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Das Landgericht Fulda hat zwei Brüder zu zehneinhalb und acht Jahren Haft verurteilt, weil sie eine 19-jährige Rumänin zur Prostitution gezwungen haben. Sie taten ihr noch mehr Gewalt an.

Nach Auffassung des Landgerichts Fulda hatten die beiden 24 und 29 Jahre alten rumänischen Brüder eine 19-jährige Rumänin in ihrer Heimat von einem Schulhof ins Auto gelockt und nach Deutschland gebracht haben. Im Dezember 2013 sollen die beiden die junge Frau im thüringischen Eisenach und in Bad Hersfeld zur Prostitution gezwungen haben.

Das Gericht verurteilte die beiden am Donnerstag wegen schweren Menschenhandels, ausbeuterischer Zuhälterei, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung zu zehneinhalb und acht Jahren Haft.

Vergewaltigung mit Handy gefilmt

Der jüngere Bruder erhielt das höhere Strafmaß, weil er die junge Frau außerdem noch dreimal vergewaltigt hatte. Nach Überzeugung der Richter soll der Ältere eine der Taten mit dem Handy gefilmt haben.

Die 19-Jährige hatte sich erst nach Wochen in einem Bad Hersfelder Bordell einer Mitarbeiterin anvertraut. Diese vermittelte daraufhin einen Kontakt zu einem Mann, der die 19-Jährige aus dem Bordell befreite und die Polizei einschaltete.

"Roh, rücksichtslos und menschenverachtend"

Die Angeklagten wurden erst eineinhalb Jahre später festgenommen. Vor Gericht hatten sie die Taten abgestritten. Sie gaben an, die Frau habe alles freiwillig gemacht.

Der Vorsitzende Richter betonte dagegen, die 19-Jährige sei noch immer traumatisiert und für ihr ganzes Leben gebrandmarkt. Die Angeklagten hätten  roh, rücksichtslos und menschenverachtend gehandelt.

Revision angekündigt

In einem Zivilprozess will die 19-Jährige mindestens 30.000 Euro Schmerzensgeld einklagen. Der Verteidiger des Hauptangeklagten kündigte bereits Revision an.

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