Beschmiertes Flüchtlingsheim in Schotten
Die Fassade des Gebäudes wurde mit Farbkugeln beschossen. Bild © Michael Seeboth (hr)

Unbekannte haben ein Asylbewerberheim in Schmitten im Taunus mit Farbkugeln beschossen. Die Bewohner blieben unversehrt, nach den Tätern fahndet der Staatsschutz.

Mit gelben Farbkugeln ist eine Flüchtlingsunterkunft in Schmitten (Hochtaunus) beschossen worden. Verletzt worden sei bei dem Vorfall niemand, teilte die Polizei mit. Bislang fehle von den Tätern jede Spur.

Die Kriminalpolizei begutachtete den Tatort, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag in Wiesbaden. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz ermittelt in der Angelegenheit.

Schüsse aus Paintball-Waffe

Die Bewohner der Unterkunft waren in der Nacht zum Samstag von Schlägen gegen die Hauswand geweckt geworden. Erst am folgenden Tag sei dann entdeckt worden, dass die Fassade, Fenster und ein Balkon über zwei Etagen mit gelber Farbe beschmiert waren.

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Die Farbkugeln wurden vermutlich aus einer Paintball-Waffe abgefeuert. Für die Bewohner der Unterkunft bestand nach Angaben der Polizei zu keiner Zeit eine ernsthafte Gefahr. Der Sachschaden beträgt etwa 1.000 Euro.

Kundgebung nach Schüssen in Dreieich

Eine Woche zuvor hatte ein Unbekannter in Dreieich-Dreieichenhain (Offenbach) mit scharfer Munition auf eine Flüchtlingsunterkunft geschossen. Dabei wurde ein Asylbewerber von einem Schuss am Bein getroffen. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes. Am Samstag bekundeten rund 700 Menschen bei einer Kundgebung in Dreieich ihre Solidarität mit Flüchtlingen.

2015 gab es in Hessen fast sechsmal so viele Angriffe auf Flüchtlinge wie im Jahr zuvor, das haben hr-Recherchen ergeben.

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