Die Mutter des verschwundenen Säuglings wird am Freitag einer Richterin vorgeführt. Diese wird über eine mögliche Untersuchungshaft entscheiden. Über 80 Polizisten hatten am Donnerstag im Lahn-Dill-Kreis nach dem verschwundenen Baby gesucht - ohne Erfolg.

Eine Haftrichterin wird am Freitag entscheiden, ob die 23-Jährige aus Waldsolms (Lahn-Dill) in Untersuchungshaft kommt. Die Frau war am Donnerstag festgenommen worden.

Ein hessischer Polizist in Uniform
Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Die Suche nach ihrem im Dezember 2015 zur Welt gebrachten Baby blieb bislang erfolglos. 82 Polizisten durchsuchten am Donnerstag zwei Anwesen in Waldsolms und Schöffengrund (Lahn-Dill). Dabei wurden auch Hunde eingesetzt. Bis zum späten Nachmittag brachte die Aktion keine Ergebnisse und wurde abgebrochen. Ob die Suche fortgesetzt wird, soll laut Staatsanwaltschaft Wetzlar am Freitag entschieden werden.

23-Jährige legt Klinik keinen Mutterpass vor

Die 23-Jährige hatte ihr Kind Ende vergangenen Jahres in einer Gießener Klinik zur Welt gebracht. Staatsanwalt Dominik Mies sagte hessenschau.de, die Frau habe das Krankenhaus im Dezember aufgesucht, das Kind entbunden und sei noch am selben Tag entlassen worden. Allerdings habe sie keinen Mutterpass bei sich gehabt. Diesen erhält die werdende Mutter ab offizieller Feststellung einer Schwangerschaft.

Mies sagte, die 23-Jährige habe der Klinik zugesagt, den Mutterpass nachzureichen. Als das nicht geschehen sei, habe die Klinik sie wieder aufgefordert, aber die Mutter habe das Krankenhaus vertröstet.

Nachfragen bei Standesämtern und Adoptionsstellen

Die Klinik wurde hellhörig, nachdem sie mit einem anderen Arzt gesprochen hatte, der die Frau kennt. Demnach sagte der Arzt dem Krankenhaus, es befinde sich kein Baby bei ihr.

Daraufhin wandte sich das Krankenhaus vergangene Woche an die Polizei. Nachfragen bei Standesämtern und Adoptionsstellen hatten keine Hinweise auf den Verbleib des Kindes gebracht, wie Mies sagte. Wann das kleine Mädchen genau verschwand, teilten die Ermittler nicht mit.

Ermittlungen in alle Richtungen

Die 23-Jährige wurde rund 250 Kilometer von Waldsolms entfernt festgenommen. Sie habe dort beruflich zu tun gehabt, sagte Mies. Die Frau habe sich auch schon zur Sache geäußert. Weitere Angaben dazu machte der Staatsanwalt nicht. Die Ermittlungen gingen in alle Richtungen.

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