Schauspielerin Lea Freund "Anna" sitzt auf einem roten Traktor in einer Scheune
Country-Girl Anna (Lea Freund) hat auch einen Traktor fest im Griff. Bild © hessenschau.de/Caroline Wornath

Anna ist bieder, Chiara wird gemobbt, Sophie ist die coole Schönheit und plötzlich mischt Chloé noch das Dorfleben auf. Um Liebe, Gezicke und das Erwachsenwerden dreht sich die Webserie "Country Girls". hessenschau.de schaut hinter die Kulissen der Dreharbeiten.

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"Ach, ist das schön hier!" - "Boah, aber ganz schön warm." Bestens gelaunt erobert eine Gruppe junger Schauspielerinnen und Schauspieler einen der Drehorte für die Webserie "Country Girls".

Dass es in der Scheune dezent nach muffigen Socken riecht und die Location auch sonst keinen besonders hohen Glamour-Faktor hat, ignorieren die Jungdarsteller. Gedreht wird schließlich kein Hochglanz-Hollywood-Streifen, sondern eine Webserie, die der Hessische Rundfunk für "funk", das Content-Netzwerk von ARD und ZDF produziert.

Vier Mädels werden erwachsen

In der Serie dreht sich alles um vier junge Mädchen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden. Wie der Titel "Country Girls" ahnen lässt, leben Anna, Sophie, Chloé und Chiara auf dem Land. "Den perfekten Drehort für unser Dorf haben wir allerdings in Frankfurt gefunden", lacht Redakteurin Tanja Nadig.

Der Stadtteil Harheim im Frankfurter Norden liefert die perfekte Kulisse. Nicht nur die Scheune, in der am Abend eine konfliktträchtige Partyepisode gedreht wird, ist dort zu finden. "Einige Szenen sind halb-dokumentarisch, weil Teile unserer Geschichte auf dem echten Dorffest spielen", erklärt Regisseurin Laura Laabs. Die Besucher des Harheimer Bornfests wurden samt Wurst und Bier kurzerhand integriert.

Dreharbeiten für Country Girls aus der Sicht des Kameramanns
Partydreh in der Scheune aus Sicht des Kameramanns. Bild © hessenschau.de/Caroline Wornath

23 Tage dauern die Dreharbeiten, und am Ende entsteht eine zehnteilige Webserie, bei der jeder Teil zehn Minuten dauert. "Die fertigen Episoden muss man sich wie längere Musikvideos vorstellen", erklärt Laabs . Die Geschichten der Hauptfiguren werden in kurzen Sequenzen mit schnellen Schnitten erzählt. Die Zielgruppe? Jung und vornehmlich weiblich.

Zeitlose Thematik: Sorgen und Nöte von Teenagern

Dabei könnten sich mit dem großen Themenkomplex rund um das Erwachsenwerden eigentlich alle Altersklassen identifizieren. Die einen stecken mittendrin, die anderen erinnern sich gerne oder mit Schrecken daran. Schauspielstudentin Annalisa Stephan aus Offenbach spielt die Rolle der Chiara. "Meine eigene Jugend ist ja noch gar nicht so lange her, doch für die Teenager von heute ist alles deutlich stressiger", so empfindet es die 24-Jährige.

Sie sah sich früher den Erwartungen von Familie, Lehrern und Freunden ausgesetzt, für die aktuelle Teenagergeneration kommt noch die Netzwelt hinzu. Die ständige Präsenz auf Instagram, Snapchat und WhatsApp sorgten für enormen Druck. Zumal die Jugendlichen im Netz dem direkten und ungefilterten Feedback ausgesetzt seien.

Die Girls auf Instagram begleiten

Dieses Thema spielt auch bei den "Country Girls" eine Rolle. Und natürlich haben Anna, Sophie, Chiara und Chloé Instagram-Profile, die sie eifrig füttern und die kurz vor dem für Oktober geplanten Start der Web-Serie online gehen sollen. Zu sehen sind die Folgen über die Webseite von funk, die App und den Youtube-Kanal der Serie.

Während in der mit aufblasbaren Flamingos, Wimpelgirlanden und Glitzermobile dekorierten Scheune eine wilde Partyszene gedreht wird, betrachtet Autorin Rebecca Rahn mit großer Ruhe das Geschehen. Es sei toll zu sehen, wie ihre Geschichten zum Leben erwachen. "Klar, man muss da auch loslassen können und der Regie vertrauen."

Geballte Frauenpower bei der Produktion

Vorbereitungen für einen Party-Dreh, bei dem ein Trinkspiel gespielt werden soll.
Noch hört das Team konzentriert auf die Anweisung der Regisseurin, wenig später geht es bei einem Trinkspiel hoch her. Bild © hessenschau.de/Caroline Wornath

Das dürfte ihr bei dieser Produktion relativ leicht fallen, da Rahn und Regisseurin Laabs an der Filmuniversität Babelsberg Studienkolleginnen waren. "Mit dieser Zusammenarbeit geht für uns ein Herzenswunsch in Erfüllung", freut sich Rahn über die geballte Frauenpower am Set.

Die wird komplettiert durch die vier Hauptdarstellerinnen, allesamt Nachwuchs-Schauspielerinnen. Annalisa Stephan (Chiara) aus Offenbach und Anna Luca Hohner (Sophie), gebürtige Frankfurterin, besuchen aktuell noch die Schauspielschule in Mainz, Lea Freund (Anna) studiert in Berlin.

Romina Küper (Chloé) stand schon als Zehnjährige auf Laienbühnen. "Irgendwie war es klar, dass ich Schauspielerin werde", lacht die 25-Jährige und murmelt wenig später Textpassagen in die Luft. "Sorry, ich muss schon für die nächste Rolle üben, Dreh morgen in Berlin."

An Fortsetzungsideen mangelt es nicht

Autorin Rahn hat auch schon Ideen für ihre Zeit nach den Dreharbeiten in Frankfurt. "Wenn ich einzelne Personenkonstellationen hier am Set zusammenstehen sehe, dann kommen mir Geschichten für eine Fortsetzung in den Sinn", lacht sie.

Im Hintergrund heißt es "Danke, Szene erledigt, Umbau bitte", doch das gerade in der Szene benötigte Gekicher und Gegiggel will nicht enden. Da sind junge Leute mit viel Spaß am Werk. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein. Ab Mitte Oktober bei funk.

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