Asfa-Wossen Asserate
Nein zum "Kampf der Kulturen": Prinz Asfa-Wossen Asserate. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Schriftsteller Asfa-Wossen Asserate ist am Samstag in Kassel mit dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache ausgezeichnet worden. Die Jury lobte den äthiopischen Prinzen aus Frankfurt für seinen besonderen Erzählton.

Asserate erhalte den mit 30.000 Euro dotierten Preis dafür, dass er ein sorgfältiger Beobachter der Deutschen, ihrer Umgangsformen und ihrer Sprache sei, begründete der Bamberger Sprachwissenschaftler Helmut Glück die Entscheidung der Jury. Asserates gehobener Erzählton sei feinfühlig und mitreißend zugleich, stets sachlich, aber auch ironisch und mitunter von herrlicher Komik. Dies sei beeindruckend für einen Schriftsteller, dessen Muttersprache nicht das Deutsche sei, sagte Glück.

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Der Preisträger

Prinz Asfa-Wossen Asserate ist ein Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers. Der Schriftsteller, Historiker und Wirtschaftsberater lebt seit 1972 in Deutschland. Bekannt machte ihn sein Buch "Manieren".

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Asserate sei zudem ein Vermittler zwischen den Kulturen und Religionen, hieß es in der Begründung weiter. "Für unseren Preisträger sind kulturelle Vielfalt und Austausch eine Voraussetzung für das Zusammenleben der Menschen. Wir können vieles aus diesem Blickwinkel lernen." Im Sommer hatte sich Asserate in seiner Festansprache zum 25-jährigen Bestehen des Frankfurter Ikonen-Museums gegen die These von einem "Kampf der Kulturen" gewandt: "Kulturen sind nicht dazu da, sich zu bekämpfen, sondern sich zu befruchten."

Weitere Preise verliehen

Den mit 5.000 Euro belegten Initiativpreis Deutsche Sprache erhielt die Dresdner Gesangsgruppe "Wortart Ensemble". Der undotierte Institutionenpreis ging an das Sprachinstitut des Österreichischen Bundesheeres. Der dreiteilige Kulturpreis Deutsche Sprache wird seit 2001 von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache (Dortmund) für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben.

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