zwei Menschen in weißen Anzügen knien vor einer zersplitterten Glasscheibe.
Ein Beamter der Spurensicherung am 4. Januar vor der zerschossenen Glasscheibe der Unterkunft. Bild © picture-alliance/dpa

Anfang des Jahres wurde auf einen Flüchtling in seiner Unterkunft in Dreieich geschossen. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt gegen drei Verdächtige Anklage erhoben. Auch zum angenommenen Motiv äußerte sie sich.

Fast ein Jahr nach den Schüssen auf eine Flüchtlingsunterkunft in Dreieich (Offenbach) ist Anklage gegen drei Männer erhoben worden. Zwei 28-Jährigen werde versuchter Mord vorgeworfen, einem 27-Jährigen Beihilfe dazu, teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt am Mittwoch mit.

"Ein fremdenfeindliches Motiv können wir aber ausschließen", sagte der Sprecher. "Es hat eine örtliche Verwechslung gegeben." Hintergrund soll ein Beziehungsstreit gewesen sein.

700 Menschen demonstrierten nach den Schüssen

Auf die Unterkunft im Stadtteil Dreieichenhain waren in der Nacht zum 4. Januar mehrere Schüsse abgefeuert worden. Dabei wurde ein 23-jähriger Bewohner im Schlaf leicht am Bein verletzt. Eine 20-köpfige Sonderkommission war gebildet worden. Die Staatsanwaltschaft rechnet damit, dass das Verfahren Anfang 2017 am Landgericht Darmstadt beginnen könnte.

Zunächst war die Staatsanwaltschaft noch von einem "gezielten Angriff" ausgegangen, Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hatten sich dazu geäußert, ebenso wie alle im Landtag vertretenen Fraktionen. Rund 700 Menschen demonstrierten wenige Tage darauf gegen Fremdenfeindlichkeit.

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