Jugendamt Frankfurt
Frankfurter Jugendamt Bild © hessenschau.de

Im Sommer 2015 verschwand eine junge Frau in Frankfurt, Wochen später wurde ihre Leiche auf einer Mülldeponie gefunden. Ihr Ex-Freund gilt als tatverdächtig. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft aber auch gegen zwei Mitarbeiter des Jugendamts - wegen fahrlässiger Tötung.

Es sei ungewöhnlich, dass gegen Mitarbeiter eines Jugendamts wegen fahrlässiger Tötung ermittelt werde, sagte Nadja Niesen, die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, am Montag. Sie kenne keine vergleichbaren Fälle. In dem Frankfurter Fall, über den am Montag zuerst die Bild-Zeitung berichtete, geht es um zwei Mitarbeiter des Frankfurter Jugendamts.

Nach Ansicht der Eltern hätte das Jugendamt der Stadt den Tod der 22 Jahre alten Jessica B. verhindern können. "Das Jugendamt wurde mehrfach auf die akute Gefährdung des Lebens von Jessica hingewiesen", zitiert das Blatt die Anwältin der Eltern des Opfers. Sie hatten die Jugendamtsmitarbeiter laut Bild Anfang Februar angezeigt.

Noch kein Geständnis

Jessica B. war im Juli 2015 in Frankfurt verschwunden. Nach der Leiche wurde lange gesucht, erst zwei Monate später fand man sie auf der Mülldeponie Flörsheim-Wicker. Als tatverdächtig gilt ihr Ex-Freund, der in Untersuchungshaft sitzt. Ein Geständnis liege nicht vor, sagte Niesen am Montag.

Jessica B. habe Angst vor ihrem Ex-Freund gehabt, berichtete Bild. Die junge Frau habe das Jugendamt erfolglos gebeten, sie und ihren einjährigen Sohn in einem Heim unterzubringen.

Das Jugendamt wollte sich am Montag nicht zu den laufenden Ermittlungen äußern. Die Leiterin des Amtes, Brigitte Henzel, hatte aber bereits im Januar gegenüber der Frankfurter Rundschau erklärt, sie habe "keinen Grund davon auszugehen, dass meine Mitarbeiter fahrlässig gehandelt haben könnten". Darstellungen, die Behörde habe es abgelehnt, Jessica B. mit ihrem Kind in einer Mutter-Kind-Einrichtung aufzunehmen, widersprach Henzel.

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