Umzug
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Auch die Fastnachtsumzüge in Dieburg, Hanau-Großauheim und Babenhausen sind dem stürmischen Wetter zum Opfer gefallen. Einige Städte wollen die Veranstaltung aber nachholen und planen bereits, andere zögern noch.

Am Dienstagmorgen tagten in vielen hessischen Städten die Krisenstäbe der Karnevalsvereine: Sollen die Fastnachtsumzüge trotz der Sturmwarnung stattfinden oder nicht?

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In Dieburg, Erbach, Hanau-Großauheim und Babenhausen (Darmstadt-Dieburg) kamen sie zum gleichen Ergebnis wie tags zuvor die Veranstalter vieler Rosenmontagsumzüge: Das Risiko, dass bei der Narrenparade jemand verletzt wird, ist zu groß. Umzüge abgesagt. Gleiches gilt für Bad Homburg-Kirdorf, Eppstein-Niederjosbach (Main-Taunus), Rodgau-Jügesheim (Offenbach), Offenbach-Bürgel sowie den Kinderumzug in Offenbach-Waldhof.

Der Vorsitzende des Karnevalvereins Dieburg, Friedel Enders, sagte: "Ob wir den Umzug nachholen werden, müssen wir noch entscheiden. Zuvor müssen wir die Kampagne beenden und ein Resümee ziehen."

Frankfurt, Marburg und Co. holen Umzüge nach

Eine Sprecherin der Großauheimer Karnevalsgesellschaft teilte mit, am Montag habe der Wind Dachziegel auf die vorgesehene Strecke fallen lassen. Da sei ein Umzug zu gefährlich, die Strecke ohnedies noch gesperrt. Gefeiert werden sollte wie geplant in der Lindenauhalle. Der große Umzug soll am 9. Juli während des Festivals der Kulturen nachgeholt werden, wie die Erste Großauheimer Karnevalsgesellschaft zu hr3 sagte.

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Auch in anderen Städten wollen die Narren nun später losziehen. So kündigte etwa die die Zuggemeinschaft "Klaa Paris" auf Facebook an, der traditionsreiche Umzug im Frankfurter Stadtteil Heddernheim solle "auf jeden Fall" nachgeholt werden. Einen Termin dafür gibt es noch nicht, ebenso wie in Hünfeld (Fulda).

Weiter sind die Verantwortlichen mit ihren Planungen in Marburg, wo der Festausschuss einen Termin innerhalb der nächsten sechs Wochen angepeilt hat und noch auf das Okay der Stadt wartet.

Während die Stadt Neu-Isenburg (Offenbach) auf einen Nachholtermin verzichtet, ist diesbezüglich in Darmstadt-Dieburg und Seligenstadt (beide Offenbach) noch keine Entscheidung getroffen.

2.500 Teilnehmer in Lorsch

In Bad Homburg-Kirdorf sind die Narren nun gleich ins Bürgerhaus eingekehrt. "Weil der Umzug ausfällt, werden wir dafür den Kinderfasching größer feiern", sagte der Vorsitzende des Carnevalvereins Heiterkeit, Hans-Georg Zettlitzer. In Niederjosbach sollte der Umzug ersatzweise im Vereinssaal stattfinden, allerdings ohne Motivwagen und Pferde, wie der Gusbacher Carneval Club mitteilte.

In Friedberg und Heusenstamm (Offenbach) wollten die Karnevalisten dagegen auf ihre traditionelle Runde am Dienstagnachmittag gehen. Auch in Lorsch (Bergstraße) hieß es, der Zug starte. Dort wollten rund 100 Zugnummern mit etwa 2.500 Teilnehmern auf die Straße gehen.

Sturmböen in Schauernähe

Ausgerechnet ab Mittag, zum Start der Fastnachtsumzüge, waren verbreitet Regenfälle angekündigt worden. "Zeitweise auch kräftig", wie hr-Wetterexperte Ingo Bertram sagte. Die Temperaturen lagen zwischen 6 und 11 Grad.

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Problematisch sei vor allem der Wind, der am Nachmittag und Abend wieder besonders heftig wehen sollte. Vor allem in der Nähe von Regenschauern waren Sturmböen im Flachland mit Geschwindigkeiten von bis zu 75 Stundenkilometern angekündigt.

"Röschen" kein Freund von Rosenmontag

Schuld an der Fastnachts-Misere ist das Sturmtief "Ruzica". Der Name ist kroatisch und heißt Röschen. Eigentlich passend für den Rosenmontag, doch ein Freund der Fastnacht ist das Sturmtief mit dem blumigen Namen offenbar nicht.

Denn schon am Montag waren zahlreiche Paraden wegen des Windes abgesagt oder stark eingedampft worden. So durften in Fulda zwar Fußgruppen marschieren, Motivwagen hingegen waren nicht erlaubt. Selbst der Faschingsprinz war per pedes unterwegs.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei - auch der Wind

Am Aschermittwoch beruhigt sich das Wetter ein wenig. Der Wind lässt nach, es gibt wieder mehr Wolkenlücken, vereinzelt fallen Schauer. Mit 2 bis 7 Grad geht es mit den Temperaturen spürbar nach unten. Dabei können die Niederschläge bis in Lagen um 300 Meter als Schnee fallen.

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