Medikamentenschrank in einer Apotheke
Bild © picture-alliance/dpa

Über Jahre hinweg sollen ein Apotheker aus dem Main-Taunus-Kreis und eine Arzthelferin aus Frankfurt mit gefälschten Rezepten Krankenkassen betrogen haben. Laut Anklage haben sie fast eine Million Euro erbeutet.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wirft dem 60 Jahre alten Apotheker aus dem Main-Taunus-Kreis vor, zwischen Januar 2008 und Dezember 2011 gefälschte Rezepte gegenüber gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet zu haben. Angeblich verschrieben wurden demnach mit Transplantationspräparaten besonders hochpreisige Medikamente. Tatsächlich wurden die Medikamente nicht an die Versicherten abgegeben, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte.

Arzthelferin fälschte 545 Rezepte

Die Behörde, in der sich seit 2009 die bundesweit erste Zentralstelle um die Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen kümmert, erhob nun Anklage wegen gewerbsmäßigen Betrugs in mehr als 40 Fällen. Außer dem Apotheker muss sich eine 53 Jahre alte Arzthelferin aus Frankfurt verantworten. Sie soll die meisten der betrügerischen Rezepte angefertigt haben.

Die Frau arbeitete von Januar 2001 bis Dezember 2010 in einer Frankfurter Klinik. Dort stahl sie nach Überzeugung der Generalstaatsanwaltschaft einen Arztstempel, Blanko-Rezeptvordrucke und Versichertendaten. Damit habe sie insgesamt 545 gefälschte Rezepte über Medikamente im Gesamtwert von rund 844.000 Euro hergestellt. Diese habe sie an den Apotheker verkauft.

Allein 2016 Betrugsfälle in Höhe von 3,5 Millionen Euro

Die Ermittler stießen auf weitere Rezepte, die der Apotheker abgerechnet hatte und bei denen keine Medikamente an die Versicherten abgegeben worden waren. Insgesamt soll der 60-Jährige die gesetzlichen Krankenkassen um rund eine Million Euro betrogen haben.

Die Zentralstelle gegen Korruption im Gesundheitswesen bearbeitete nach Auskunft der Generalstaatsanwaltschaft allein im vergangenen Jahr Ermittlungsverfahren, bei denen insgesamt knapp 3,5 Millionen Euro abgeschöpft wurden. Der Schaden werde überwiegend zugunsten der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen wiedergutgemacht.

Das könnte Sie auch interessieren