Katwarn Test-Alarm
Mit der Katwarn-App sendet die Leitstelle den Alarm auf das Smartphone. Bild © hessenschau.de

Das Handy schlägt Katastrophenalarm: Am Mittwoch um 10 Uhr wurde das probeweise Realität. Die meisten Landkreise verlassen sich schon auf die "Katwarn"-App - Frankfurt dagegen baut auf ein anderes Warnsystem.

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Viermal ertönt der Warnton, gleichzeitig färbt sich das Gebiet auf der Karte rund um Fulda rot und die Warnung "Sonderfall" erscheint. Es ist der Probealarm des Katastrophenwarnsystem "Katwarn", das per Smartphone schnell über Notfälle informieren soll.

Probealarm hat funktioniert

Um 10.01 Uhr startete der Probealarm der App. In Hessen haben die meisten Landkreise teilgenommen, unter anderem Fulda, Gießen und Offenbach. Ein Sprecher von Katwarn zeigte sich gegenüber hessenschau.de zufrieden mit dem Testlauf: "Alle Warnungen sind durchgegangen. Der erste Eindruck ist, dass es gut gelaufen ist." Jetzt müsse man des Verlauf des Tests noch genauer analysieren.

Städte prüfen noch, ob und wie sie einsteigen wollen

Katwarn ist eine App für alle gängigen Smartphones, die kostenlos in den jeweiligen Stores runtergeladen werden kann. Sie ist als Ergänzung zu vorhandenen Sirenenwarnsystemen gedacht. In Hessen machen 18 von 21 Landkreisen mit, dort nutzen nach Angaben von Katwarn bereits rund 300.000 Menschen die App.

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So funktioniert die Katwarn-App

Bei Notfällen wie Terroranschlägen, Unfällen mit Gefahrgut, Großbränden oder gravierenden Naturereignissen sendet die betroffene Leitstelle über die Katwarn-App einen Warnton auf das Gerät. Außerdem werden Informationen, Tipps und Verhaltenshinweise gleich mitgeliefert - etwa, nach einem Chemieunglück Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Nutzer können sich mit ihrer Postleitzahl registrieren und bekommen Informationen für diesen Bereich, oder sie aktivieren die "Schutzengelfunktion". Dann werden sie mit Meldungen für das jeweilige Gebiet versorgt, in dem das Smartphone eingeloggt ist. Auch SMS werden versendet. Katwarn wird von den jeweiligen Kommunen und vom Land finanziert und wurde vom Fraunhoferinstitut für offene Kommunikationssysteme (FOKUS) entwickelt.

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Die Landkreise Hochtaunus, Main-Taunus und Kassel sind nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes Hessen derzeit noch nicht bei Katwarn dabei, prüfen aber einen Anschluss, ebenso wie die kreisfreien Städte. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat ebenfalls eine Katastrophenwarn-App aufgelegt, sie heißt "Nina". Die noch unentschlossenen Landkreise und Städte prüfen es derzeit auf Herz und Nieren.

Frankfurt will gegen den Trend mehr Sirenen aufbauen

Auch Frankfurt denkt über die Warn-Apps nach, setzt derzeit aber auf ein anderes Konzept: Im Ernstfall sollen ganz klassisch Sirenen zum Einsatz kommen. Der Magistrat prüft ein Katastrophenschutzkonzept, das zunächst auf eine flächendeckende Ausstattung mit Sirenen setzt. Derzeit gibt es diese nur noch auf den Werksgeländen wie etwa im Industriepark Höchst. "Einfach, schnell und wirkungsvoll - so muss ein Alarm sein", erklärt Feuerwehrsprecher Rainer Heisterkamp. Beim Punkt "einfach" sehe man bei Katwarn noch Luft nach oben, außerdem breche das System zusammen, sobald das Internet ausfalle. Und dann brauche man wieder - ganz klassisch - die Sirenen.

Dennoch habe man App-basierte Warnsysteme auf dem Schirm, sie könnten durchaus eine gute Ergänzung zu den Sirenen sein. Allerdings sei man nicht auf Katwarn festgelegt, auch in Frankfurt wird gleichzeitig über "Nina" nachgedacht. "Wir wünschen uns eigentlich eine bundeseinheitliche Struktur, das wäre das Wichtigste."

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