Gegendemo
Rund 1.000 Menschen gingen heute in Wetzlar gegen Rechtsextreme auf die Straße. Bild © Mike Marklove/hr

Rund 1.000 Menschen haben in Wetzlar friedlich einen Aufmarsch von verschiedenen rechtsextremen Gruppen gestört. Auch Motorradhupen und Trillerpfeifen kamen zum Einsatz.

Etwa 1.000 Gegendemonstranten haben am Samstag in Wetzlar gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen protestiert. Es kam aber zu keinen gewalttätigen Auseinandersetzungen, teilte die Polizei mit. 80 bis 90 Personen waren demnach an dem rechten Aufzug dabei, ihr Motto lautete: "Für die Zukunft unserer Kinder."

Mehrere rechtsextreme Vereinigungen, darunter Thügida aus Thüringen und die NPD, hatten die Demo organisiert. Angemeldet hatte sie die wegen Volksverhetzung verurteilte Melanie Dittmer. Sie wird der ebenfalls rechtsextremen "Identitären Aktion" zugerechnet.

Mehr als zehn Mal so viele Gegendemonstranten

An der Gegendemonstration des Bündnisses "Bunt statt Braun" und des Deutschen Gewerkschaftbundes beteiligten sich knapp 1.000 Teilnehmer. Ein Teil der Gegendemonstranten blockierte den Weg der Rechten. Mit Trillerpfeifen, Motorradhupen und Musik überschallten sie zudem den rechten Aufmarsch.

Auf Seiten der Gegendemonstranten nahm die Polizei fünf Menschen vorläufig fest, Grund waren Eier- und Tomatenwürfe sowie Beleidigungen gegen Polizeibeamte. Zwei Teilnehmer der "rechten" Demonstration wurden wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot festgenommen, ein Anwohner der Aufzugsstrecke zeigte aus einem Fenster heraus den Hitlergruß. Hier stellten Polizisten die Personalien des Täters fest.

Etwa 100 Rechtsextreme versammelten sich heute zu einem #Aufmarsch in #Wetzlar . An der #Gegendemo beteiligten sich 1000 Menschen. #wz2204

Wie viele Beamte im Einsatz waren, wollte die Polizei nicht mitteilen. Laut Polizei hatte Dittmer bereits im November 2015 eine Demonstration in Wetzlar angemeldet. Daran nahmen rund 300 Anhänger der rechten Szene teil bei etwa 800 Gegendemonstranten.

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