Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen mutmaßlichen Syrien-Kämpfer aus Offenbach erhoben. Der 21-Jährige soll neben den Köpfen getöteter Gegner posiert haben.

Die Bundesanwaltschaft hat einen 21-Jährigen aus Offenbach angeklagt, der im syrischen Bürgerkrieg vor aufgespießten Köpfen für ein Foto posiert haben soll. Es bestehe der Verdacht, dass der Mann ein Kriegsverbrechen begangen habe, teilte die Behörde am Freitag in Karlsruhe mit.

Ein Kämpfer gegen das Assad-Regime schaut auf Damaskus (Archivbild)
Ein Kämpfer gegen das Assad-Regime schaut auf Damaskus (Archivbild) Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Die Anklage wurde am 12. Februar vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt erhoben. Demnach hat sich der deutsche Staatsangehörige Aria L. im Frühjahr 2014 in Syrien einer namentlich nicht bekannten Terrororganisation im Kampf gegen Machthaber Baschar al-Assad angeschlossen. Ein Bekannter aus Deutschland soll den 21-Jährigen in an der Waffe ausgebildet haben.

Wenig später ließ er sich laut Bundesanwaltschaft mit diesem Mann und einer dritten Person vor den Köpfen zweier im Bürgerkrieg getöteter Menschen ablichten, die auf Metallstangen aufgespießt waren.

"Entwürdigend und erniedrigend behandelt"

Diese Fotos sollen in einem sozialen Netzwerk öffentlich gezeigt worden sein. Zwei weitere Fotos habe der Offenbacher an mindestens eine Person aus seinem Bekanntenkreis weitergegeben. Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft hat der Angeklagte damit nach dem humanitären Völkerrecht zu schützende Personen in schwerwiegender Weise entwürdigend und erniedrigend behandelt.

Aria L. war im Oktober in einer Wohnung in Offenbach festgenommen worden, nach Medienberichten von einer bewaffneten GSG-9-Einheit.

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