Bahnhofsviertelnacht 2011
Konzert der Band Madhouse Flowers während der Bahnhofsviertelnacht 2011. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Die Frankfurter Bahnhofsviertelnacht wird in den November verlegt – wegen zu viel Lärm auf der Straße. Das Kasseler Kulturzelt wird schallgedämmt – weil die Konzerte die Anwohner stören. Absurd oder berechtigt? Diskutieren Sie mit.

Immer wieder müssen Veranstaltungen in Frankfurt ruhiger werden: Bei der Kerb im Stadtteil Bornheim darf keine Musik mehr vor den Kneipen gespielt werden, beim Sommerfestival "Stoffel" im Günthersburgpark gibt es künftig weniger Konzerte und die Bahnhofsviertelnacht wird vom August in den November verlegt – nach Angaben der Stadt soll der Fokus der Nacht wieder auf den Veranstaltungen innen liegen und nicht auf der Straßenparty.

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Auch zwischen etablierten Frankfurter Etablissements und Anwohnern gibt es Konflikte: Am Celsiusplatz im Stadtteil Bockenheim beschweren sich Anwohner über den Lärm der Restaurants. Im Bahnhofsviertel zoffen sich Kioskbesitzer mit Anwohnern um Verkaufszeiten. Und der Club "Stereobar" in Sachsenhausen musste nach Beschwerden der Anwohner schließen, weil die Stadt seine weitere Nutzung untersagt hatte.

Wie langweilig werden Hessens Großstädte?

Auch in Kassel kommt es immer wieder zu Konflikten: Anwohner des Stadtteils Unterneustadt setzten 2015 durch, dass das "Kulturzelt" für viel Geld schallschutzgedämmt wird – wegen wachsender Lärmbelästigung durch die Sommerkonzertreihe. Und jüngst wurde bekannt, dass der Mietvertrag des Konzertladens "Club Unten" nicht verlängert wird. Der Grund: Lärm und Dreck auf der Straße.

Wir wollen von Ihnen wissen: Werden Hessens Großstädte langweilig oder gar spießig? Was macht eine Großstadt lebenswert? Wie viel (Party-)Lärm müssen die Bewohner aushalten? Was können Städteplaner, Veranstalter, Einzelhandel und Tourismusanbieter tun?

Ihre Kommentare Wie viel Partylärm müssen Großstadtbewohner aushalten?

25 Kommentare

  • .....es sollte jeder Anwohner, der sich stört, aufs Land ziehen...

  • Sie schreiben, es habe "wegen wachsender Lärmbelästigung durch die Sommerkonzertreihe" Konflikte gegeben. Das stimmt so nicht - das Kulturzelt Kassel gibt es seit 30 Jahren, es gab keine "wachsende Lärmbelästigung". Allerdings eine sich verändernde Bereitschaft von zumeist hinzugezogenen Anwohnern, sich mit einem gewachsenen Festival zu arrangieren. Das sind die gleichen Leute, die im Immobilienteil der Zeitung auf die Anzeige für eine neu gebaute Eigentumswohnung anspringen, die damit wirbt, dass die Wohnung in einer "hippen Lage direkt gegenüber dem Kulturzelt" liegt. Im Kulturzelt wurde nicht ein einziges Konzert in den letzten 10 Jahren nach 22 Uhr beendet, Soundchecks wurden aus der Mittagspause herausgenommen und erst nach 16.00 Uhr angesetzt - das alles nutzte nichts. Es reicht eine Handvoll von Beschwerdeführern, im Zweifelsfall sogar eine einzige Person, um eine Veranstaltungsreihe zu kippen. Rechtlich hat man als Veranstalter keine Chance in diesem Land.

  • Viel wichtiger ist doch die Frage, was die Leute dazu treibt in die Innenstädte zu ziehen? Einen Ruhepol findet man dort mit Sicherheit nicht! Zudem liegt die Hauptbelastung noch immer beim Verkehr. Wer Ruhe sucht, muss eben aufs Land ziehen.-

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