Traktor fährt auf Straße vor Burg Münzenberg
Zwischen ländlich idyllisch und bedrohlich: Burg Münzenberg ist Schauplatz mehrerer Morde. Bild © picture-alliance/dpa

Leichen zuhauf rund um Burg Münzenberg: Alte, ungeklärte Fälle führen zu neuen Morden. Das Ermittlerteam aus Friedberg bekommt alle Hände voll zu tun in diesem Krimi aus Hessen.

Leser lieben Kriminalgeschichten. Noch größer ist ihr Interesse, wenn - wohlgemerkt fiktive - Verbrecher in ihrer eigenen Heimatregion wüten. Entsprechend gut laufen bei hessischen Lesern Romane, die in Hessen spielen. In einer losen Serie stellt hessenschau.de aktuelle Krimis mit regionalem Bezug vor.

Die Geschichte:

Es herrscht Flaute im Friedberger Kommissariat. Alexander Henneberg und Cosima von Mittelstedt, kurz Henne und Co, bearbeiten einen ungeklärten Mord aus dem Jahr 2000. Damals hatte sich ein Mann jede Woche einmal mit einer Frau in einem Usinger Hotel getroffen. Das letzte Mal wurde er ans Bett gefesselt, mit einem breiten Pflaster über Nase und Mund. Tod durch Ersticken. Seine Frau hatte von seinem Doppelleben nichts geahnt.

Buchcover
Bild © Edition Winterwork

Dann findet ein Schäfer eine tote Frau auf den Wiesen unterhalb der Burg Münzenberg. Keiner kennt sie. Erst als Hennebergs Dackel Erdmann einen kleinen, schwer verletzten Rauhaardackel im Gebüsch findet, ergibt sich eine Spur.

Im Verlauf der Ermittlungen stoßen die beiden Kommissare auf weitere ungeklärte Todesfälle, ein weiterer Mord kommt hinzu. Die Tatorte ziehen sich von Friedberg und Bad Nauheim über Gambach bis nach Usingen. Nur eines verbindet alle Fälle, auch die weit zurückliegenden: Hennebergs neue Nachbarin taucht über familiäre Beziehungen oder über ihre Arbeit in allen Fällen auf. Und ausgerechnet in sie hat sich der Kommissar verliebt.

Kurzkritik:

"Schönes Biest" ist flott geschrieben, deckt eine weite Region in der Wetterau und im Taunus ab und strotzt geradezu vor Lokalkolorit. Die Personen sind lebendig beschrieben. Grundlegendes Thema dieses Krimi: Selbst die besten Familien haben Leichen im Keller, sehr reale in diesem Fall. Jule Heck entwickelt einen zunächst verwirrenden Plot, knüpft aber nach und nach die losen Fäden zusammen.

Leider weiß man relativ rasch, wer da mordend seit Jahren durch die Lande zieht. Das ist ungeschickt, bereits der Titel gibt eindeutige Hinweise. Und die Liebesgeschichte zwischen dem Kommissar und seiner Nachbarin ist, mit Verlaub, ein wenig kitschig geraten. Dennoch ist "Schönes Biest" eine unterhaltsame Lektüre für einen verregneten Abend.

Die Autorin:

Krimiautorin Jule Heck
Jule Heck Bild © Jule Heck

Jule Heck ist 59 Jahre alt, ausgebildete Verlagskauffrau und lebt im Münzenberger Stadtteil Gambach. Sie hat bereits vier Krimis veröffentlicht, die alle um Burg Münzenberg herum verortet sind. Neben dem Schreiben ist sie als Abgeordnete des Landeswohlfahrtsverbandes aktiv und arbeitet für einen Bundestagsabgeordneten. Sie liebt Dackel und hat deswegen Hennebergs Dackel Erdmann in ihren Krimis eine zentrale Rolle zugewiesen.

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