Bissige Cartoons, Erinnerungen an das erste Mal, die Suche nach dem Glück oder die Aufarbeitung des Nationalsozialismus: hessenschau.de mit den wichtigsten hessischen Buch-Neuerscheinungen 2016.

Warum wohnt Herr Riebmann in der Wand? Wie war das damals nach dem ersten Sex? Und warum sind Schlangen gar nicht so eklig? Diese und andere Fragen stellen sich hessische Autoren, deren Bücher in den kommenden Wochen erscheinen. hessenschau.de stellt sieben Bücher vor.

Joscha Sauer: "Nicht lustig. Das Buch mit dem Sinn für Humor"

Joscha Sauer und Cover "Nicht lustig"
Joscha Sauer und das neue "Nicht lustig"-Buch Bild © Verlag / picture-alliance/dpa
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Joscha Sauer "Nicht lustig. Das Buch mit dem Sinn für Humor"
9,99 Euro, Lappan Verlag
ISBN 978-3-8303-3410-1
erschienen im Januar

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Joscha Sauer ist mit seinen "Nicht lustig"-Bänden ein Star der deutschen Cartoon-Szene. Die Auflage seiner Bücher hat mittlerweile die Millionen-Schallmauer durchbrochen; seine Cartoons werden sogar ins Ausland exportiert. Zurzeit wird aus den vielen witzigen, bissigen, schmerzhaft lustigen Zeichnungen ein Trickfilm konzipiert.

Mit dabei in dieser neuen Ausgabe sind neben Yetis und sadistischen Professoren wieder die Lemminge, die sich so gerne das Leben nehmen, oder Herr Riebmann, der in der Wand wohnt und da auch nicht weg will: Absurditäten, die die Cartoons von Sauer so einmalig machen. Für alle, denen der Humor noch nicht abhanden gekommen ist - wie dem Patienten auf dem Cover.

Marco Michalzik, Eva Jung: "Wunschlos oder glücklich?"

Eva Jung und Marco Michalzik
Eva Jung steht für die Fotos und Marco Michalzik für den Text Bild © Gabriel Verlag
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Marco Michalzik, Eva Jung "Wunschlos oder glücklich?"
8,99 Euro, Verlag Gabriel
ISBN 978-3-522-30443-6
erscheint am 15. Februar

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"Weißt du, was Glück ist? Was macht dich glücklich?" Keine einfache Frage. Der Poetry Slammer, Rapper und Songwriter Marco Michalzik aus Darmstadt stellt sie dennoch - und beantwortet sie mit kurzen Texten. Die hat er auf der Bühne ausprobiert, der Sound des Live Slams steckt in den rhythmischen Texten. Dazu hat Eva Jung die Bilder geliefert, Ansichten, die sie auf der Straße findet. Ein Buch, das alles andere als oberflächlich daherkommt und eigensinnige Antworten für Jugendliche bereithält.

Lars Niedereichholz: "Mofaheld"

Lars Niedereichholz und sein fast autobiografischer Roman
Lars Niedereichholz und sein fast autobiografischer Roman Bild © privat / Verlag
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Lars Niedereichholz "Mofaheld"
14,99 Euro, Rowohlt Taschenbuch
ISBN 978-3-499-27101-4
erscheint am 26. Februar

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Der "fast blinde und viel zu fette" Teil des Komiker-Duos Mundstuhl, Lars Niedereichholz, reist zurück ins Jahr 1986. Marc heißt sein Held. Er stößt beim Umzug seiner Eltern auf eine alte Schatzkiste; darin Krimskrams aus dem Leben eines 15-Jährigen, von Konzertkarten über Fotos und Mixkassetten, vor allem aber ein Batikhalstuch, in dem noch der Geruch von vor 30 Jahren hängt.

Mit dem Tuch kommt die Erinnerung an die ganzen Peinlichkeiten des Teenager-Lebens hoch: an den alten Traum von einer eigenen Band, an das, was man heute Komasaufen nennt, an die Platte der schlechtesten Metalband aller Zeiten, an das Jibbern nach dem ersten Sex - Anna hieß sie - und an das peinlichste Mofa der Welt im Vorgarten des elterlichen Reihenhauses. Das alles bringt der Bad Homburger Autor mit seinem Schnodderschnauzenstil auf 240 witzigen, bissigen und ein bisschen wehmütigen Seiten unter.

Cora Stephan: "Ab heute heiße ich Margo"

Cora Stephan und Buchcover
Cora Stepan und ihr neues Buch Bild © Isolde Ohlbaum / Verlag Kiepenheuer & Witsch
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Cora Stephan "Ab heute heiße ich Margo"
21,99 Euro, Verlag Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-04895-7
erscheint am 10. März

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Dass die Frankfurter Autorin Cora Stephan spannende Bücher schreiben kann, hat sie unter dem Pseudonym Anne Chaplet mit zehn preisgekrönten Krimis bewiesen. Jetzt kommt ihr erster Roman heraus.

Zwei Frauen verlieben sich in den 1930er Jahren in denselben Mann. Krieg und Verfolgung trennen sie: Helene überlebt Buchenwald und wird mithilfe der Stasi zur "Botschafterin des Friedens". Margo verliert auf der Flucht ihr Kind und beginnt in Westdeutschland ein neues Leben. Mitten im Kalten Krieg treffen sie sich erstmals wieder. Nach dem Ende der DDR geht ihre gemeinsame Geschichte weiter bis zum neuen Jahrtausend. Ein Buch über Liebe und Verrat.

Rosa Ribas: "Sonst ist er tot"

Rosa Ribas und ihr neuer Krimi "Sonst ist er tot"
Rosa Ribas und ihr neuer Krimi Bild © Suhrkamp Verlag
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Rosa Ribas "Sonst ist er tot"
Übersetzt von Kirsten Brandt
9,99 Euro, Suhrkamp Taschenbuch
ISBN 978-3-518-46674-2
erscheint am 9. Mai

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1993 hat es die katalanische Autorin Rosa Ribas nach Frankfurt verschlagen. Hier ist sie mit ihren Krimis um die deutsch-spanische Kommissarin Cornelia Weber-Tejedor bekannt geworden.

In ihrem dritten Fall geht es um Express-Entführungen: Ein Mann wird zusammengeschlagen und entführt, seine Frau angerufen, ein Plastikbeutel mit Geld wechselt den Besitzer, der Mann kommt wieder frei. Bis die Kommissarin anfängt, zu ermitteln. Dann fällt ein Schuss. Und sie wird in den Zwangsurlaub geschickt. Sie ermittelt auf eigene Faust weiter und stößt auf Menschen, die für Geld einfach alles tun.

Ribas stochert erneut in der Welt jener betuchten Frankfurter, die sich so weltgewandt geben, wie sie engstirnig sind. Es ist ein großer Spaß, den Blick der katalanischen Autorin auf die Metropole Frankfurt kennenzulernen. Witzig, scharf und treffend - und dabei gar nicht lokalpatriotisch.

Linda Winterberg: "Das Haus der verlorenen Kinder"

Linda Winterberg alias Nicole Steyer
Linda Winterberg alias Nicole Steyer Bild © Kim Kohlhepp / Verlag
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Linda Winterberg "Das Haus der verlorenen Kinder"
12,99 Euro, Aufbau Taschenbuch
ISBN 978-3746632209
erscheint am 18. April

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Nicole Steyer, erfolgreiche Autorin historischer Bücher, hat unter dem Pseudonym Linda Winterberg einen Roman geschrieben, der von der Nazi-Zeit bis heute reicht. 1942 in Norwegen: Zwei junge Frauen verlieben sich in deutsche Besatzungssoldaten. Diese verbotene Liebe bringt sie in große Schwierigkeiten. Sie werden schwanger, ihre Geliebten werden an die Ostfront versetzt, gleich nach der Geburt nehmen die Besatzer ihnen die Kinder weg.

Wiesbaden in der heutigen Zeit: Maria absolviert ein freiwilliges soziales Jahr in einem Altenheim. Hier trifft sie Betty, eine betagte, eigenwillige Dame, die sich nicht um Konventionen schert. Und Betty hat ein großes Geheimnis.

Die im Taunus lebende Autorin Winterberg hat eine fast vergessene Geschichte aufgezeichnet, die auf Tatsachen beruht. Das Buch ist gut recherchiert und gut zu lesen, weitab vom Klischee des "historischen Romans". Ein einfühlsamer, spannender Geschichtsunterricht.

Sebastian Lotzkat: "Keine Bange vor der Schlange"

Sebastian Lotzkat hält  Schlange in der Faust.
Sebastian Lotzkat hat keine Angst vor Schlangen Bild © Gina Moog / Carl Hanser Verlag
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Sebastian Lotzkat "Keine Bange vor der Schlange"
19,90 Euro, Hanser Verlag
ISBN 978-3-446-44702-8,
erscheint am 14. März

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"Iiiiiiiiiihhh, ne Schlange" wird Sebastian Lotzkat garantiert nicht schreien. Im Gegenteil: Der Rucksackreisende, Science Slammer, Biologe und Forscher am Frankfurter Senckenberg-Institut liebt diese Viecher, die andere für glitschig, eklig und bösartig halten. Er hat sie zwölf Monate lang in den Regenwäldern von Panama aufgespürt, untersucht und sogar neue Arten entdeckt.

Der Schlangenforscher zeigt, wie wichtig diese Reptilien in der Natur sind, aber auch, wie sie die Kultur bereichert haben - von Adam und Eva über die Gorgonen bis hin zu Indiana Jones. Ein humorvolles Aufräumen im Urwald der Vorurteile.

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