Wurststand
Auf dem Umweltfest gibt es diese Jahr keine Wurst. Bild © Imago/Collage hessenschau.de

Party ohne Bratwurst: Beim Fest zum Tag der Erde im Kasseler Stadtteil Wolfsanger müssen Besucher Ende April vegetarisch schlemmen. Fleischverbot! "Das ist das Allerletzte", sagt ein CDU-Lokalpolitiker.

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Die Gefahr, sich beim Bürgerfest in Kassel mit Senf zu verkleckern, ist diesmal gering. Bratwurst-Stände sind zum Fest anlässlich des Tages der Erde am 23. April nicht zugelassen. "Der Tag der Erde wird in diesem Jahr fleischlos sein", bestätigte Hubert Grundler vom Verein Umwelthaus Kassel hessenschau.de einen Bericht der HNA. Schuld sei die Enge im Ortskern von Wolfsanger, es stehe beim Stadtteilfest nur eine Straße zur Verfügung. Die Partymeile müsse deshalb kleiner ausfallen als sonst.

Ein weiterer Grund für das geplante fleischlose Vergnügen: "Wir wollen feiern, aber auch Denkanstöße geben. Und der Konsum von Fleisch verbraucht deutlich mehr Ressourcen", sagte Grundler. "Ein fleischloser und fleischarmer Lebensstil hat ökologische Vorteile."

Zuvor hatte bereits Hanna Bielefeld-Hart für das Gartenamt angeführt, dass Grillimbisse relativ viel Platz verbrauchten. Die Zahl der Aussteller und Buden müsse von 220 auf 170 reduziert werden. Das Umwelt- und Gartenamt organisiert das Straßenfest zusammen mit dem Umwelthaus.

CDU-Politiker: "Eingriff in die Freiheitsrechte"

Manchen Bürgern und Lokalpolitikern vergeht allerdings der Appetit, wenn sie an das anstehende Gemüsefest denken. "Das ist das Allerletzte", sagte der Stadtverordnete Stefan Kortmann (CDU) hessenschau.de. Es handele sich um einen Eingriff in die Freiheitsrechte des Einzelnen. Jeder solle selbst entscheiden, ob er Fleisch essen wolle oder nicht. "Meine Fraktion sieht das ähnlich."

Am Montag beschäftigt sich laut Kortmann eine öffentliche Sitzung mit dem Thema, es soll eine Fragestunde mit Bürgern geben - und nach Alternativen gesucht werden. Auch in der Ortsbeiratssitzung hatte die Entscheidung bereits für Diskussionen gesorgt.

"Wir wollen niemanden erziehen oder zwingen"

Die Organisatoren des Fests wundern sich über die teils heftigen Reaktionen. "Wir wollen niemanden erziehen, wir wollen niemanden zwingen", sagte Grundler, der selbst gelegentlich Fleisch isst. Das Ganze sei doch nicht so schlimm, es gebe einfach mal an einem Nachmittag keine Bratwurst. Fleischliebhaber könnten sich ja auf dem Weg zum Fest eine holen.

Aus ökologischer Sicht sprechen für Grundler die Zahlen für sich: "Eine Besucherbefragung aus dem letzten Jahr hat ergeben: Es werden zehn Tonnen weniger CO2 verbraucht, wenn das Fleisch auf dem Fest wegfällt." Zum Umwelt- und Kulturfest werden rund 20.000 Besucher erwartet. Wenn das vegetarische Vorhaben trotz Widerständen umgesetzt wird, heißt es dann für viele: Falafel statt Thüringer.

Ihre Kommentare Fleischloses Stadtteilfest - richtiger Denkanstoß oder Bevormundung?

200 Kommentare

  • Ein Fest ohne Fleisch und die persönliche Freiheit ist in Gefahr...???
    Wie arm ist das denn...?

  • Das kann ja wohl echt nur ei schlechter Witz sein :o
    oder noch schlimmer ein früher Aprill-scherz.
    Also so weit kommt es jetzt schon das man auf ich betone OFFENTLICHen
    Veranstalltungen sich das RECHT auf eigene Entscheidung genommen wird?!
    Sorry wieder ein Grund mehr dort dann den Besuch weg zu lassen.
    Danach kommt wahrscheinlich das Schweinefleisch-verbot oder sonstiger
    Schwachsinn den sich die Herren Politiker und Veranstallter einfallen lassen.
    Na gut das wir selbst entscheiden ob es dann noch Spaß macht sich das ganze
    anzuschauen- denn Besuchspflicht gibt es nicht ;)

  • Einfach nicht hingehen. ist die beste Quittung.

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