Commerzbank Arena
Ähnlich wie hier beim Public Viewing zur Fußball-WM 2014: Tausende Teilnehmer werden im Juli erwartet. Bild © Rhode/Storch

Im Juli wollen 10.000 Musiker die Frankfurter Commerzbank-Arena zum Klingen bringen. Das wäre ein neuer Weltrekord: das größte Orchester der Welt.

Normalerweise feuern im Frankfurter WM-Stadion die Fans die Eintracht-Spieler an. Wenn in der kommenden Sommerpause der Ball ruht, ziehen Geiger, Trompeter und Schlagzeuger in die Arena ein. Statt "Wir woll’n euch kämpfen sehen" soll "Freude, schöner Götterfunken" erklingen, gespielt von gut 10.000 Musikern.

Wenn das Vorhaben gelingt, hat die Projektgruppe "Wir füllen das Stadion" eines ihrer Ziele erreicht – das größte Orchester der Welt wäre in Frankfurt zusammengekommen.

Sieben Dinge, die Sie über diesen Weltrekordversuch im Juli wissen müssen:

Das ist im Stadion geplant

Frankfurt will am 9. Juli den Weltrekord knacken. Das größte Orchester der Welt soll aus 10.000 Musikerinnen und Musikern bestehen, zusammengesetzt aus Streichern, Holz- und Blechbläsern sowie Schlaginstrumenten. Die Teilnehmer werden auf dem heiligen Rasen des Stadions Platz nehmen. Rekordrichter stellen fest, ob ein Guiness-Weltrekord erzielt wurde. Auch Video- und Audiomaterial dient als Beweismittel.

Stadionplan Weltrekordversuch
Das Orchester wird auf dem "heiligen Rasen" und einem Teil der Osttribüne platziert. Bild © Wir füllen das Stadion

Dieser Rekord muss überboten werden

Der aktuelle Weltrekord wurde 2013 im australischen Brisbane aufgestellt. Dort wurden im Rahmen eines Musikfestivals 7.224 musizierende Teilnehmer gezählt.

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Mit 10.000 Musikern setzt sich Frankfurt ein weit höheres Ziel als nötig, um den Rekord zu brechen. Bislang sind bei den Veranstaltern mehr als 2.400 Anmeldungen eingegangen. Die Teilnehmer zahlen einen Mitmachbetrag von 15 Euro, der zur Finanzierung des Events beiträgt.

So ist die Idee entstanden

Jens Illemann
Organisator des Weltrekordversuchs und Musiker aus Leidenschaft: Jens Illemann. Bild © Wir füllen das Stadion

Initiator des Weltrekordversuchs ist Jens Illemann. Der musikverrückte Lehrer aus Hamburg will erreichen, "dass ganz Deutschland zusammenkommt, um gemeinsam Musik zu machen". Denn das ist schon lange Illemanns Anliegen: eine Veranstaltung, die Musiker deutschlandweit verbindet ist. Der Weltrekord ist für den Hobby-Dirigenten dabei eher ein schöner Nebeneffekt. Hauptziel sei es, "zu zeigen, dass Deutschland ein Land der Musik ist und es auch bleiben soll".

Darum findet der Rekordversuch in Frankfurt statt

Organisator Illemann versuchte zunächst in Hamburg, sein Vorhaben umzusetzen, blitzte aber ab. Die Betreiber der Frankfurter Arena waren von der Idee des 28-Jährigen jedoch sofort begeistert, wie Stadion-Geschäftsführer Patrik Meyer berichtet: "Als Musikstadt fühlten wir uns berufen."

Stadionplan Weltrekordversuch
So könnte das Frankfurter Stadion im Juli aussehen. Bild © Wir füllen das Stadion

Illemann gefällt zudem die zentrale Lage für die deutschlandweite Aktion – und das ausklappbare Stadiondach kann bei tausenden Instrumenten im Innenraum der Arena auch nicht schaden.

Diese Musik wird gespielt

Die Liedauswahl hat Illemann selbst getroffen. "Da ist für jeden, der gerne Musik macht, etwas dabei", sagt der Initiator des Projekts. "Wir wollten bei diesem Event auch die Klassik hervorheben und diese in den Vordergrund rücken." Die Teilnehmer erhalten zur Vorbereitung die Noten aller Stücke.

Dieser Mann lenkt das Orchester

Wolf Kerschek
Dirigiert tausende Musiker: Wolf Kerschek. Bild © Wir füllen das Stadion

Ein Dirigent für 10.000 Musiker? Eine besondere Aufgabe selbst für den erfahrenen Dirigenten und Klassik-Echo-Gewinner Wolf Kerschek, der die Massen zum Weltrekord führen soll. "Ich freue mich riesig, dass ich bei diesem großartigen Projekt dabei sein kann", sagt Kerschek, der auf einer 550 Quadratmeter großen Leinwand im Stadion für alle Musiker zu sehen sein wird.

Kerschek stand bereits 2014 an der Spitze eines Musik-Flashmobs in Hamburg, der für das Projekt in der Hafenstadt werben wollte:

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Das findet im Stadion auch noch statt

Der gesamte 9. Juli steht im Zeichen der Musik: Nach einer morgendlichen Generalprobe des dann vielleicht größten Orchesters der Welt können Teilnehmer und Zuschauer die zahlreichen Angebote rund um das Stadion nutzen.

Der Weltrekordversuch findet um 18 Uhr statt, im Anschluss steigt ein Konzert unter anderem mit Johannes Oerding und Yvonne Catterfeld, die zusammen mit der Neuen Philharmonie Frankfurt auftreten. Es werden bis zu 30.000 Zuschauer erwartet.

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