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Mit hessischen Fördergeldern produziert: Julia Koschitz und Jannis Niewöhner in "Jonathan" Bild © Jeremy Rouse

Wenn am Donnerstag in Berlin das 66. Berlinale-Filmfestival beginnt, sind auch zwei mit hessischen Geldern geförderte Streifen am Start. Und in der Landesvertretung geben sich bei Riesling und Ebbelwei Prominente ein Stelldichein.

"Man sieht tolle Filme und genießt das Get together der Filmbranche." So beschreibt Hans Joachim Mendig, der neue Geschäftsführer der HessenFilm und Medien GmbH, seine Vorfreude auf die diesjährige Berlinale. Den Eröffnungsfilm werde er sich nicht entgehen lassen, "Hail, Caesar!“ von den Coen-Brüdern - eine skurrile Komödie rund um die Filmbranche. "Ich freue mich aber auch auf die beiden von Hessen geförderten Filme 'L'avenir' mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle und 'Jonathan' von Piotr J. Lewandowski“, so Mendig.

"Jonathan" schon jetzt preisgekrönt

"Jonathan" hat seine Weltpremiere innerhalb der Berlinale-Sektion "Panorama". Es geht um einen Jungen, der seit Jahren seinen schwerkranken Vater pflegt und gleichzeitig den Bauernhof der Familie bewirtschaftet.

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66. Berlinale in Berlin

Ab Donnerstag gibt es wieder ganz großes Kino: Auf der Berlinale sind bis 21. Februar 434 Filmproduktionen zu sehen. Davon laufen 23 Filme im Wettbewerb, 18 konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am 20. Februar verliehen werden.

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Vor drei Jahren hatte der Regisseur bereits den Hessischen Filmpreis für das Drehbuch erhalten. Der Film startet Anfang Mai in den Kinos. Lewandowski stammt aus Warschau und hat an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studiert. Bekannt geworden ist er durch die hessische Comedy-Serie "Götter wie wir".

Bäumer und Trotta beim Ebbelwei

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Der rote Teppich wird vorbereitet Bild © Stefan Müller/hessenschau.de

Die hessische Filmszene blickt auch deshalb gespannt nach Berlin, weil sich der neue HessenFilm-Geschäftsführer Mendig dort zum ersten Mal offiziell vorstellen wird. Der traditionelle Empfang in der Landesvertretung ist dafür vorgesehen – es gibt wie immer Ebbelwei, Riesling aus dem Rheingau und jede Menge Stars.

Auf der Gästeliste stehen Regisseurin Margarete von Trotta ("Hannah Arendt") sowie die Schauspielerinnen Marie Bäumer ("Im Angesicht des Verbrechens"), Bibiana Beglau ("Schuld") und Margarita Broich aus dem hr-Tatort. Ebenfalls eingeladen zum Hessen-Empfang sind die Schauspieler Ulrich Matthes (hr-Tatort "Im Schmerz geboren") und Matthias Koeberlin, Darsteller des Frankfurter Kommissars Marthaler in den TV-Verfilmungen der Krimis von Jan Seghers.

Neuer Förderschwerpunkt Doku-Film

Vom Branchentreff erwarten sich Hessens Filmemacher, Festivalveranstalter und Produzenten aber auch Details zur künftigen Gestaltung der kulturellen und wirtschaftlichen Filmförderung. Wie HessenFilm-Geschäftsführer Mendig hessenschau.de sagte, wurde das Fördersystem neu und effizienter aufgebaut. Auch die Website hessenfilm.de ist neu.

Schwerpunkte sieht er künftig bei den Dokumentarfilmen. Zuletzt war Marc Bauders Wirtschaftsdoku "Master of the Universe" mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Europäischen Filmpreis 2014. Den kritischen Blick ins Investmentbanking hatte der hr mitproduziert.

Hessische Nachwuchsfilmer beim Festival

Die Nachwuchsarbeit soll laut Mendig künftig größeren Stellenwert bekommen. Vor allem soll es Anreize dafür geben, "damit die jungen Kreativen auch in Hessen bleiben".

Zumindest für die nächsten zehn Tage zieht die Karawane aus Hessen aber nach Berlin. Für Nachwuchsfilmer gibt es im Theater Hebbel am Ufer den Talente-Campus, auf dem auch der Kurzfilm "In Limbo" von Susan Gordanshekan gezeigt und diskutiert wird. Er beschreibt die Odyssee einer jungen Iranerin auf dem Frankfurter Flughafen.

Auf dem europäischen Filmmarkt der Berlinale zeigt die hessische Film- und Medienakademie (hFMA) zehn Kurzfilme aus den Filmklassen in Kassel, Offenbach und Darmstadt. Das Motto: "Hessen Talents". Der ehemalige Filmstudent Julius Schultheiß aus Marburg zeigt in der Berlinale-Reihe "Perspektive Deutsches Kino" seinen Spielfilm "Lotte", den er aus eigener Tasche und per Crowdfunding finanziert hat. Schultheiß machte vor drei Jahren seinen Abschluss an der Filmklasse der Kunsthochschule Kassel.

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