Bei dem Unfall auf der L3402 starb eine 18-Jährige. Fünf Menschen wurden schwer verletzt.
Bei dem Unfall auf der L3402 starb eine 18-Jährige. Fünf Menschen wurden schwer verletzt. Bild © Jörg Fritsch

Eine 18-Jährige starb, fünf Menschen wurden zum Teil schwer verletzt: Knapp zwei Monate nach einem schweren Unfall nahe Herborn hat die Polizei die mutmaßliche Verursacherin gefunden. Die Rentnerin verwickelte sich bei Befragungen in Widersprüche.

Fahrlässige Tötung und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort wirft die Staatsanwaltschaft Limburg der 75 Jahre alten Rentnerin aus Herborn vor. Sie soll am 8. Dezember einer Autofahrerin an einer Einmündung die Vorfahrt genommen und so den tödlichen Verkehrsunfall nahe Herborn verursacht haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag berichteten.

Ein Fahrer, der dem Wagen der Rentnerin ausweichen wollte, hatte damals die Kontrolle über sein Auto verloren und war im Gegenverkehr frontal auf einen weiteren Wagen geprallt. Eine 18 Jahre alte Mitfahrerin starb bei dem Unfall, insgesamt fünf Insassen trugen zum Teil schwerste Verletzungen davon.

Noch kein Geständnis

Die mutmaßliche Verursacherin des Unfalls fuhr einfach weiter. Erst nach aufwändigen Ermittlungen konnte die Frau gefunden werden. Zeugen sagten aus, dass eine ältere Frau am Steuer gesessen habe, und machten Angaben zum Auto. Die Polizei überprüfte mehr als 200 Halter von ähnlichen Fahrzeugen in der Umgebung.

Bei einer ersten Befragung sagte die 75-Jährige, wesentlich früher an der späteren Unfallstelle vorbeigefahren zu sein. Die Polizei überprüfte die Angaben der Frau und befragte sie erneut. Dabei verwickelte sich die 75-Jährige in Widersprüche und räumte schließlich ein, zum Unfallzeitpunkt vor Ort gewesen zu sein. Ein Geständnis gebe es aber nicht, sagte ein Sprecher. Die Frau räumte zwar ein, den Unfall mitbekommen zu haben. Ihr Fahrverhalten habe sie aber zunächst nicht als Ursache für den Unfall gesehen.

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