Nahe einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Fuldatal bei Kassel ist eine Gasleitung angesägt worden. Das Leck wurde rechtzeitig entdeckt. Der Staatsschutz ermittelt: Ein fremdenfeindliches Motiv kann nicht ausgeschlossen werden.

Gastank Flüchtlingsunterkunft Fuldatal
Auf diesem ehemaligen Kasernengelände haben Unbekannte die Leitung des Gastanks angesägt. Bild © hr

Mitarbeiter eines Wachschutzdienstes auf einem ehemaligen Kasernengelände in Fuldatal (Kassel) hatten gegen 2 Uhr am Mittwochmorgen ein Leck an einer Leitung zu einem Gas-Tank bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Diese schaltete wenige Minuten später die angesägte Gasleitung ab, teilte die Polizei Kassel mit. So wurde eine mögliche Entzündung und Explosion auf dem Kasernengelände verhindert.

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Der Gas-Tank liegt zwischen ehemaligen Kasernengebäuden im Fuldataler Ortsteil Rothwesten. Ein nahe des Gas-Tanks gelegenes Gebäude wurde nach Angaben der Polizei gerade für die Aufnahme von Flüchtlingen hergerichtet. Hier sollen Ende des Monats 450 Flüchtlinge untergebracht werden.

Explosion hätte bereits beim Sägen ausgelöst werden können

Bei einer Explosion hätte das Gebäude stark beschädigt werden können, sagte ein Polizeisprecher zu hessenschau.de. Ein mehrere hundert Meter entferntes, bereits von rund 50 Flüchtlingen bewohntes Gebäude sei nicht in Gefahr gewesen.

Jedoch hätten sich die Täter, die vermutlich mit einer Eisensäge an dem Stahlrohr hantierten, selbst in Gefahr gebracht, sagte der Sprecher: "Beim Sägen hätte sehr einfach Funkenflug entstehen und eine Explosion auslösen können."

"Werden ein besonderes Auge auf die Anlage haben"

Es bestehe kein Zweifel an einer vorsätzlichen Tat - die Zuleitung zu dem Gas-Tank habe man bewusst beschädigt, sagte der Sprecher. Da fremdenfeindliche Motive nicht ausgeschlossen werden können, hätten Beamte des Staatsschutzes die Arbeit aufgenommen. Sie sind für politisch motivierte Straftaten sowie Waffen- und Sprengstoffdelikte zuständig.

Der geplante Einzug der Flüchtlinge sei durch die Tat nicht gefährdet, sagte der Polizeisprecher: "Wir werden ein besonderes Auge auf die Anlage haben."

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