Das Bild "Tod der Kleopatra" wird in der Neuen Galerie abgehängt
Das Bild "Tod der Kleopatra" wird in der Neuen Galerie abgehängt. Bild © Jens Wellhöner (hr)

Weil die Neue Galerie in Kassel für die documenta gebraucht wird, müssen die Kunstwerke ins Archiv. 200 Gemälde ziehen derzeit um: ein Kraftakt, denn einige Werke sind richtig schwergewichtig.

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Vier Männer und eine Frau stehen in der Neuen Galerie Kassel vor dem 2,50 Meter hohen Bild "Tod der Kleopatra" des Malers Hans Makart. Das Monumentalwerk ist fast 150 Jahre alt und in einen massiven hölzernen Rahmen gefasst. Die Männer müssen das viele Kilo schwere Bild von der Wand nehmen und es auf einen Hubwagen verladen. Aber vorsichtig. Würde den Mitarbeitern der Museumslandschaft Hessen Kassel der "Tod der Kleopatra" aus den Händen rutschen, der Schaden wäre immens.

Restauratorin Anne Harmssen, die einzige Frau in der Gruppe, gibt den Männern als Chefin der Verladeaktion letzte Anweisungen. Dann geht es los. Die Männer heben das Bild an und setzen es vorsichtig auf den Hubwagen. Dort klemmen sie es fest. Alles gutgegangen. Anne Harmssen nickt erleichtert.

Alles kommt in den Keller

Die Männer rollen den Hubwagen mit dem großen Gemälde aus dem Saal, mit dem Fahrstuhl geht es hinunter in den Keller der Neuen Galerie. Dort unten lagern schon 100 Gemälde, befestigt an Gittern. Bald werden hier fast alle Kunstwerke aus dem weltberühmten Museum lagern. Ein riesiger logistischer Kraftakt.

Der Grund dafür heißt: documenta 14. Dass die Neue Galerie einen Teil ihrer Räume für die alle fünf Jahre stattfindenden Weltkunstausstellung frei macht, ist schon Tradition. Für die vorige documenta im Jahr 2012 wurde aber nur die Hälfte des Hauses leer geräumt. Dieses Mal also das ganze Museum: Eine große  Ausnahme, versichert die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), zu der die Neue Galerie gehört.

Vier Wochen brauchen die Mitarbeiter, um das Museum auszuräumen. Eigentlich ist auch das leere Haus schon Kunst. Die hohen leeren Hallen, die kahlen Wände, strahlend weiß gestrichen: In den bereits geräumten Sälen sieht es so aus, als wäre eine ganze Legion von Kunsträubern eingefallen.

Nur Beuys bleibt ...

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Kellerdepot der Neuen Galerie in Kassel

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Bloß der heilige Bezirk der Neuen Galerie bleibt unbehelligt: der Beuys-Raum. Der berühmte Meister hat hier seine weltberühmte Installation "Das Wolfsrudel" hinterlassen, bestehend aus einem alten VW Bulli, mehreren Schlitten und Filzdecken. Darüber hängt ein Filzanzug, an den Wänden hat Joseph Beuys eigenhändig Vitrinen eingerichtet.

Den Bulli mit den Schlitten in den Keller schaffen? MHK-Leiter Bernd Küster schüttelt den Kopf: "Das geht nicht ohne Schaden. Nein, das war von Anfang an klar: Wenn das ganze Haus zur Verfügung stehen soll, bleibt dieser Raum außen vor!"

... und ein eingehaustes Kunstwerk

Auch eine Rauminstallation aus Sandsteinplatten und zerbrechlichen Ästen des Italieneres Mario Merz wird bleiben, wo sie ist. Sie soll allerdings mit Stellwänden eingehaust werden, so dass die documenta-Besucher sie nicht sehen werden. Was die Besucher der weltgrößten Schau von Gegenwartskunst von Juni bis September in der Neuen Galerie zu sehen bekommen, ist noch geheim.

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