Marburg Fake News
"Achtung Marburg!" Die Polizei warnt vor einer Fake-Nachricht über sieben Leichen. Bild © Imago/ Twitter: Polizei Mittelhessen (Collage hessenschau.de)

Sieben Leichen auf Marburger Parkplatz gefunden: Über ein Online-Portal hat sich diese Lüge hundertausendfach verbreitet und sorgt für Unruhe. Der Ärger der Polizei richtet sich nicht nur gegen den Urheber.

Seit Montag verbreitet sich eine Fake-Nachricht im Netz: In Marburg sollen sieben Leichen auf einem Parkplatz am Richtsberg gefunden worden sein, angeblich eine Familie, dazu ein Bild mit blutgetränkten Laken. 250.000 Mal wurde die Nachricht seitdem angeklickt und dann immer weiter geteilt. "Das schlägt reichlich Wellen", sagte Martin Ahlich, Sprecher der Marburger Polizei, hessenschau.de. An der Meldung stimmt rein gar nichts.

Polizei: "Unsicherheit ohne Not"

Hätte es einen solchen Fall gegeben, würde die Polizei ihn nicht verschweigen, betont Ahlich. Fakt sei: Die Polizei hatte am Sonntagabend einen Einsatz mit drei Streifenwagen in der Gegend wegen einer Schlägerei, ohne Verletzte. Die Fake-News, die daraus wurde, machte der Polizei jede Menge Arbeit. Viele Menschen seien beunruhigt gewesen. Es entstand "eine Unsicherheit ohne Not", wie es Ahlich beschreibt.

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Die Nachricht wurde auf einem Portal in die Welt gesetzt, das zum Erstellen falscher Nachrichten ermuntert. Motto: "Lege alle deine Freunde rein!" und "Erstelle deinen Witz in wenigen Sekunden". Lustig sei das Erstellen solche Lügenmeldungen überhaupt nicht, sagt Ahlich. "Was ist das für ein Humor? Das ist dumm." Nicht nur, dass Unruhe verbreitet werde. Es würden auch Kräfte der Polizei gebunden, die an anderer Stelle nötiger wären.

Suche nach dem Urheber

Der Ärger der Polizei richtet sich aber nicht nur gegen den Urheber der falschen Nachricht. Die Pseudo-Meldung sehe beim ersten Hinsehen womöglich zwar echt aus, räumt Sprecher Ahlich ein. Für das Verhalten vieler Nutzer fehlt ihm trotzdem jedes Verständnis. Statt sich an die Behörden zu wenden, hätten viele die Lüge einfach unreflektiert weiter geteilt.

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Auf Twitter und in Pressemitteilungen warnte die Polizei vor der Fake-Nachricht vom Richtsberg. Gegen den Urheber will sie ermitteln. Der aber ist unbekannt und schwer ausfindig zu machen. Das Fake News Portal läuft nicht über deutsche Server, sondern über solche in Belgien und den USA.

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