Orbiter und Lander des ExoMars-Projekts in einer graphischen Darstellung
Orbiter und Lander des ExoMars-Projekts in einer graphischen Darstellung Bild © ESA/ATG medialab

Das europäisch-russische Weltraumprojekt zur Mars-Erkundung ist auf dem besten Weg: Am Montagabend meldete sich die ExoMars-Sonde erstmals beim Kontrollzentrum in Darmstadt.

"Dieses Warten muss ein Ende haben“, sagte ein sichtlich angespannter Paolo Ferri um 22.20 Uhr am Montagabend im hr-Fernsehen. Neun Minuten später, exakt zum geplanten Zeitpunkt, konnte sich der Betriebschef der europäischen Raumfahrtorganisation ESA locker machen.

Da erhielten die Experten im Raumflugkontrollzentrum in Darmstadt das erhoffte Signal der ExoMars-Sonde, die zwölf Stunden zuvor mit Hilfe einer "Proton-T“-Trägerrakete vom kasachischen Raumfahrtbahnhof Baikonur ins Weltall geschossen worden war.

Signal from #ExoMars @ESA_TGO confirmed! We have a mission to #Mars !

Damit ist nach dem Start ein zweiter entscheidender Schritt des ehrgeizigen Projekts der ESA und der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos geschafft: Nun kann das Darmstädter Kontrollzentrum die Steuerung der Sonde übernehmen. Zuvor hatte die russische Rakete der ExoMars-Mission ihre vierte und letzte Antriebsstufe abgetrennt.

Die Sonde klappte ihre Solarmodule aus und ist nun auf dem vorgesehenen Kurs zum roten Nachbarplaneten. "Wir sind auf dem Weg zum Mars", sagte ESA-Chef Jan Wörner nach der erfolgreichen Kontaktaufnahme.

Ankunft Mitte Oktober

ExoMars besteht aus dem Landegerät "Schiaparelli" und einer Atmosphärensonde mit der Bezeichnung TGO (Trace Gas Orbiter). Beide sollen den Mars nach einer siebenmonatigen Reise über fast 496 Millionen Kilometer im Oktober erreichen und nach Spuren von Leben erkunden.

Am 16. Oktober soll sich das Testlandemodul von der Atmosphärensonde trennen und drei Tage später auf dem Mars aufsetzen. Auf dem Roten Planeten wird das 600 Kilogramm schwere "Schiaparelli"-Modul mehrere Tage lang Technologien für die spätere Landung eines Rovers und einer Plattform zur Erforschung der Planetenoberfläche testen.

Rover kommt nach

Diese Landung ist bei einer zweiten ExoMars-Mission geplant, die 2018 starten soll. Der Rover soll auf und unter der Mars-Oberfläche Hinweise auf gegenwärtiges oder früheres Leben finden - wenn es solche Spuren denn tatsächlich gibt.

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