Aylan-Gemälde beschmiert
Unbekannte haben weiße Farbe auf das Riesen-Gemälde geschmiert Bild © picture-alliance/dpa

Weltweit beachtet, angefeindet - und nun attackiert: Unbekannte haben in Frankfurt das Riesengemälde beschmiert, das den ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan zeigt. Die Künstler wollen ausbessern und richten sich auf weitere Sudelangriffe ein.

Unbekannte haben im Frankfurter Osthafen das 120 Quadratmeter große Wandgemälde beschmiert, das den toten syrischen Flüchtlingsjungen Aylan darstellt. Sie beschädigten Teile des Kunstwerks mit weißer Farbe. Der genaue Zeitpunkt der Tat ist unklar.

Künstler Oğuz Şen zeigt sich am Donnerstag vom Vandalismus wenig überrascht. "Nachdem es im Internet so einen Aufruhr gab, konnte ich mir schon denken, dass dies passieren würde", sagte er hessenschau.de. "Es wurde ja auch angedroht."

Angekündigt

Tatsächlich hatten im Netz einige Nutzer mehr oder weniger klar angekündigt, das Gemälde im Osthafen zu schänden. Das Gemälde, über das weltweit berichtet wurde, ruft zum Teil heftige Ablehnung hervor. Auch in Reaktionen auf die hessenschau.de-Berichterstattung sagten Nutzer, sie wünschten sich, dass das Bild so schnell wie möglich wieder entfernt wird.

"Das wird aber nicht passieren", sagt Şen, der das Bild zusammen mit Justus Becker malte und sich auf weitere Attacken einstellt. "Wir werden das reparieren. Ich lasse mich nicht zensieren." Die Künstler wollten nach eigenen Angaben mit dem Bild gegen die aktuelle europäische Flüchtlingspolitik protestieren.

Der Fall des dreijährigen Aylan hatte vergangenes Jahr weltweit für Entsetzen gesorgt. Der Junge war Anfang September tot an den Strand im türkischen Urlaubsort Bodrum angespült worden. Seine Familie hatte versucht, mit ihm in die EU zu fliehen.

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