ICE Fernbahnhof Frankfurt
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Schwere Vorwürfe gegen einen Zugbegleiter der Deutschen Bahn: Er soll in einer ICE-Toilette eine 17 Jahre alte Schwarzfahrerin sexuell genötigt haben. Beim Stopp in Frankfurt wurde der Mann vorübergehend festgenommen.

Ein ICE von Dortmund nach Basel musste am Montagnachmittag eine längere Zwangspause im Fernbahnhof Frankfurt einlegen. Die Hintergründe wurden erst jetzt bekannt: Ein Zugbegleiter war festgenommen worden, Kriminalbeamte hatten den ICE untersucht.

Kurz zuvor hatte eine 17 Jahre alte Schülerin, die in Dortmund zu- und in Wuppertal wieder ausgestiegen war, Anzeige gegen den Schaffner erstattet, wie die zuständige Staatsanwaltschaft Hagen (Nordrhein-Westfalen) hessenschau.de am Donnerstag sagte.

Zugbegleiter soll 17-Jährige auf Toilette missbraucht haben

Der Bahn-Angestellte soll die Jugendliche nach deren Aussage auf die Zugtoilette gebeten haben, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die 17-Jährige ohne gültiges Ticket unterwegs war. Auf der Toilette habe er dann laut Aussage der Jugendlichen "sexuelle Handlungen vorgenommen", wie Staatsanwalt Gerhard Pauli sagte.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen sexueller Nötigung. Da keine Fluchtgefahr besteht, sei der 31 Jahre alte Beschuldigte wieder auf freien Fuß gesetzt worden, berichtete die Bild-Zeitung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Mann noch keine Aussagen gemacht. Eine ärztliche Untersuchung des Mädchens liege auch noch nicht vor.

Bahn stellt Beschuldigten vom Dienst frei

Die Deutsche Bahn stellte den Zugbegleiter nach Bekanntwerden des Vorfalls vom Dienst frei. "Wir sind bestürzt über die erhobenen Vorwürfe", sagte die Fernverkehrschefin der Bahn, Birgit Bohle, laut einer Mitteilung vom Mittwochabend.

"Übergriffe auf Kunden sind absolut tabu. Daher nehmen wir diesen Vorfall sehr ernst und arbeiten intensiv mit den ermittelnden Behörden zusammen, um das Geschehen schnell und lückenlos aufklären zu können." Bis zur Klärung der Vorwürfe gelte aber "selbstverständlich die Unschuldsvermutung".

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