Deutsches Filmmuseum Frankfurt
Im Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt Bild © Uwe Dettmar / Deutsches Filminstitut

Ungeachtet eines Shitstorms bleibt der Hessenpark mit seinem Modell des freien Eintritts für Flüchtlinge nicht allein. Auch das Filmmuseum Frankfurt sieht darin einen Beitrag zur Integration. Und weitere Angebote sind schon in Planung.

Es war reiner Zufall: Just an dem Tag, an dem das Freilichtmuseum Hessenpark auf seiner Facebookseite mit einem Shitstorm zu kämpfen hatte, verschickte das Deutsche Filmmuseum Frankfurt eine Pressemitteilung, die den Mob ähnlich erzürnen dürfte. "Geflüchtete und ihre Begleitpersonen erhalten künftig freien Eintritt in die Ausstellungen des Deutschen Filmmuseums", heißt es da.

Genau das, der freie Eintritt für Flüchtlinge, hatte dem Hessenpark den Shitstorm beschert. Sogenannte "Besorgte Bürger" hatten seine Facebookseite mit Hasskommentaren und schlechten Bewertungen geflutet.

Beitrag zur Integration

Die Intention des Filmmuseums sei einfach erklärt, sagt Frauke Haß, die Sprecherin des Hauses: "Wir bekommen zu 99,5 bis 99,9 Prozent Anfragen von Einrichtungen, die minderjährige Flüchtlinge betreuen. Deren Besuch wollen wir einfach unbürokratisch handhaben." Der Zeitpunkt der eigenen Mitteilung sei vielleicht "undankbar" gewesen. Frauke Haß hofft allerdings auch darauf, von einem ähnlichen Shitstorm verschont zu bleiben, denn "darauf kann man sich ja nicht vorbereiten."

Schon seit einigen Monaten biete das Filmmuseum außerdem monatlich einen Filmabend an, bei dem sich unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Frankfurter Jugendliche begegnen und austauschen können. Projekte wie diese seien ein Beitrag zur aktiven Integration.

"Menschen sollen in Kultur eintauchen"

Genau so sieht das der Hessenpark, der sein Preismodell am Dienstag gegen Kritik verteidigte: "Als Landeseinrichtung will der Hessenpark einen Beitrag zur Integration leisten und ein Zeichen setzen, dass Flüchtlinge in Hessen willkommen sind", schreibt das Museum in einer Mitteilung. Und weiter: "Menschen sollen im Museum in die Geschichte und Kultur der Region eintauchen und dadurch eine Verbindung zu ihrer neuen Umgebung aufbauen können." Viele andere Kultureinrichtungen in ganz Deutschland gewährten deshalb begleiteten Flüchtlingsgruppen freien Eintritt.

In der Tat: Auch andere hessische Einrichtungen versuchen, Geflüchtete über kulturelle Angebote zu integrieren. Die Kasseler Museumslandschaft arbeitet an einem Kulturprogramm für Flüchtlinge, das nach Angaben einer Sprecherin aber noch in den Planungs-Startlöchern steht.

Kostenlose Führungen durch städtische Museen

In Frankfurt kommen Flüchtlinge seit September 2015 auch kostenlos ins Senckenberg Naturkundemuseum. Und das Kulturamt der Stadt arbeitet nach eigenen Angaben an einem Projekt, das Asylsuchenden kostenlose Führungen durch die städtischen Einrichtungen ermöglichen soll. Der Start wird voraussichtlich im März sein.

Schon seit dem 1. Januar sind Flüchtlinge und ihre Begleiter in städtischen Einrichtungen den Inhabern des Frankfurt- oder Kulturpasses gleichgestellt, zahlen also nur einen Euro Eintritt. Die Begründung auch hier: Kultur leiste einen wichtigen Beitrag zur Integration.

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