goeast Filmstill
Szene aus dem Film "Schmutzig" der Regisseurin Tereza Nvotová. Bild © goEast-Filmfest

Starke Frauenfiguren vor der Kamera? Regisseurinnen dahinter? Lange Zeit war das Fehlanzeige. Deswegen stellt das goEast-Filmfest in Wiesbaden in diesem Jahr Power-Frauen in den Mittelpunkt seines Programms.

Externer Inhalt
Ende des externen Inhalts

Lena ist ein Psychowrack. Schuld ist ihr Mathelehrer, der die 17-Jährige in einer Nachhilfestunde vergewaltigt hat. Nachdem Lena versucht hat, sich die Pulsadern aufzuschneiden, schicken ihre Eltern sie in die Psychiatrie. Eine fatale Entscheidung, denn hier kriegen die Patienten Beruhigungsmittel und Elektroschocks statt Therapie. Und so schottet sich Lena zunächst immer weiter ab.

Damit beginnt der Film "Schmutzig", das Debüt der slovakischen Regisseurin Tereza Nvotová. Für die Macher des goEast-Festivals ist der Film ein bewegendes Drama, das ein wichtiges Tabuthema aufgreift und "eine erschütternde Kritik an dem Umgang mit psychisch kranken Menschen in der Slowakei" liefert.

So gut wie keine Regisseurinnen

Weitere Informationen

goEast Festival des mittel- und osteuropäischen Films

26. April bis 2. Mai 2017
u.a. Caligari Filmbühne, Marktplatz 9, 65183 Wiesbaden
Zum Programm

Ende der weiteren Informationen

Solche Filme mit starken Frauenfiguren sind nach Ansicht von Festivalleiterin Gaby Babic viel zu selten auf Festivals zu sehen. Wie sie am Donnerstag in Wiesbaden bei der goEast-Programmvorstellung erklärte, sei ihr bei der Recherche historischer Programme zudem aufgefallen, dass zu bestimmten Phasen der Filmgeschichte so gut wie keine Filme von Regisseurinnen zu finden seien.

Trotzdem habe es immer Frauen gegeben, die in den mittel- und osteuropäischen Staaten Filme gemacht haben. Mittlerweile gebe es aber auch in der europäischen Autorenfilmszene einige Frauen aus Osteuropa, die ganz vorne mitmischten.

Sechs Weltpremieren

Und so stellt das goEast-Filmfest starke Frauen in den Mittelpunkt seines Programms. Insgesamt zeigt das vom Deutschen Filminstitut in Wiesbaden veranstalteten Festival mehr als 100 Filme aus 29 Ländern. Darunter sind nach Angaben der Veranstalter sechs Welt-, eine internationale und 22 Deutschlandpremieren. Erwartet werden 200 Filmschaffende und Gäste aus dem In- und Ausland - darunter auch die polnische Regisseurin Agnieszka Holland und ihre ungarische Kollegin Márta Mészáros sowie der Produzent Artur Brauner und der Schauspieler Ulrich Matthes.

Bei dem Festival des mittel- und osteuropäischen Films werden Preise im Gesamtwert von 50.000 Euro vergeben. Im Vorjahr kamen rund 12.200 Besucher zu goEast.

Das könnte Sie auch interessieren