Baumhaus
Das von Jugendlichen errichtete Baumhaus im Habichtswald Bild © Polizeipräsidium Nordhessen

Der Bauwut von vier Jugendlichen sind im nordhessischen Habichtswald zahlreiche Jungbäume zum Opfer gefallen - bis die Polizei eingriff. Dabei hatte alles ganz klein angefangen.

Die Lage schien perfekt: eine kleine Lichtung im Habichtswald in Nordhessen. Vier junge Bauherren nahmen im Herbst vergangenen Jahres dort ihre Tätigkeit auf - ein Tipi sollte es werden. Der Förster habe dies am Anfang noch geduldet, wie die Polizei jetzt berichtete. Denn für den Bau seien zuerst nur alte Baumstämme und Äste verwendet worden.

Im Lauf der Monate jedoch gewann das Bauwerk zunehmend an Form und Pracht - aus dem geplanten Tipi war ein rund fünf Meter hohes Baumhaus geworden. Und als die unbekannten Erbauer vor gut zwei Monaten begannen, Jungbäume in der Umgebung abzuholzen, "um mit diesen einen Zaun um ihr 'Grundstück' zu errichten", wurde es dem Förster endgültig zu bunt.

5.000 Euro Schaden

Der Aktion zum Opfer fielen überwiegend unter zehn Jahre alte Buchen mit maximal zehn Zentimeter dicken Stämmen. Den dadurch entstandenen Schaden schätzte der Förster auf mindestens 5.000 Euro. Die Polizei machte den Fall öffentlich und rief Zeugen auf, sich mit Hinweisen zu melden.

Nach einem Bericht der HNA wurden rund 200 Buchen gefällt. Die Berichterstattung machte die Eltern von vier 13 Jahre alten Jungen aufmerksam. Sie meldeten sich unmittelbar vor Ostern bei der Polizei, wie die Beamten am Dienstag mitteilten.

Neupflanzung gemeinsam mit Förster

Die Jungen wurden angehört und berichteten, dass sie zunächst nur ein Tipi bauen wollten. Daraus habe sich dann im Laufe der Zeit das Baumhaus entwickelt. Dass das Fällen der kleinen Bäume verboten sein könnte, hätten sie nicht bedacht, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Jungen habe mit der Zeit allerdings ein ungutes Gefühl beschlichen. Weil ihre Eltern sie zurechtwiesen, sei ihnen nun endgültig bewusst, dass das Fällen der Buchen nicht in Ordnung war.

Unmittelbare Konsequenzen müssen die reumütigen 13-Jährigen nicht befürchten, weil sie noch nicht strafmündig sind. Ihre Eltern müssen allerdings für den Schaden aufkommen. Nach Angaben der Polizei entschuldigten sich die Kinder bereits beim Förster. Sie begannen mit dem Abbau des Baumhauses und wollen im Herbst gemeinsam mit dem Förster neue Bäume pflanzen.

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