Moritz Bleibtreu in Frankfurt
Bild © Katrin Kimpel (hr)

Wo, wenn nicht in Frankfurt kann man einen Gangsterfilm drehen? Hauptdarsteller und Produzent Moritz Bleibtreu macht die Stadt zur Kulisse für sein neues Werk "Nur Gott kann mich richten".

Strahlender Sonnenschein, mittags in Frankfurt. Gedreht wird in einer Sisha-Bar. Schwer vorstellbar in diesem Moment, dass Frankfurt gerade deshalb Spielort von Moritz Bleibtreus neuem Film "Nur Gott kann mich richten" ist, weil es als echte Gangsterstadt so gut rüberkommt.

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Bahnhofsviertel - Stadtteil mit vielen Gesichtern

Das Bahnhofsviertel ist einer der vielfältigsten Stadtteile Frankfurts. Eine Drogenszene und und viele Bordelle kontrastieren dort mit einigen der angesagtesten Kneipen und Bars der Stadt. Der Stadtteil ist im Wandel (Multimedia-Reportage).

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Das Bahnhofsviertel spielt eine große Rolle und prägt entscheidend die Anmutung des gesamten Films, der ein "echter Gangsterfilm ist". "Visuell betrachtet ist Frankfurt die einzige echte Großstadt in Deutschland", so Moritz Bleibtreu, Hauptdarsteller und zum ersten Mal selbst auch als Produzent dabei. "Das ist tatsächlich noch ein echtes Rotlichtviertel, mit allem, was dazu gehört". Jedes Bild, das bislang gedreht wurde, habe die Idee bestätigt, in Frankfurt zu drehen.

Bleibtreu: "Habe Nähe zur Unterwelt"

Edin Hasanovic, Moritz Bleibtreu, Kida Khodr Ramadan
Hauptdarsteller in "Nur Gott kann mich richten": Edin Hasanovic, Moritz Bleibtreu, Kida Khodr Ramadan (v.l.n.r.) Bild © Katrin Kimpel (hr)

Der Film "Nur Gott kann mich richten" ist düster und hart. "Blut, Schweiß und Tränen, kein Film, in den man geht, wenn man lachen möchte", so Bleibtreu – auch wenn es sicher auch leichte Momente gebe, "wie in jedem guten Drama".

Bleibtreu ist selbst in einem Bahnhofsviertel groß geworden, in Sankt Georg in Hamburg. "Ich fühle mich in Frankfurt so ein bisschen in meine Kindheit zurück versetzt. So wie hier sah es früher vor meiner Haustür auch aus, mit Kriminalität und Drogen und Spritzen überall." Deswegen liebe er auch Gangsterfilme und spüre eine Nähe zu dem, "was man so die Unterwelt nennt". Generell sei das für Menschen, die mit bürgerlichen Regeln und Werten aufwachsen, ein spannendes Thema: faszinierend und abstoßend zugleich und darum ein sehr geeigneter Kino-Stoff.

Rapper steuern Soundtrack bei

In seiner neuen Rolle als Co-Produzent fühlt Bleibtreu sich gut aufgehoben. Die Möglichkeit, jeden Teilaspekt des Films mitzubestimmen, sei "eine große Freude". So könne er Regisseur Özgür Yildirim die Möglichkeit geben, das zu machen, was er wolle: "Wir sprechen dieselbe Sprache." Man versuche gemeinsam, mit möglichst wenig Geld einen großen Film zu machen. "Aber, was wir hier machen ist sicher kein purer Mainstream."

Einen Soundtrack zum Film wird es auch geben, die Rapper SSIO und XATAR steuern ihn bei. Sie treten auch in kleinen Rollen auf. "Wir waren auf der Suche nach einer besonderen Sprache, die man natürlich am ehesten im Rap-Milieu findet", so Bleibtreu. Neben Frankfurt soll noch in Bad Homburg, Offenbach, Darmstadt und Rüsselsheim gedreht werden. "HessenFilm und Medien", die neue hessische Filmförderung, unterstützt den Film mit 350.000 Euro.

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"Nur Gott kann mich richten"

Die Handlung: Vor Jahren hat Ricky (Moritz Bleibtreu) nach einem missglückten Überfall für seinen Bruder Rafael (Edin Hasanovic) und Kumpel Latif (Kida Khodr Ramadan) den Kopf hingehalten. Latif möchte sich nun bei Ricky bedanken und bietet ihm ein letztes scheinbar sicheres Ding an mit Aussicht auf viel Geld. Alles läuft reibungslos, bis die Polizistin Diana (Birgit Minichmayr) auftaucht und die Pläne durchkreuzt. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, das alle in den Abgrund zu reißen droht.

Darsteller: Moritz Bleibtreu, Edin Hasanovic, Kida Khodr Ramadan, Birgit Minichmayr, Peter Simonischek, Franziska Wulf, Alexandra Maria Lara. Regie und Drehbuch: Özgür Yildirim

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