March for Science
Vorbild USA: Wissenschaftler demonstrieren im Februar in Boston gegen Trump - am Samstag gibt es auch in Hessen Kundgebungen. Bild © picture-alliance/dpa

Wissenschaftler aus ganz Hessen wollen am Samstag in Frankfurt und Kassel auf die Straße gehen. Für mehr Forschungsgelder? Nein, für mehr Wahrheitsliebe.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der "March for Science" in Hessen

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"There is no alternative to facts"- es gibt keine Alternative zu Fakten: Das ist eine der Parolen, mit der am Samstag Wissenschaftler beim "March of Science" in 514 Städten der Welt auf die Straße gehen wollen - auch in Kassel und Frankfurt. In einer Zeit, in der falsche Angaben als "alternativen Fakten" verteidigt werden, demonstrieren sie für den Wert einer Wissenschaft, die nach geprüfter und überprüfbarer Wahrheit sucht.

Damit kontern die Initiatoren die ihrer Meinung nach bedenkliche Entwicklung, dass Behauptungen aufgrund "diffuser Gefühle" zunehmend die sachliche Diskussion verdrängten. Dieser Trend sei nicht nur in den USA durch die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten offenkundig geworden. Er lasse sich auch in Deutschland und in vielen anderen Ländern beobachten.

3.000 Teilnehmer in Frankfurt angemeldet

Für Frankfurt haben die Organisatoren zum "March for Science" 3.000 Teilnehmer angemeldet, wie die Polizei am Donnerstag sagte. Der Protestzug führt vom alten Uni-Campus an der Bockenheimer Warte zu einer Abschlusskundgebung auf dem Römerberg. Als Redner sind die Uni-Präsidenten von Frankfurt und Gießen, Birgitta Wolff und Joybrato Mukherjee, angekündigt.

Auch Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) will sich an die Demonstranten richten. In Kassel wird die Kundgebung am Bebelsplatz stattfinden. Hier werden weniger als 100 Teilnehmer erwartet. In Deutschland finden insgesamt in 21 Städten Aktionen statt. Eingeladen sind auch Nicht-Wissenschaftler.

Bewegung aus den USA

"Forschen statt Faken" heißt es auf der Homepage der deutschen "March for Science"-Aktion. Die Initiative geht auf US-Wissenschaftler zurück, die sich nach der Wahl Trumps zum Präsidenten zusammengeschlossen haben. Trump leugnet den Klimawandel und hat angekündigt, Forschungseinrichtungen und Universitäten Gelder zu entziehen.

Der Begriff "Alternative Fakten" wurde weltweit bekannt, als seine Beraterin Kellyanne Conway ihn benutzte. Sie verteidigte mit dieser Wortwahl, dass ein Sprecher des Weißen Hauses nachweislich übertriebene Besucherzahlen für die Amtseinführung genannt hatte.

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