Personenkontrollen der Polizei auf dem Uni-Campus in Bockenheim
Personenkontrollen der Polizei auf dem Uni-Campus in Bockenheim Bild © Marvin Mendel

Unruhige Nacht in Frankfurt: Randalierer beschädigen einen Hoteleingang. Dann geht die Polizei auf dem alten Uni-Campus gegen Aktivisten vor. Es kommt zum Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray.

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zum Video hr vor Ort: Randale vor Maritim Hotel

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Als "unangemessen und repressiv" bezeichnete der Allgemeine StudentInnen-Ausschuss Frankfurt (AStA) einen Polizeieinsatz an der Frankfurter Universität. Die Studentenvertreter kündigten rechtliche Schritte dagegen an. Die Polizei hatte das Studierendencafé KOZ am Donnerstag durchsucht, nachdem kurz zuvor vor dem Maritim-Hotel an der Messe Aktivisten randaliert hatten.

Etwa 150 Menschen versammelten sich am Abend vor dem 13. Polizeirevier in Frankfurt
Etwa 150 Menschen versammelten sich am Abend vor dem 13. Polizeirevier in Frankfurt Bild © Marvin Mendel

Auch das Flüchtlingsprojekt "Projekt Shelter" kritisierte das Vorgehen der Polizei scharf. Ihr Treffen in dem Studierendencafé sei "aus heiterem Himmel und rechtswidrig von Polizei in voller Montur aufgelöst" worden, erklärten sie. Alle Mitglieder der Gruppe hätten unter Generalverdacht gestanden.

Nach der Randale vor dem Hotel hatte die Polizei zwei Verdächtige vorläufig festgenommen und war weiteren Randalierern auf den alten Uni-Campus im Stadtteil Bockenheim gefolgt. 

40 Teilnehmer der Veranstaltung im Kommunikationszentrum wurden durchsucht, einen Mann nahmen die Beamten wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz fest.

Spontandemo vor Polizeiwache

Beim Abtransport des Festgenommenen hätten etwa 100 Menschen die Straße blockiert und versucht, den Polizeiwagen zu attackieren. Die Polizei löste die Blockade auf. Auch dabei setzten die Beamten Schlagstöcke und Pfefferspray ein.

Vor dem 13. Revier in der Schlossstraße gab es danach noch eine Spontandemo. Rund 150 Menschen forderten laut Polizei die Freilassung des Festgenommenen. Als der Mann am späten Abend wieder frei kam, habe sich die Demo aufgelöst.

Die zerstörte Eingangstür des Maritim Hotels in Frankfurt
Die zerstörte Eingangstür des Maritim Hotels in Frankfurt Bild © Frank Wornath

Zuvor hatte eine Gruppe von 30 Menschen am Donnerstagabend den Eingangsbereich des Maritim-Hotels nahe dem Messegelände demoliert, wie die Polizei mitteilte. Die Angreifer hätten einen Stahlpoller aus dem Gehweg gerissen und gegen die Eingangstür geworfen. Mit Steinen seien Scheiben eingeworfen worden. Außerdem warfen Täter Farbbeutel gegen das Haus und mehrere Autos.

Den Schaden schätzt die Polizei auf 10.000 bis 12.000 Euro. Die Aktion soll sich gegen die AfD gerichtet haben. Am Einsatzort seien auch Flugblätter mit dem Text "Tatorte des Rassismus angreifen und öffentlich machen!" gefunden worden. Im Kölner Maritim-Hotel ist Ende April der AfD-Bundesparteitag geplant.

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