Am Haken eines Kranes: das Marmorzelt der Kanadierin Rebecca Belmore ist auf dem Weg nach Kassel
Am Haken eines Kranes: das Marmorzelt der Kanadierin Rebecca Belmore ist auf dem Weg nach Kassel Bild © picture-alliance/dpa

+++ Marmorzelt auf dem Weg nach Kassel +++ Ausstellung in Athen schließt +++ Rekord bei Dauerkarten-Verkauf +++ documenta erhält eigenen Song +++ documenta-Reiter am Ziel +++

+++ Marmorzelt auf dem Weg nach Kassel +++

Das tonnenschwere Marmorzelt der documenta in Athen ist auf dem Weg nach Kassel. Es sei am Montag abgebaut worden und werde voraussichtlich nächste Woche in Kassel eintreffen, teilten die documenta-Macher mit. Das Kunstwerk mit dem Titel Biinjiya'iing Onji (Von innen) der gebürtigen Kanadierin Rebecca Belmore soll auf den Kasseler Weinbergterrassen aufgestellt werden.

Aufgrund der Größe und des Gewichts des Marmorzelts sind der documenta zufolge Verzögerungen beim Transport möglich. Das Kunstwerk werde mit dem Lastwagen nach Nordhessen gebracht. Außerdem werden einige Masken des kanadischen Künstlers Beau Dick von Athen nach Nordhessen transportiert. Sie sollen in der Kasseler documenta-Halle zu sehen sein.

SONNTAG, 16. JULI

+++ Ausstellung in Athen schließt +++

Die documenta in Athen ist Geschichte. Am Sonntag ging die Ausstellung in der griechischen Hauptstadt zu Ende. Erstmals in der Geschichte der documenta gab es zwei gleichberechtigte Standorte: Kassel und Athen.

Für Annette Kulenkampff, Geschäftsführerin der documenta in Kassel, hat sich das Wagnis Athen ausgezahlt: "Es fühlen sich plötzlich viele Griechen und Südeuropäer angesprochen, die jetzt auch nach Kassel kommen." In Kassel geht die Ausstellung noch bis zum 17. September.

FREITAG, 14. JULI

+++ Rekord bei Dauerkarten-Verkauf +++

Knapp fünf Wochen nach dem Start documenta 14 in Kassel ist beim Dauerkartenverkauf die Marke der vergangenen Schau von 11.574 geknackt worden: 12.000 Dauertickets wurden bisher verkauft - ein Rekord im Bezug auf alle Ausstellungen, sagen die Organisatoren. Angaben zur Gesamtzahl der Besucher gebe es bisher nicht. Diese werde man erst zur Hälfte der 100-tägigen Ausstellung nennen, erklären die documenta-Macher. Es spricht aber vieles dafür, dass sie die angepeilte Besucherzahl von einer Million erreichten.

+++ documenta-Abschied in Athen +++

Mit eher leisen Tönen verabschiedet sich an diesem Sonntag die documenta 14 aus Athen. Eine große Abschlussveranstaltung gibt es nicht. Die Ausstellung war bei den Griechen zunächst umstritten, doch die documenta-Verantwortlichen sind zufrieden mit dem Ausflug in den Süden. Die Zahlen zeigen auch, dass die Ausstellung angekommen ist: Rund 320.000 Gäste wurden gezählt. Die Hälfte der Besucher waren nach Angaben der Veranstalter Griechen.

Auch die griechische Presse schlug zum Abschluss versöhnliche Töne an. So schrieb ein Kritiker anlässlich des Endes der Ausstellung in einer Athener Tagezeitung: "Und ja, wir müssen zugeben: Die documenta 14 hat Athen verschönert und unsere Stadt darüber hinaus mit einer bunten Schar internationaler Kunstliebhaber gefüllt."

DONNERSTAG, 13. JULI

+++ documenta erhält eigenen Song +++

Videobeitrag

Video

zum Video documenta erhält eigenen Song

Ende des Videobeitrags

Bernd Kuchinke ist der Lokal-Held der Kasseler DJ-Szene. Seit 40 Jahren schon ist der 59-Jährige aktiv und hat bereits bekannte Clubs begründet. Besonders gerne ist er auf der documenta unterwegs - und hat auch diesmal wieder einen Song für die Kunstausstellung produziert.

SONNTAG, 9. JULI

+++ documenta-Reiter am Ziel +++

Nach 3.000 Kilometern haben vier documenta-Wanderreiter am Sonntag ihr Ziel erreicht. Eine Frau und drei Männer sind von Athen quer durch Europa nach Kassel geritten. Auf den letzten Kilometern schlossen sich zahlreiche Hobbyreiter dem Tross an. Tausende Zuschauer empfingen die Reiter am "Parthenon der Bücher". Für das Kunstprojekt "Die Durchreise des Hermes" war das Quartett am 9. April in Athen gestartet und drei Monate zu Pferd unterwegs. Mit ihrer Tour wollten die Reiter für Erhaltung und Wertschätzung der Pferde sowie für das Grundrecht von Mensch und Pferd auf einen freien Zugang zur Natur werben. Der Ritt ist ein Projekt des schottischen Konzeptkünstlers Ross Birrell.

DONNERSTAG, 6. JULI

+++ Beuys-Bus wieder heil +++

Rauminstallation mit The pack (Das Rudel) in der Neuen Galerie
Rauminstallation mit The pack (Das Rudel) in der Neuen Galerie Bild © Andreas Bauer (hessenschau.de)

Gute Nachricht für das Kunstwerk "Das Rudel" von Joseph Beuys: Der von einem Unbekannten aufgebrachte Aufkleber sei ohne Schäden abgelöst worden, sagte Lena Pralle, Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel am Donnerstag. Nun prüfe die Museumsverwaltung noch, ob man Besucher wieder ohne Absperrung an das Kunstwerk in Kassel heranlasse.

Ein Unbekannter hatte den Aufkleber auf der Windschutzscheibe des VW-"Bulli" angebracht, der Teil des Kunstwerks ist. Nach der Tat war das Kunstwerk abgesperrt worden. Ein Restaurator entfernte den Aufkleber und die Schaumstofffläche unter dem Bild.

DIENSTAG, 4. JULI

+++ Besucher beschädigt Beuys-Bus +++

Die Installation "Das Rudel" von Joseph Beuys kann derzeit auf der documenta nicht besichtigt werden. Der Raum in der Neuen Galerie, in dem sich das Werk befindet, ist abgesperrt. Ein Besucher hat einen Aufkleber auf die Windschutzscheibe des Busses geklebt, wie Lena Pralle von der Museumslandschaft Hessen Kassel hessenschau.de sagte. Der Bus müsse deshalb restauriert werden.

"Das ist leider ein bisschen aufwendiger als beim eigenen Fahrzeug", so Pralle. Der Restaurator müsse prüfen, welcher Klebstoff verwendet wurde und wie der Aufkleber am besten entfernt werden könne. Ziel sei es, die Patina des alten Bulli wieder herzustellen. Die Restaurierungsarbeiten sollen am Mittwoch beginnen. Wann der Raum für die Besucher wieder zugänglich ist, ist unklar.

Die Beuys-Installation ist nicht offizieller Beitrag auf der documenta. Weil die Installation aber nicht bewegt kann, blieb sie in der Neuen Galerie. Die Museumslandschaft Hessen Kassel stellte Strafanzeige gegen Unbekannt.

MONTAG, 3. JULI 2017

+++ Künstler fordert documenta heraus +++

Drei Figuren "Wächter der Zeit" vor dem Schloss Wilhelmshöhe
Drei Figuren "Wächter der Zeit" vor dem Schloss Wilhelmshöhe Bild © picture-alliance/dpa

Der österreichische Künstler Manfred Kielnhofer hat erneut seine "Wächter der Zeit" an verschiedenen documenta-Standorten aufgestellt. Jedes Mal wurden die Figuren - mystische Gestalten in Kutten - wieder entfernt. Kielnhofers Kritik an der weltweit bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst: "Es geht um Geld und Macht, das gefällt mir nicht", sagte der 50-Jährige.

Durch seine sogenannte Guerillakunst will er mit der documenta ins Gespräch kommen. Doch die Ausstellungsmacher zeigten ihm bisher die kalte Schulter. Die documenta selbst will die Sache nicht kommentieren.

Bereits wenige Tage nach Beginn der Ausstellung hatte Kielnhofer einige seiner Figuren vor dem Fridericianum aufgestellt. Auch diese Werke wurden von der documenta entfernt. Die Figuren sind kein Teil der Ausstellung. Am Wochenende hatte auch die Museumslandschaft Hessen Kassel drei "Wächter der Zeit" vor dem Schloss Wilhelmshöhe weggeräumt.

FREITAG, 23. JUNI

+++ Katholische Kirche kritisiert documenta +++

Die katholische Kirche in Kassel kritisiert in einem offenen Brief die documenta. Anlass ist ein Platzverweis, den die documenta-Leitung gegen einen Mann ausgesprochen hat. Der Mann hatte sich am Parthenon der verbotenen Bücher positioniert und dort mit einem Schild gegen die Kasseler Rüstungsindustrie protestiert.

In dem Brief, der von Dechant Harald Fischer verfasst wurde, heißt es: Gerade am Parthenon, einem Symbol für Demokratie und Meinungsfreiheit, müsse es möglich sein, auf Missstände aufmerksam zu machen. Die documenta-Leitung hatte den Platzverweis damit begründet, dass in unmittelbarer Nähe der Ausstellung inoffiziellen Projekte nicht geduldet würden.

DIENSTAG, 20. JUNI

+++ Oguibe erhält Arnold-Bode-Preis +++

Der nigerianische Konzeptkünstler Olu Oguibe erhält den mit 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis 2017. Die Stadt Kassel habe entschieden, ihm die in Erinnerung an den documenta-Gründer gestiftete Auszeichnung zu verleihen, teilte die städtische Pressestelle am Dienstag mit. Oguibe beschäftigt sich in seiner Arbeit immer wieder mit Flucht und Migration.

MONTAG, 19. JUNI

+++ Die documenta 14 kommt an +++

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zum Video Eine Woche documenta 14 in Kassel

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Nach einer Woche documenta 14 ist es Zeit für ein erstes Zwischenfazit: Die weltgrößte Schau von Gegenwartskunst kommt an. Die Hotels und Privatzimmer in Kassel sind gut gebucht, und den Besuchern gefällt, was sie zu sehen bekommen - obwohl viele Kunstwerke düster sind und schwierige Themen wie Krieg und Vertreibung behandeln.

+++ Nicht-documenta-Kunst unerwünscht +++

Videobeitrag

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zum Video Unerwünschte Kunst abseits der documenta

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Die documenta lockt auch Künstler nach Kassel, die keine offiziellen documenta-Künstler sind. So schippert derzeit das Flüchtlingsboot des dänischen Künstlers Jens Galschiot auf der Fulda. Er ist enttäuscht, dass er von der documenta keine Unterstützung erfährt. Ein anderer Künstler hatte seine so genannten Wächter der Zeit illegal vor dem Fridericianum aufgebaut. Prompt wurden sie entfernt.

+++ Mehr verbotene Bücher gesucht +++

Auch nach Start der Ausstellung sucht die documenta weiterhin Bücher für das Kunstwerk "Parthenon der Bücher" von Marta Minujin. Alle Besucher seien aufgerufen, ein aktuell oder in früheren Zeiten verbotenes Buch mitzubringen und in Behältnissen vor dem Parthenon auf den Friedrichsplatz zu legen, sagte Henriette Gallus, Leiterin der Kommunikation der documenta.

Für die Fertigstellung des Parthenons würden insgesamt 62.000 Bücher benötigt. Noch fehlen einige tausend Exemplare. So sieht das Werk derzeit aus:

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MONTAG, 12. JUNI

+++ Besucheransturm: Tausende strömen zur documenta +++

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Besucher vor der Röhren-Installation von Hiwa K. (l) und dem "Parthenon of books" der argentinischen Künstlerin M. Minujin.

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Endlich steht Kassel wieder im Mittelpunkt" - Tausende Menschen strömen zur documenta

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Die documenta 14 in Kassel ist nach Angaben der Veranstalter stark gestartet. Zu den Eröffnungstagen seien zehn Prozent mehr Besucher gekommen als zu Beginn der documenta 13, erklärten die Ausstellungsmacher am Montag. Absolute Zahlen nannten sie nicht. Insgesamt werden zu der weltweit bedeutendsten Schau für zeitgenössische Kunst eine Million Besucher erwartet. Die documenta war am Samstag von Bundespräsident Steinmeier eröffnet worden.

SAMSTAG, 10. JUNI

+++ documenta benennt Straße nach NSU-Opfer +++

In ihrem "Map booklet" bezeichnet die documenta die Holländische Straße in Kassel als "Halitstraße, ehemalige Holländische Straße". Dort war 2006 Halit Yozgat in seinem Internetcafe bei einem Anschlag, der dem rechtsextremistischen NSU zugeschrieben wird, getötet worden. Der Vater des Ermordeten, Ismail Yozgat, fordert seit Jahren eine Umbenennung der Straße in "Halitstraße".

+++ Steinmeier eröffnet documenta +++

Den Startschuss für die documenta gab am Morgen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Museum Fridericianum gemeinsam mit Griechenlands Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos. In dessen Heimat in Athen läuft die Ausstellung bereits seit dem 8. April. Auf dem Programm der beiden Staatsoberhäupter stand am zudem ein Rundgang über das Ausstellungsgelände. Steinmeier lobte die documenta als "mutige Ausstellung".

FREITAG, 9. JUNI

+++ Grütters: documenta ist Seismograph für Zustand der Welt +++

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sieht die documenta 14 als Seismograph für den Zustand der Welt. Künstler und Künstlerinnen konfrontierten die Besucher hier unmittelbar mit den drängenden Fragen unserer Zeit, erklärte Grütters am Freitag. "Inspirierend, verstörend, aufrüttelnd: All diese Eindrücke hinterlässt die documenta bei ihren Besuchern - so sind sie Spiegel all derjenigen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen, vor denen die Welt steht."

DONNERSTAG, 8. JUNI

+++ Verstörende Scheinhinrichtungs-Performance +++

Eine Scheinhinrichtung mit Plastik-Maschinengewehren gehört zu den provokativsten Performances der documenta 14. Die für ihre drastischen Aktionen bekannte Künstlerin Regina José Galindo aus Guatemala hat im Kasseler Stadtmuseum eine verstörende Szenerie aufgebaut. Sie stellt sich in eine weiße fensterlose Kammer, an deren Ecken aus vier Schießscharten die Mündungen der Waffen ragen. Besucher können auf die Künstlerin zielen.

MITTWOCH, 7. JUNI

+++ Erste 360°-Eindrücke +++

Die documenta beginnt – und hessenschau.de ist ganz nah dran: Wir haben für Sie erste 360°-Aufnahmen aus Kassel produziert.

+++ Welchen Rundgang der documenta-Chef empfiehlt +++

Weitere Informationen

Die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst findet in diesem Jahr gleichzeitig in Kassel und Athen statt. Dort läuft sie bereits seit dem 8. April. In Kassel beginnt sie am 10. Juni und dauert bis 17. September. [Dossier]

Ende der weiteren Informationen

Der Parcours, den der künstlerische Leiter Adam Szymczyk den Besuchern empfiehlt, startet im Untergrund. Einstiegspunkt ist ein stillgelegter Tunnel am Kasseler Hauptbahnhof. Wer über den aufgeschütteten Kies hinter den Bahngleisen stolpert, kann eine 20-minütige Video-Installation mit Selfies und Bildern von Donald Trump auf sich wirken lassen.

+++ documenta-Mitarbeiterinnen tragen Borosanas +++

In der alten Hauptpost verkauft die serbische Künstlerin Irena Haiduk schwarze Schnürschuhe mit offener Spitze. "Yugoexport" heißt ihre Kunst-Produktionsfirma. Sie stellt die legendären Borosana-Schuhe her, auch bekannt als Arbeitsschuhe für Kellnerinnen. Nun tragen auch alle Mitarbeiterinnen der Kasseler documenta Borosanas. Wer sie haben will, darf laut Vertrag nur arbeiten, wenn er die Schuhe trägt. Zieht man sie aus, darf man nicht mehr arbeiten.

+++ Scharfes Bier für die Kunst +++

Wer nach der Ausstellung eine Erfrischung braucht, kann eine der 50 000 Flaschen des nigerianischen Künstlers Emeka Ogboh kaufen. An mehreren Stellen ist das Bier in den dunklen 0,33-Liter-Flaschen für acht Euro erhältlich. Das Starkbier soll dank einer Chili-Note scharf schmecken. Pfand muss nicht bezahlt werden, schließlich handelt es sich um ein Kunstwerk, das als Erinnerung gerne mit nach Hause genommen werden darf.

+++documenta-Wache am Friedrichsplatz +++

Wie sich bereits bei den letzten documenta-Ausstellungen, wird auch in diesem Jahr eine documenta-Wache direkt für Besucher und Hilfesuchende als Anlaufstelle dienen. Die documenta-Wache ist am Friedrichsplatz, an der Friedrichsplatzrandstraße, zwischen Obere Karlsstraße und Obere Königsstraße zu finden. Es sind dort sowohl uniformierte als auch zivile Beamte im Einsatz.

+++ Reporter vor verschlossenen Türen +++

Am Mittwoch sollten die Journalisten einen ersten Blick auf die documenta-Kunst werfen dürfen. Das klappte nicht immer: Am Gießhaus auf dem Gelände der Universität Kassel stand die Presse vor verschlossenen Türen. Eigentlich sollte dort die Videoinstallation "Crossings" von Angela Melitopoulos zu sehen sein. Auch die Tofufabrik gewährte zunächst keinen Einlass. Dort sollte der Film "Commensal" von Véréna Paravel und Lucien Castaing-Taylor über den Kannibalen Issei Sagawa gezeigt werden.

+++ documenta-Seife: Erst reden, dann waschen +++

"Carved to flow" heißt die Arbeit der Künstlerin O. Nkanga auf der documenta 14 am 07.06.2017 in der Neuen Galerie in Kassel (Hessen). Die zu Türmchen errichteten Seifenstücke werden in einer Performance während der documenta verkauft.
Die Seifenstücke sollen nach und nach verkauft werden. Bild © picture-alliance/dpa

Otobong Nkanga aus Nigeria verkauft den Besuchern Seife. Für 20 Euro gibt es 145 Gramm. Die handgemachten schwarzen Quader sollen das Bewusstsein für den Konsum verändern. Die Aktionskünstler, die die schwarze Seife aus Kohle und sieben Ölen verkaufen, wollen mit den Käufern über ihr Projekt reden. Wer also nur ein Andenken will, geht möglicherweise ohne eines der 45.000 Seifen-Stücke nach Hause.

+++ Dunkle Vitrinen und fehlende Schilder +++

Vitrinen ohne Licht, Kunstwerke ohne Beschriftung und fehlende Wegweiser: Die documenta war zur Eröffnung fürs Fachpublikum alles andere als fertig. Im Museum Grimmwelt wurde Licht in die Schaukästen gelegt, während die ersten Besucher angestrengt auf dunkle Exponate starrten. In manchen Museen fehlte die Beschilderung, um die Kunstwerke von den regulären Exponaten zu unterscheiden.

+++ Hessen bekennt sich zu documenta +++

Der hessische Kulturminister Boris Rhein (CDU) hat sich zur öffentlichen Förderung von Kultur und insbesondere der documenta bekannt. "Wir brauchen Künstler, die anstößig sind. Eine Gesellschaft ohne Kultur ist eine Gesellschaft ohne Innovation; und in einer solchen Gesellschaft will ich nicht leben", sagte Rhein bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der documenta 14.

Videobeitrag

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zum Video Startschuss für documenta 14 in Kassel

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+++ Gänsehaut-Moment zum Auftakt +++

Ein Gänsehautmoment prägt den Auftakt der documenta 14 in Kassel: Der 2013 aus Syrien geflohene Violinist Ali Moraly spielt bei der Pressekonferenz ein Solo basierend auf der "Todesfuge" von Paul Celan. Nach seinem Vortrag herrscht im Saal zunächst ergriffene Stille - bevor Applaus aufbrandet. Moraly verarbeitet in seiner Musik auch seine persönliche Odyssee. Er wurde 1979 in der syrischen Hauptstadt Damaskus geboren. Schon sein Großvater erforschte syrische Liedliteratur. Mehrere Jahre war Moraly mit Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra auf Tournee.

Violinsolo von Ali Moraly bei der Auftakt-Pressekonferenz zur documenta 14
Ali Moraly bei seinem Solovortrag von "Quartain" - basierend auf der "Todesfuge" von Paul Celan. Bild © picture-alliance/dpa

+++ Liveticker aus Kassel +++

Ab heute verwandelt sich Kassel in das Mekka der Kunstwelt. Die weltweite wichtigste Ausstellung für moderne Kunst eröffnet zunächst für das Fachpublikum. Nach der Pressekonferenz, zu der sich Tausende Journalisten aus aller Welt angemeldet haben, gibt es erste Führungen für die Presse. Wir berichten im Liveticker.

MONTAG, 5. JUNI

+++ Lichttest für documenta-Büchertempel +++

Letzte Vorbereitungen: Das Kunstwerk "Parthenon der Bücher" leuchtete am Sonntagabend auf dem Kasseler Friedrichsplatz. Laut Ausstellungsmachern handelte es sich aber um einen Lichttest. Die Nachbildung der Athener Akropolis ist mit über 42.000 verbotenen Büchern verkleidet. Während der Kunstausstellung soll der Tempel jede Nacht leuchten.

FREITAG, 2. JUNI

+++ Performances zur Eröffnung +++

Der Beginn der documenta 14 in Kassel am 10. Juni wird von zahlreichen Performances begleitet. An vielen der 30 Ausstellungsorte werde es am Eröffnungswochenende Aktionen geben, die nur zu bestimmten Zeiten stattfinden, teilte die documenta am Freitag mit. Am Eröffnungstag zeigt unter anderem Georgia Sagri "10 Atem-Partituren für Athen und Kassel", eine Performance, die zeitgleich in beiden Städten im öffentlichen Raum läuft.

Pope L. reist mit seiner "Whispering Campagin" an, deren flüsternde Botschaften bereits in Athen, dem zweiten documenta-Standort, zu hören waren. Auch zahlreiche Musik-Performances sind angekündigt. Informationen über das tägliche Veranstaltungsprogramm gibt es im Informationszentrum der documenta am Friedrichsplatz und in der documenta-Zeitung "Public Paper".

+++ Campingplatz pünktlich eingeweiht +++

Pünktlich zum Start der documenta 14 gibt es in Kassel wieder einen Campingplatz. Am 2. Juni wurde er eingeweiht. Er soll Kunstfreunden mit schmalem Geldbeutel die Möglichkeit bieten, ab 12 Euro auch im Zelt oder Wohnwagen zu übernachten. Er bleibt aber auch danach in Betrieb. Er liegt am Ufer der Fulda und hat eine Straßenbahnanbindung.

Die Stadt Kassel hat dafür 1,5 Millionen Euro in die Hand genommen. Der Betrieb des alten Campingplatzes war vor vier Jahren eingestellt worden, nach einem Brand im Funktionsgebäude. Die Stadt empfand den Verlust des Campingplatzes als Lücke im touristischen Angebot.

MITTWOCH, 31. MAI

+++ Tagestickets kosten 22 Euro +++

documenta-Tageskarten können im Online-Shop der Ausstellung für 22 Euro erworben werden, ermäßigt für 15 Euro. Es gibt auch Abendkarten (10 Euro), Angebote für Familien (50 Euro), Schulklassen (6 Euro pro Person) und Zweitagestickets (38 Euro). Dauerkarten können ausschließlich an Ticketschaltern in Kassel gekauft werden. Im Netz sind auch die geführten Spaziergänge bereits buchbar. Ein Ticket für einen Spaziergang in Kassel kostet 12 Euro zuzüglich der Eintrittskarte. Für feste Gruppen gibt es gesonderte Angebote. Die Spaziergänge dauern zwei Stunden. Es gibt in Kassel vier verschiedene Routen, die gebucht werden können.

Zur Anreise geben die Ausstellungsmacher keine Tipps. Durch eine Kooperation mit der bundesweiten Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" empfehlen sie aber die Nutzung von Fahrrädern bei der Ausstellung: In Kassel steht das öffentliche Leihradsystem Konrad zur Verfügung. Die Anmeldung erfolgt telefonisch oder per Handy-App.

DONNERSTAG, 18. MAI

+++ 16 Meter hoher Obelisk aufgebaut +++

Obelisk für documenta 14
Das nächste große Kunstwerk der documenta in Kassel steht: der 16 Meter hohe Obelisk des nigerianischen Künstlers Olu Oguibe. Bild © picture-alliance/dpa

Das nächste große Kunstwerk der documenta in Kassel steht: Am Donnerstagmorgen wurde in der Innenstadt ein Obelisk, also eine Spitzsäule, aufgebaut. Ein Kran setzte die tonnenschweren Teile des 16 Meter hohen Bauwerks aufeinander.

Dahinter steckt laut den Organisatoren der weltweit bedeutenden Ausstellung der in Nigeria geborene Künstler Olu Oguibe. Seine künstlerische Arbeit in Kassel beziehe sich auf die humanitäre Hilfe, die die Opfer des nigerianischen Bürgerkriegs erhalten hätten. "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" stehe in Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch auf dem Bauwerk.

MITTWOCH, 17. MAI

+++ Null-Euro-Note für documenta gedruckt +++

Null-Euro-Schein
Der 0-Euro-Schein soll ein beliebtes documenta-Souvenir werden. Bild © picture-alliance/dpa

Extra für die documenta hat das Stadtmarketing Kassel eine 0-Euro-Note mit documneta-Motiven gedruckt. Das Souvenir kostet vier Euro, ist null Euro wert und wurde in einer Auflage von 10.000 Stück hergestellt. "Die Scheine werden von derselben Druckerei, die auch den Euro-Schein druckt, hergestellt", sagt Birgit Kuchenreiter vom Kassel Marketing. Die Scheine haben zwar keinen Nennwert, weisen aber die selben Sicherheitsmerkmale wie echtes Geld auf.

Eine erste Auflage der Kasseler Null-Euro-Souvenir-Scheine zeigte den Herkules als Motiv. Diese Scheine waren schnell ausverkauft.

DIENSTAG, 16. MAI

+++ Mehr verbotene Bücher für Parthenon gesucht +++

Die documenta braucht weitere Bücherspenden für das Kunstwerk "Parthenon der Bücher" in Kassel. Es müssten noch 14 Säulen des Tempels verkleidet werden, erklärten die Ausstellungsmacher am Dienstag. Jede Säule ist zehn Meter hoch. Bei der Installation der argentinischen Künstlerin Marta Minujin werden Bücher an ein Gerüst gehängt, das die Athener Akropolis nachbildet.

Die Bücher müssen irgendwo auf der Welt entweder verboten gewesen oder noch verboten sein. Private Spender und Verlage haben bisher 42.000 Bücher zur Verfügung gestellt. 10.000 weitere sind laut den Organisatoren mindestens nötig. Das Aufhängen der Bücher soll auch während der Ausstellung in Kassel weiterlaufen. Am Ende der documenta sollen die Spenden abgehängt und an Besucher verteilt werden.

+++ documenta - Hotels ausgebucht +++

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FREITAG, 5. MAI

+++ documenta setzt aufs Fahrrad +++

Die documenta will ihren Besuchern empfehlen, die Schau mit dem Rad zu erleben. Die Organisatoren werden eine entsprechende Infrastruktur dafür schaffen, sagte documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff in Kassel. Sie ist Schirmherrin der bundesweiten Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit", die dort am Donnerstag startete. Die Ausstellungsmacher setzen unter anderem auf ein Leihradsystem und Fahrradkarten.

Die documenta werde auch Möglichkeiten schaffen, Räder an den Ausstellungsorten sicher abzugeben oder einen Platten reparieren zu können. Mit dem Rad zur Arbeit sollen auch Mitarbeiter und Künstler der Ausstellung kommen: Der örtliche Allgemeine Deutsche Fahrradclub ADFC hat unabhängig vom Aktionstag zu Radspenden für die documenta aufgerufen.

MITTWOCH, 26. APRIL

+++ Steinmeier eröffnet Kunstschau +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) werden die documenta 14 am 10. Juni offiziell eröffnen. "Es ist eine gute Tradition, dass der Bundespräsident das 'Museum der 100 Tage' eröffnet und damit stets erster Gast dieser weltweit größten Ausstellung zeitgenössischer Kunst ist", erklärte Bouffier am Mittwoch in Wiesbaden.

Auch Griechenlands Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos wird bei der Eröffnung anwesend sein. Die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst findet in diesem Jahr gleichzeitig in Athen statt. Dort endet sie am 16. Juli, in Kassel ist sie bis zum 17. September zu sehen.

DIENSTAG, 25. APRIL

+++ Nora Sternfeld wird documenta-Professorin +++

Wichtige Personalie kurz vor Beginn der documenta 14 in Kassel: Wie die Universität Kassel am Dienstag mitteilte, übernimmt Nora Sternfeld die neue documenta-Professur an der Kunsthochschule. Die 41-jährige Österreicherin soll sich unter anderem in den Aufbau eines documenta-Institutes einbringen, das auch das bestehende Archiv umfassen soll.

Sie wolle vor allem Kassel als "international relevanten Standort für Ausstellungstheorie und -praxis positionieren, auch in der Zeit zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Ausstellungen", kündigte Sternfeld an. Sie tritt die Professur zum 1. Januar 2018 an, übernimmt aber schon im Sommersemester einen Lehrauftrag in Kassel. Derzeit lehrt sie an der Aalto-Universität in Helsinki.

MONTAG, 24. APRIL

+++ Fehlender Rauch irritiert Kassel +++

Das Fehlen des weißen documenta-Rauchs über Kassel hat am Montag Irritationen ausgelöst. Das Kunstwerk "Expiration Movement" des Künstlers Daniel Knorr, bei dem künstlicher Rauch aufsteigt, war am Montag nicht zu sehen. Wie die documenta-Organistatoren am Mittag mitteilten, orientierten sich die Rauchzeiten an den Öffnungszeiten in Athen. Dort sei Montags geschlossen, deswegen rauchte es in Kassel nicht.

DONNERSTAG, 20. APRIL

+++ Erste Bücher am documenta-Tempel +++

Eines der spektakulärsten Kunstwerke der documenta in Kassel nimmt Gestalt an: Die ersten Bücher am "Parthenon der Bücher" sind jetzt aufgehängt worden. Bis dahin hatten Arbeiter das Gerüst auf dem Kasseler Friedrichsplatz montiert, das die Athener Akropolis nachbildet. Das Anbringen der Bücher soll weitergehen - auch nach dem Start der documenta 14 in Kassel.

42.000 Bücher seien bisher für die Installation der argentinischen Künstlerin Marta Minujin gespendet worden, heißt es von den Organisatoren der Ausstellung. Es handelt sich dabei um Bücher, die verboten waren oder es noch in einigen Ländern sind. Die Künstlerin will ein Zeichen gegen das Verbot von Texten und die Verfolgung ihrer Verfasser setzen. Um die Bücher am Tempel vor Umwelteinflüssen zu schützen, werden sie in Hüllen vakuumverpackt.

+++ Jesuswort auf documenta-Obelisk +++

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Ein Jesus-Wort wird den mehr als 16 Meter hohen Obelisken zieren, der als Erkennungszeichen für die kommende Kunstausstellung documenta 14 in Kassel entstehen soll. Das Zitat aus dem Matthäus-Evangelium "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" werde in Deutsch, Türkisch, Englisch und Arabisch auf dem bis zu 1,8 Meter breiten Bauwerk stehen, verriet der aus Nigeria stammende US-Künstler Olu Oguibe der "Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen" (HNA) am Donnerstag.

Der 52 Jahre alte Professor, Kurator und Künstler baut das Monument auf dem zentralen Kasseler Königsplatz. Der Künstler ist Sohn eines Predigers, aber nach eigenem Bekunden nicht religiös. Er sagte, dass Jesu Aufforderung, Fremde aufzunehmen, evangelikale Christen in den USA, die die Grenzen für Flüchtlinge schließen, mehr provozieren müsste, als etwa ein Zitat von Immanuel Kant.

SONNTAG, 9. April

+++ 3.000-Kilometer-Ritt nach Kassel gestartet +++

Kaum hat die documenta 14 in Athen begonnen, ist das erste Kunstwerk unterwegs nach Kassel:  "The Transit of Hermes" heißt die Performance des schottischen Konzeptkünstlers Ross Birell, zu der am Sonntag vier Reiter auf ihren Pferden am Fuße der Akropolis losgeritten sind. Als "mobiles, partizipatorisches, menschlich-pferdeartiges, 100 Tage andauerndes Ensemble" legen sie eine Strecke von 3.000 Kilometern zurück. Der Weg von Griechenland über Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich nach Deutschland zeichnet auch eine Flüchtlingsroute nach.  Ankommen sollen die Reiter am 9. Juli, einen Monat nach der documenta-Eröffnung in Kassel.

SAMSTAG, 8. April

+++ Bundespräsident Steinmeier in Athen: Für ein starkes Europa +++

Frank-Walter Steinmeier
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Bild © Imago

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Athen zur Überwindung politischer und ökonomischer Gräben aufgerufen und für ein starkes "Europa der 27" plädiert. Bei der Eröffnung der Kunstausstellung documenta 14 sagte er am Samstag für Griechenland sei die Eurokrise mit den notwendigen Umbrüchen in Wirtschaft und Gesellschaft ein tiefer Einschnitt gewesen. Noch dazu verlange die Flüchtlingskrise dem Land enorme Leistungen ab - Griechenland habe dden Krieg in Syrien und die Krise in der Türkei in unmittelbarer Nachbarschaft. Aus europäischer Perspektive sei die Unterstützung Griechenlands in den letzten Jahren gleichzeitig eine "beispiellose Solidaritätsleistung gewesen", sagte Steinmeier in seiner Rede.

+++ documenta in Athen offiziell eröffnet +++

Zwei Monate vor dem Beginn der documenta in Kassel feiert die Kunstausstellung ihren Auftakt in Athen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete die Schau gemeinsam mit dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos. Die weltweit bedeutende Kunstschau steht unter dem Motto "Von Athen lernen" und hat auch die Finanz- und Schuldenkrise zum Thema. Die Ausstellung in Athen ist bis zum 16. Juli zu sehen. Die documenta in Kassel ist vom 10. Juni bis 17. September geöffnet. Die Künstler waren aufgefordert, für jeden der beiden Orte eine Arbeit zu entwickeln.

FREITAG, 7. April

+++ Erste Eindrücke auf dem Philopapposhügel +++

Videobeitrag

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zum Video documenta 14 steht kurz vor der Eröffnung

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Am Samstag eröffnet die 14. documenta in Kassels Partnerstadt Athen. Auf dem Philopapposhügel können bereits erste Eindrücke von der documenta-Kunst gesammelt werden. Die Meinungen der Griechen über die Ausstellung in ihrem Land gehen auseinander.

Weitere Informationen

arte taucht ein in kulturelle Szene Athens

Seit Jahren ist Athen Schauplatz von Flucht, Armut und Schuldenrkrise. Nun auf einmal ist die Stadt documenta-Spielort. Wie leben die Künstler hier? Was können wir von Athen lernen? Die neunteilige Serie "Art and Survival" auf arte taucht ein in die kulturelle Szene der griechischen Hauptstadt

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+++ Alle Veranstaltungsorte in Kassel stehen fest +++

Unter den 28 Plätzen der documenta in Kassel sind viele traditionelle Standorte, aber auch einige ungewöhnliche. Das geht aus einer Liste hervor, die in Athen veröffentlicht wurde. Dort startet die documenta am Samstag.

Die meisten Orte haben schon eine längere documenta-Tradition: etwa das Gießhaus, das Museum Fridericianum oder die Orangerie. Ein großer Teil der Ausstellungsorte sind Museen. Die alte Hauptpost und die Gottschalk-Halle auf dem Universitätsgelände sind neu hinzugekommen, ebenso die 2015 eröffnete Grimmwelt. Öffentliche Plätze werden ebenso einbezogen, wie in Kassel zum Teil jetzt schon zu beobachten ist: Auf dem Friedrichsplatz entsteht gerade das Kunstwerk "Partheon der Bücher" und auf dem Königsplatz wird ein Obelisk aufgebaut.

+++ Weißer Rauch über Kassel +++

Zur Eröffnung der documenta 14 für das Publikum am Samstag in Athen wird es auch ein künstlerisch gedachtes Zeichen in Kassel geben. Von Samstag an wird über die gesamte Dauer der Ausstellung von 163 Tagen täglich von 10 bis 20 Uhr weißer Rauch von einem Turm aus aufsteigen. Dabei handelt es sich um die Arbeit des Künstlers Daniel Knorr mit dem Titel "Expiration Movement". Der Rauch steigt von der Spitze des Zwehrenturms in Kassel auf. Damit soll ein "optimistischer und warmer Gruß" in die documenta-Stadt Athen gesendet werden.

DONNERSTAG, 6. APRIL

+++ documenta in Athen für Fachpublikum eröffnet +++

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zum Video Documenta 14 wird in Athen eröffnet

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Mit einer Performance hat die documenta in Athen für das Fachpublikum geöffnet. Vor rund 1.000 Gästen erklärt der künstlerische Leiter Adam Szymczyk das Ausstellungskonzept: Man wolle politische Statements setzen, "raus aus der Kunst-Komfortzone Mitteleuropas hin zum krisengeschüttelten Rand des Kontinents", sagte er. Bei dem Festakt traten auch Freunde des 2006 in Kassel ermordeten NSU-Opfers Halit Yozgat ans Mikrofon und plädieren für eine Überwindung von Nationen und den Aufbau einer "Gesellschaft von Menschen".

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documenta Eröffnungstag

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Die offizielle Eröffnung der documenta ist am kommenden Samstag. Rund 150 Künstler stellen ihre Werke an 37 Schauplätzen aus. Zum Programm gehören Musik und Tanz, Film und Debatten, Radiosendungen und Fernsehprogramme, politische Aktionen, Essen, Trinken, Spazierengehen und so viele Performances wie nie zuvor. Die ganze Stadt soll 100 Tage lang zur "sozialen Skulptur" werden.

+++ Bürgermeister: "Historischer Moment" für Athen +++

Als "historischen Moment" hat Athens Bürgermeister Yiorgos Kaminis die bevorstehende Eröffnung der Weltkunstausstellung documenta 14 an dem griechischen Standort bezeichnet. Die Stadt werde dadurch ein Brennpunkt des internationalen kulturellen Interesses und künstlerischer Aktivität, sagte er nach einer Mitteilung vom Donnerstag. In Athen ist die documenta von Samstag an bis zum 16. Juli zu sehen, in Kassel dann vom 10. Juni bis 17. September.

MITTWOCH, 5. April

+++ Gerüstbau für "Parthenon of Books" +++

Für das documenta-Kunstwerk "Parthenon der Bücher" laufen in Kassel die Aufbauarbeiten. Auf dem Friedrichsplatz in der Innenstadt rüsten Arbeiter für die Idee der argentinischen Künstlerin Marta Minujin eine Stahlkonstruktion ein. Sie wird den berühmten Tempel der Göttin Athene in Kassel in Originalmaßen aus indizierten Büchern nachbauen. Minujin will damit ein Zeichen gegen das Verbot von Texten setzen. Dafür werden rund 100.000 Bücher aus aller Welt gesammelt, die entweder früher verboten waren und heute wieder gedruckt werden oder immer noch verboten sind.

MONTAG, 3. APRIL

+++ documenta-Programm: Opern, Oliven und Schulden +++

Bei vielen documenta-Veranstaltungen in Athen lässt sich bislang nur rätseln, was sich dahinter steckt. Jetzt haben die Veranstalter zumindest für die Auftaktwoche etwas Licht ins Programm gegeben. Von Oper über Tanz bis hin zu einer Bootsfahrt ist einiges dabei, wenn die documenta 14 am kommenden Samstag in Athen startet. An fast 50 Ausstellungsorten werden die Werke und Performances der 160 teilnehmenden Künstler zu sehen sein.

Die argentinische Künstlerin Marta Minujín plant demnach eine Performance mit dem Titel "Payment of Greek Debt to Germany with Olives and Art", übersetzt etwa "Bezahlung griechischer Schulden an Deutschland mit Oliven und Kunst". Das Duo aus der Französin Marie Cool und dem Italiener Fabio Balducci wiederum lädt im Nationalen Museum für zeitgenössische Kunst zu einer dauerhaften Installation mit täglichen Aktionen ein - und zwar "sobald die Sonne in die Galerieräume scheint".

+++ Auf den Spuren der documenta in Athen +++

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Sehen fast aus wie ein geheimer Code: Plakate der documenta in der Innenstadt von Athen

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Kunst des Überlebens und Erinnerns - auf den Spuren der documenta 14 in Athen

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"Von Athen lernen", heißt der Arbeitstitel der documenta in Athen. hr-Reporterin Wiki Katopi ist in die griechische Hauptstadt gereist, um herauszufinden, was das heißt. Sie hat dabei viel über Erinnerungskultur erfahren und über Kunstprojekte, die sich mit den Deportationen während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg und mit der Militärdiktatur auseinandersetzen.

FREITAG, 31. MÄRZ

+++ Letzte Vorbereitungen in Athen +++

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An der Hochschule der Bildenden Künste in Athen arbeitet der australische Künstler Gordon Hookey an einem Mural für die documenta

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eine Woche vor dem Start: Letzte Vorbereitungen für documenta in Athen

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Eine Woche vor der Eröffnung der Ausstellung in Athen laufen in der griechischen Hauptstadt die letzten Vorbereitungen. So werkelt der australische Künstler Gordon Hookey an der Hochschule der Bildenden Künste an einem großflächigen Mural. Und die kubanisch stämmige Künstlerin Maria Magdalena Campos-Pons installiert in der Hochschule ihre Soundinstallation "Matanza Sound Map". Die documenta bespielt in Athen insgesamt rund 50 Orte.

+++ Erste Bauzäune auf dem Friedrichsplatz +++

Aufbau des "The Parthenon of Books" in Kassel
Aufbau des "The Parthenon of Books" in Kassel Bild © picture-alliance/dpa

Mitarbeiter der documenta haben auf dem Kasseler Friedrichplatz die ersten Bauzäune für das Kunstwerk von Marta Minujin errichtet. Die argentinische Künstlerin will auf dem Platz einen Tempel aus Büchern errichten, die verboten waren oder immer noch verboten sind. Am 3. April 2017 beginnt die Konstruktion des Stahlgerüsts und der Säulen für "The Parthenon of Books". Zum Ende der documenta soll der Bücher-Tempel zerstört werden, damit die Werke mitgenommen und gelesen werden können.

Darüber hinaus entsteht nach Angaben der documenta auf dem Friedrichsplatz eine Installation des Arnold-Bode-Preisträgers Hiwa K. Dafür wird ab 6. April die Baustelle eingerichtet.

MITTWOCH, 29. MÄRZ

+++ documenta-Shuttle ist gestartet +++

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zum Video Erster documenta-Flug von Calden nach Athen

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Zum ersten Mal findet die documenta in diesem Jahr an zwei Standorten statt - nämlich in Athen und Kassel.  Wer will, kann die beiden Ausstellungsorte über den Kassel Airport aus erreichen. Am Mittwochabend ist von dort der erste "documenta-Shuttle" der griechischen Fluggesellschaft Aegean Airlines nach Athen gestartet.


"Das ist eine tolle Bereicherung für unseren Sommerflugplan", sagte Flughafensprecherin Natascha Zemmin zu hessenschau.de. Im Augenblick sei die Nachfrage noch überschaubar. Die Flüge im April seien aber bereits gut ausgelastet. Die documenta in Athen startet am 8. April, in Kassel am 10. Juni. Der "documenta-Shuttle" verkehrt bis zum 23. Juni mittwochs und freitags. Ein Tagesausflug oder eine Wochenendreise sind so nicht möglich. Die Preise starten bei 65 Euro pro Verbindung.

SONNTAG, 26. MÄRZ

+++ Mensch-Pferd-Ensemble reitet von Athen nach Kassel +++

Vier Reiter wollen während der documenta 14 die Strecke von Athen nach Kassel mit Pferden zurücklegen und die beiden Ausstellungsorte miteinander verbinden. Auf dem Weg durch Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich zeichnen sie auch eine der Fluchtrouten quer durch Europa nach. Die Idee hatte der schottischen Konzept-Künstler Ross Birrell. Er kündigte laut documenta-Homepage ein "mobiles, partizipatorisches, menschlich-pferdeartiges,100 Tage andauerndes Ensemble" an. Der Ritt beginnt am 9. April, einen Tag nach der documenta-Eröffnung in Athen. Ankommen sollen die Reiter am 9. Juli in Kassel.

FREITAG, 24. März

+++ Pläne der documenta werden konkreter +++

Der Musenhügel Philopappos, der Kotzia-Platz vor dem Athener Rathaus, das neue Nationale Museum für Zeitgenössische Kunst, sogar der Karaiskaki-Platz in der Hafenstadt Piräus: Die documenta 14, die am 8. April in Athen beginnt, wird in der griechischen Hauptstadt fast 50 unterschiedlichste Locations bespielen. Am Freitag stellte das documenta-Team eine Auswahl der Veranstaltungsorte vor. Auch in Kassel, wo das "Museum der 100 Tage" vom 10. Juni bis 17. September stattfindet, werden nahezu alle öffentlichen Museen zu Schauplätzen der documenta.

+++ Neue Galerie Kassel schafft Platz für documenta +++

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zum Video Neue Galerie räumt ihre Kunstsammlung ins Depot

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Für die documenta räumt die Neue Galerie in Kassel ihre Räume fast komplett leer. Insgesamt müssten mehr als 200 Kunstwerke entfernt und im Depot des Hauses untergebracht werden. Nur einige wenige Werke wie etwa die empfindliche Rauminstallation "Isola" von Mario Merz blieben an ihrem Ort, sagte Bernd Küster, Direktor des Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Das Werk werde komplett "eingehaust" und nicht zu sehen sein. Ebenfalls an seinem Ort erhalten und weiter zugänglich bleibe der Beuys-Raum mit der zentralen Installation "Das Rudel".

DIENSTAG, 21. MÄRZ

+++ Minister weist Unterfinanzierung zurück +++

Kunstminister Boris Rhein (CDU) hat die Vorwürfe von documenta-Chefin Annette Kulenkampff einer zu geringen öffentlichen Förderung der Kunstschau zurückgewiesen. Das Land Hessen unterstütze die documenta so stark wie nie zuvor, erklärte er. Rhein verwies darauf, dass sein Ministerium die documenta 14, ihre Vorbereitung sowie den Ausstellungsbetrieb im Museum Fridericianum mit rund 13,8 Millionen Euro unterstütze. "Seit Bestehen der documenta wurden die Zuwendungen des Landes unter Beachtung des geltenden Haushaltsrechts und der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers kontinuierlich den steigenden Anforderungen angepasst", erklärte der Minister. Hier nun von einer Unterfinanzierung zu sprechen, halte er für nicht angemessen.

MONTAG, 20. März

+++ Geschäftsführerin: documenta nicht ausreichend finanziert +++

documenta-Chefin Annette Kulenkampff will mehr öffentliche Gelder für die alle fünf Jahre stattfindende Kunstschau. "Dass sich die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst zur Hälfte selbst finanzieren muss, ist auf Dauer nicht tragfähig", sagte Kulenkampff im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Für die in diesem Jahr stattfindende documenta 14 gibt es einen Finanzrahmen von 34 Millionen Euro. Rund die Hälfte des Geldes kommt vom Land Hessen, der Stadt Kassel und der Kulturstiftung des Bundes. Die andere Hälfte muss die documenta selbst erwirtschaften. "Im Verhältnis zur Finanzierung von Theatern ist die documenta durch die öffentliche Hand unterfinanziert", sagte Kulenkampff.

+++ documenta-Ticket kostet 22 Euro +++

Im Gespräch mit der dpa nannte documenta-Chefin Annette Kulenkampff die Eintrittspreise für die Kunstschau. Das Tagesticket kostet 22 Euro, zwei Tage documenta sind für 38 Euro zu haben und eine Dauerkarte kostet einen Euro pro Tag, also 100 Euro in Kassel. Viele der Ausstellungsorte in Athen sind kostenfrei zugänglich, die meisten Partnerinstitutionen dort erheben ihre regulären Eintrittspreise.

+++ Noch viele Großbaustellen vor Start der Kunstschau +++

Wenige Wochen vor Start der documenta wird an vielen Straßen in Kassel noch kräftig gebaggert. Nach Angaben der HNA sind gleich mehrere Verkehrsachsen betroffen. Ihren Höhepunkt erreichen die Bauaktivitäten demnach in den Osterferien.

DIENSTAG, 14. MÄRZ

+++ Kassel bekommt 16-Meter-Obelisk +++

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zum Video Ein Obelisk für die Kasseler documenta

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Ein 16 Meter hoher Obelisk wird in Kassel als weithin sichtbares Erkennungszeichen der documenta 14 errichtet. Es handele sich um eine "künstlerische Arbeit, die auf dem Königsplatz aufgestellt und gestaltet wird", sagte documenta-Sprecherin Maxie Fischer. Wer der Künstler ist und was er damit ausdrücken möchte - dass wollten die documenta Verantwortlichen noch nicht verraten.

SAMSTAG, 11. MÄRZ

+++ 150 Künstler zur documenta eingeladen +++

150 Künstler zeigen auf der documenta 14 neue Werke. Diese Zahl nannte der künstlerische Leiter, Adam Szymczyk, im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Mitwirkende im Sinne von lebenden Künstlern, die schriftlich eingeladen wurden, aktuelle Arbeiten zu zeigen. Dazu kommen einige historische Positionen sowie Leihgaben aus Museen und Archiven", sagte der gebürtige Pole, der die Ausstellung verantwortet.

DIENSTAG, 7. MÄRZ

+++ Athener Museum zieht ins Fridericianum +++

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documenta-Leiter Adam Szymczyk und Katerina Koskina, Leiterin des Nationalen Museums für Zeitgenössische Kunst (EMST) in Athen bei einer Pressekonferenz in Kassel

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Werke aus Athener Museum ziehen nach Kassel

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Das Museum für Zeitgenössische Kunst (EMST) in Athen zeigt zur documenta in Kassel einen Teil seiner Ausstellung im Fridericianum. Insgesamt sollen etwa 230 Werke von 70 Künstlern zu sehen sein. Das kündigten der künstlerische Leiter der documenta, Adam Szymczyk, und die EMST-Direktorin Katerina Koskina in Kassel an.

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