Bridges Musik verbindet
Das Musikprojekt "Bridges" beim ersten Treffen in der Frankfurter Schillerschule Bild © hr

Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, Kultur und Religion durch Musik miteinander verbinden: Das ist das Ziel von zwei jungen Frauen aus Frankfurt. Mit ihrem Projekt "Bridges" führen sie geflüchtete Musiker aus aller Welt zusammen.

Orientalische Klänge in Frankfurt-Sachsenhausen: 50 Musiker sitzen in der Aula der Schillerschule im Kreis und stellen sich vor: der eine Teil Deutsche, der andere Teil Flüchtlinge aus den Krisengebieten dieser Welt. Ihr Treffen in der Schule ist die erste Probe für das große Konzert am 19. April im Sendesaal des Hessischen Rundfunks. Die angehende Musiklehrerin Julia Huk hat das Projekt gemeinsam mit Isabella Kohls ins Leben gerufen.

"Der Krieg zerstört alles"

Eine der Trommeln spielt Tarek aus Syrien. In seiner Heimat sollte er nach seinem Wehrdienst in den Krieg ziehen. Da flüchtete der 35-Jährige nach Deutschland. "Ich konnte das einfach nicht. Denn es ist noch keiner lebendig aus dem Krieg zurückgekehrt. Die Situation ist schrecklich in Syrien. Der Krieg zerstört alles", erzählt Tarek.

Seit fünf Monaten lebt er mit seinem Bruder in Kronberg, der Rest seiner Familie blieb in Syrien zurück.

"Eine große Chance"

Unter den Musikern ist auch Arman Kamangar aus dem Iran. Wenn er Geige spielt ist er ganz in seinem Element. Musik ist seine große Leidenschaft und auch ein Trost. Vor zwei Jahren musste der damals 17-Jährige aus seiner Heimat fliehen.

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Bridges - Musik verbindet

Konzert am 19.April im Sendesaal des Hessischen Rundfunks, Frankfurt, Bertramstraße 8

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Bridges Musik verbindet
"Bridges"-Trommler bei der Probe Bild © hr

"Damals habe ich mich richtig fremd gefühlt in Deutschland. Ich kannte niemanden und ich konnte nicht deutsch sprechen Man bekommt zuerst Depressionen", sagt Arman.  Doch er  versuchte Deutsch zu lernen und fand so ein paar Freunde. Jetzt fühle er sich gut. Ein Grund dafür ist auch seine Teilnahme am Musik-Projekt.

"Es ist eine große Chance für mich. Mein Ziel ist es ja mit Musikern was zu tun zu haben, in Deutschland Musik zu machen, weil Deutschland einfach die beste Qualität hat. Nirgendwo kann man so eine hohe Qualität von klassischer Musik finden", glaubt der junge Kurde.

Die verbindende Kraft der Musik ...

Die Begeisterung für Musik teilt auch Orchester-Initiatorin Julia Huk. Seit vielen Jahren spielt sie Klarinette und möchte die Projekt-Teilnehmer auch musikalisch unterstützen.

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Flüchtlinge in Hessen

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"Die Idee hinter dem Projekt ist, dass wir nicht was für Flüchtlinge,  sondern mit ihnen etwas machen wollen. Wir wollen sie kennenlernen, wir wollen zusammen mit ihnen Musik machen. So sei dann auch der Name des Projekts entstanden: „Bridges - Musik verbindet“, erläutert die 26-Jährige.

... und eine Herausforderung

Beim Abschlusskonzert im hr-Sendesaal werden die Klänge von klassischen Instrumenten wie Klavier, Geige und Klarinette auf die Rhythmen orientalischer Trommeln und auf die Krar treffen, einem sechssaitigen Zupfinstrument aus Eritrea. "Das ist eine große Herausforderung“, sagt Julia Huk. "Bei der ersten Probe hören sich die Komponisten des Projekts alle Instrumente an und werden dann für das Konzert ganz neue Stücke schreiben, extra für unsere Besetzung.“

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