Planungssicherheit für die Frankfurter Städelschule: Das Land übernimmt die renommierte Kunstakademie ab 2019 und beteiligt sich schon zuvor an deren Etat. Das soll auch überfällige Investitionen ermöglichen.

Städelschule
Der Eingang der Städelschule in Frankfurt-Sachsenhausen. Bild © wikimedia.org/Artmax

Bereits in den kommenden drei Jahren wird sich das Land an der bislang allein von der Stadt Frankfurt finanzierten Kunstakademie mit sechs Millionen Euro beteiligen, wie Kunstminister Boris Rhein (CDU) am Donnerstag ankündigte. Ab 2019 könne die renommierte Kunstakademie mit jährlich vier Millionen Euro rechnen.

Rhein sieht Land "in eindeutiger Verantwortung"

Die Städelschule habe Weltruhm, sagte Rhein. Die Finanzierung einer solchen Institution sei keine kommunale Angelegenheit. "Ich sehe das Land in eindeutiger Verantwortung", begründete Rhein die Übernahme. Der Schritt biete zugleich die einmalige Chance, das Rhein-Main-Gebiet weiter zum Kunst- und Kreativstandort auszubauen.

Die Städelschule soll mit der Frankfurter Musikhochschule und der Offenbacher Hochschule für Gestaltung eine Trias bilden, wie Rhein sagte. Die Akademie werde ihre Autonomie als Hochschule des Landes behalten, versicherte Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU).

Die Stadt will bis 2019 aus den freiwerdenden Mitteln mehrere Millionen Euro unter anderem in die Werkstätten der Schule investieren. Danach bleibt die Stadt für die von der Städelschule betriebene Kunsthalle Portikus sowie für alte Pensionslasten zuständig. Die eingesparten vier Millionen Euro sollen im Kulturetat verbleiben.

Bekannte Künstler wie Beckmann und Rehberger als Lehrer

Städelschuldirektor Philippe Pirotte lobte die Übernahme. Die Übergangsfinanzierung mache zugleich überfällige Investitionen möglich.

Die Städelschule, die derzeit etwa 200 Studierende in Kunst und Architektur hat, geht auf die Museumsstiftung von Johann Friedrich Städel aus dem Jahr 1817 zurück. Unter den Professoren waren einst Max Beckmann oder Jörg Immendorff. Derzeit gehören international renommierte Künstler wie Tobias Rehberger und die Turner-Prize-Gewinner Simon Starling und Douglas Gordon zum Lehrkörper.

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