Szene aus dem Musical Titanic in der Stiftsruine Bad Hersfeld
Die Bühne wird nicht nur in einer Ebene bespielt - unterschiedlich hohe Gerüste markieren die Decks. Bild © picture-alliance/dpa

Bei den Bad Hersfelder Festspielen ist die Musical-Premiere von "Titanic" eindrucksvoll über die Bühne gegangen. Bei strömendem Regen wurde das Kirchenschiff der Stiftsruine zum Ozeandampfer.

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Anja Backus als Caroline Neville und Konstantin Zander als Charles Clarke sich umarmend im Musical Titanic bei den Festspielen Bad Hersfeld

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Eine tragende Rolle bei der Premiere des Musicals "Titanic" bei den Bad Hersfelder Festspielen spielte am Freitagabend der Wettergott. Die Schauspieler mussten gegen heftigen Dauerregen anspielen, was der Inszenierung jedoch den letzten Schliff verpasste.

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"Titanic" bei den Festspielen Bad Hersfeld

Das Musical "Titanic" läuft noch bis zum 20. August. Für wenige Vorstellungen gibt es noch Restkarten, am 11. August, 15 Uhr, gibt es eine Zusatzvorstellung.

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Mit dem Kino-Hit von Regisseur James Cameron mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio in den Hauptrollen hat das Musical wenig zu tun. Dass "Titanic" aber auch anders funktionieren kann, beweist Regisseur Stefan Huber in Bad Hersfeld eindrücklich.

Untergehen muss der Luxusdampfer natürlich auch in der Bühnenfassung. Aber es braucht nicht unbedingt eine dominierende Liebesgeschichte, um die Herzen der Zuschauer anzusprechen. Das Stück nimmt vielmehr einzelne Schicksale und die Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Klassen in den Blick.

Die Gesellschaftsschichten werden im Bühnenbild eindrücklich in Szene gesetzt, die Bühne wird nicht nur auf einer Ebene bespielt. Unterschiedlich hohe weiße Gerüste markieren die Decks.

Chöre rollen wie gewaltige Wellen über das Publikum

Die mehr als 1.300 Zuschauer spendeten der rund zweieinhalbstündigen Show lang anhaltenden Applaus. Das Publikum sah ein imposantes, stimm- und bildgewaltiges Musical mit rund 40 Sängern und Tänzern.

Die Festspiele hatten eine mitreißende Geschichte über Größenwahn, Selbstüberschätzung und Untergang über den Mythos des im Jahr 1912 gesunkenen Luxusdampfers versprochen - und das wurde auch zuverlässig geliefert.

Starke Szenen hatte das Musical immer wieder, wenn das Ensemble große Formationen bildete. "Wir wollten mit Menschen große Bilder schaffen", erklärte Regisseur Huber. Emotionale Momente schuf Huber auch, indem er neben gefühlvollen Balladen, Soli und Duetten und auch immer wieder Chöre arrangierte, die wie gewaltige Wellen auf das Publikum zurollten.

Eindruck ohne große Knall-Effekte

Huber, der nach "Anatevka" und "Kiss me Kate" zum dritten Mal erfolgreich in der Stiftsruine inszeniert, gelingt das Kunststück, auf große Knall-und Show-Effekte zu verzichten, ohne Wirkung einzubüßen.

Schon im Vorfeld hatte er versprochen, dass "Titanic" das perfekte Stück für Bad Hersfeld sein würde. "Das Musical Titanic ist in vielen Belangen monumental und raumgreifend und passt somit perfekt in die Stiftsruine, die ja ihrerseits ein Monument ist: das Schiff im Kirchen-Schiff sozusagen."

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