Comiczeichner von Wolzogen bei der Arbeit
Comiczeichner von Wolzogen bei der Arbeit Bild © Zwerchfell Verlag/ Alex Jakubowski

Mit Donald Duck entdeckt er seine Liebe zu Comics. Nun hat der Zeichner Moritz von Wolzogen mit 31 Jahren sein Comic-Debüt veröffentlicht. "Totality – fliegende Schatten" ist eine magische Geschichte voller eindrucksvoller Zeichnungen. Der Künstler lässt darin Szenen seiner Heimat Frankfurt aufscheinen.

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Comiczeichner Moritz von Wolzogen

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Sie haben alle drei ungewöhnliche, lange verheimlichte Geschichten im Gepäck: Die drei Freunde Simon, Merle und Alex, genannt Storch, verbinden außergewöhnliche Fähigkeiten. Superhelden – wie so oft im Comic - sind sie deshalb aber nicht. Im Gegenteil: Bei Storch kommen seine Kräfte nur zum Vorschein, wenn ihn die Wut packt. Eines Tages steht deshalb auch die Polizei vor seiner Tür und will, dass er zeigt, was er kann.

Sympathisch und verstörend

Die drei Jugendlichen sind Protagonisten in "Totality – fliegende Schatten", dem Debüt-Comic des Frankfurters Moritz von Wolzogen. "Ich liebe es, Bewegung aufs Papier zu bringen", sagt der Zeichner, während sein Stift elegant über das Papier gleitet. Kein Strich ist zufällig, alles genau arrangiert.

Das merkt man seinen Bildern an. Es sind kleine Kunstwerke, voller Dynamik und mit eigenem Stil. Bilder, die eine temporeiche Geschichte erzählen – über Teenager, die sich oft unverstanden fühlen und doch nur dazu gehören wollen. Schnell fängt der Leser an, sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Jede Figur hat etwas Sympathisches an sich, aber auch etwas Verstörendes.

Frankfurt als Vorlage

"Ich habe in meinem gesellschaftlichen Umfeld, aber auch an mir selbst Dinge beobachtet, die mich beschäftigt haben und die sich dann zu einer Grundidee entwickelt haben", sagt von Wolzogen.

Comiczeichner Moritz von Wolzogen
Der Comiczeichner Moritz von Wolzogen Bild © Zwerchfell Verlag

Nach und nach sei die Geschichte gewachsen, auch wenn er nicht immer gewusst habe, wo sie hinführe. "So wie bei einem Tunnel, den man gräbt", meint der 31-Jährige.

An manchen Seiten seines Comics hat von Wolzogen mehrere Tage gearbeitet, Entwürfe verworfen, Bilder neu komponiert. Andere Seiten dagegen gingen ihm leichter von der Hand, wie er sagt.

In sein Debüt-Werk eingeflossen sind auch Eindrücke aus der Stadt, in der er lebt: Eine Trinkhalle im Stadtteil Sachsenhausen findet sich im Comic ebenso wieder wie die von den Frankfurter Hochhäusern beeinflussten Straßenschluchten und Wolkenkratzer. "Ich mag es, wenn die fantastische Welt auf die reale trifft", sagt er.

"Manchmal ist Zeichnen ein Kampf"

Die Geschichte wechselt nicht nur zwischen der Realität und dem Fantastischen, sondern auch zwischen Traum und Wirklichkeit - bis sie völlig in die Traumwelt abgleitet und den Leser im Ungewissen und Geheimnisvollen zurücklässt. Bevor am Ende dann das titelgebende unheimliche Naturereignis eintritt: Die totale Sonnenfinsternis.

Sobald von Wolzogen Pinsel oder Stift in die Hand nimmt, gewinnt er an Energie und Sicherheit. "Manchmal ist Zeichnen aber auch ein Kampf", gibt er zu. "Aber am Ende zählt eben das Ergebnis und da bin ich schon sehr zufrieden, weil man merkt, was da in den vergangenen Jahren alles eingeflossen ist."

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Moritz von Wolzogen: "Totality – fliegende Schatten"

12,99 Euro, ISBN 978-3—943547-24-5
Zwerchfell Verlag, Stuttgart

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Und in der Tat: Der Comic ist eindrucksvoll. Vor allem die Zeichnungen stechen hervor. Sie zeigen das Können des freischaffenden Grafikers, der seit seiner frühesten Kindheit zeichnet und über die riesige Sammlung zerfledderter Donald-Duck-Hefte seines Vaters zum Comic gekommen ist.

Kafka-Reportage als Comic folgt

In der Comic-Szene findet der Band bereits wohlwollend Anerkennung, bei Signierstunden in Darmstadt und Frankfurt können sich Fans am Samstag und Sonntag live einen Eindruck verschaffen, von der Art, wie von Wolzogen arbeitet. Denn die Bücher werden für die Käufer signiert und mit einer kleinen Zeichnung veredelt.

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Signierstunden mit Moritz von Wolzogen

  • Samstag, 13.2. ab 14 Uhr im Comic Cosmos, Saalbaustraße 5, Darmstadt
  • Sonntag, 14.2. ab 14 Uhr im T3 Terminal Entertainment, Große Eschenheimer Str. 41a, Frankfurt - Anmeldung unter info@t3ffm.de
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Zwar ist sein Debütalbum gerade erst erschienen, doch der Frankfurter sitzt bereits an seinem nächsten Werk, der Comic-Umsetzung von "Die Aeroplane in Brescia", einer Reisereportage von Franz Kafka. Darin schildert der berühmte Schriftsteller Kafka seine Eindrücke von der internationalen Flugwoche in Brescia. Einer Geschichte voller Flugzeuge also, die von Wolzogen Gelegenheit gibt, das zu zeichnen, was er am liebsten mag: Bewegungen.

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