Eurofighter
Eurofighter Bild © Peter Byrne/PA - picture-alliance/dpa

Zwei Abfangjäger der Bundeswehr haben am Freitagabend die Schallmauer über Mittelhessen durchbrochen und viele Menschen erschreckt. Der Grund: Die Behörden hatten den Funkkontakt zu einem Passagierflugzeug verloren.

Der Grund für zwei Überschall-Flüge der Bundeswehr am Freitagabend war laut Deutscher Flugsicherung, dass die deutschen Behörden am Freitagabend mehr als fünf Minuten lang keinen Funkkontakt zu einer ägyptischen Passagiermaschine herstellen konnten. Die Überschall-Knalle waren in Teilen von Hessen zu hören und hatten am Freitagabend für viele besorgte Anrufe bei der Polizei gesorgt.

Routinemäßiger Einsatz von Abfangjägern

Die Kampfjets wurden im Fall der ägyptischen Maschine routinemäßig alarmiert, sagte ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung am Samstag der Deutschen Presse Agentur (dpa). Der Flieger kam aus dem ägyptischen Badeort Hurghada, wo ein Angreifer am Freitag mit einem Messer zwei deutsche Frauen getötet hatte. Das habe auf den Einsatzbefehl aber keinen Einfluss gehabt, sagte ein Sprecher der Luftwaffe.

Nötig wurde das Eingreifen der Abfangjäger letztlich nicht - die Besatzung des Fliegers zum Flughafen Münster/Osnabrück meldete sich via Funk, noch bevor die Jets aufgeschlossen hatten. Sie hatten zuvor vermutlich eine falsche Frequenz eingestellt.

Besorgte Anrufe bei der Polizei

Die beiden Bundeswehrjets waren im bayerischen Neuburg an der Donau gestartet und dem Flugzeug mit hoher Geschwindigkeit hinterher geflogen. Dabei flogen sie auch über Fulda, die Wetterau und Marburg Richtung Bielefeld.

Dabei durchbrachen sie die Schallmauer und lösten laute Knalle aus. In Mittelhessen und dem Main-Kinzig-Kreis war der Schall zu hören, aber auch in Teilen Bayerns meldeten sich besorgte Menschen bei der Polizei. Auch beim Hessischen Rundfunk meldeten sich Anrufer aus den Regionen, in denen die Überschnallknalle zu hören waren.

Schneller als der Schall

Der sogenannte Überschallknall entsteht, wenn sich ein Flugzeug schneller als der Schall bewegt. Ohrenzeugen vom Marburger Marktplatz beschrieben das Geräusch als "Donnerschlag ohne Nachhall". Es sei auch in etwa so laut gewesen, wie wenn ein Gewitterdonner direkt über dem eigenen Kopf losgeht. Nach Angaben der Polizei Mittelhessen waren zunächst keine Schäden durch die lauten Knalle bekannt.

Sendung: hr1, 15. Juli 2017, 15 Uhr

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