Land - vor allem aber reicht die Kapazität des BAMF nicht aus. Darum weist das BAMF trotz rund 80.000 erfasster Flüchtlinge für Hessen 2015 nur 28.724 Asylanträge aus. Die meisten davon stellten Syrer (7.884), Albaner (6.857), Kosovaren (3.024) und Afghanen (2.237).

5. Was verraten die Asylanträge über die Menschen dahinter?

Das BAMF schlüsselte für hessenschau.de die in Hessen gestellten Asylanträge nach Alter und Geschlecht auf. Der Anteil der Männer liegt hier mit 67 Prozent in etwa gleich wie bei allen in Hessen untergebrachten Flüchtlingen. In der Gruppe der 18- bis 35-Jährigen Asyl-Antragsteller ist der Anteil der Männer mit 74 Prozent leicht höher als unter allen Flüchtlingen.

Diese Statistik kann (mit den ähnlichen Werten für alle untergebrachten Flüchtlinge) nun auch die Frage beantworten, ob es überwiegend junge Männer sind, die als Flüchtlinge nach Hessen kommen und Asyl beantragen.

Betrachtet man als junge Männer 16- bis 35-Jährige, macht diese Gruppe 39,9 Prozent der Asylbewerber aus, schaut man auf die 18 bis 35 Jahre alten Männer, macht die Gruppe 34,9 Prozent aus. Junge Männer bilden damit die größte Untergruppe, aber nicht die Mehrheit der Asylbewerber in Hessen.

Nicht erfasst wird, ob die Flüchtlinge einzeln oder als Familie eintreffen.

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6. Wie sind die Asylbewerber qualifiziert?

Hierzu liegen keine Zahlen für Hessen vor, sondern nur für Deutschland insgesamt. Das BAMF stützt sich dabei auf Selbstauskünfte der Flüchtlinge in den ersten acht Monaten 2015. Demnach gaben von den Asylsuchenden im Alter über 20 Jahre 13 Prozent an, eine Hochschule besucht zu haben, 17,5 Prozent ein Gymnasium und 30 Prozent eine Mittelschule. 24 Prozent hatten lediglich die Grundschule besucht, 8 Prozent gar keine Schule.

Besser als der Schnitt bewerten Aslyantragsteller aus Syrien ihre Bildung: Hier erklärten 25 Prozent, eine Uni besucht zu haben. 25 Prozent gaben an, auf einem Gymnasium gewesen zu sein, 23 Prozent auf einer Mittelschule, 17 Prozent auf einer Grundschule. 3 Prozent hatten keine Schulbildung. Das BAMF betont aber, von den Selbstauskünften über ausländische Qualifikationen ließen sich keine direkten Rückschlüsse auf ein Profil der Flüchtlinge für den deutschen Arbeitsmarkt ziehen.

Die syrischen Asylbewerber gaben überdies zu 62 Prozent an, aus durchschnittlichen oder guten wirtschaftlichen Verhältnissen zu stammen. Bei allen befragten Flüchtlingen sagten dies nur 47 Prozent.

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