Polizei Kontrolle Terror Sujet
In Hessen herrscht Alarmbereitschaft Bild © picture-alliance/dpa

Die Terroranschläge von Brüssel mit mindestens 34 Toten haben auch Hessen in Alarmbereitschaft versetzt. Schwer bewaffnete Polizisten kontrollieren in Frankfurt Straßen, Bahnhöfe und den Flughafen. Die Landespolitik reagierte bestürzt auf die Taten.

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Ein Polizeihubschrauber kreiste am Dienstag über der Bundesstraße 43 nahe dem Frankfurter Flughafen. Unten kontrollierten schwer bewaffnete Polizisten die vorbeifahrenden Autos, vor allem im abendlichen Berufsverkehr kam es in beiden Richtungen zu längeren Staus.

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"Die Kontrollmaßnahmen sind aufgrund der Ereignisse in Brüssel", erklärte ein Polizeisprecher auf Nachfrage von hessenschau.de. Bereits am Dienstagmorgen waren die Zufahrten am Terminal und den Airport-Parkhäusern gesichert worden. "Eine konkrete Gefahrenprognose gibt es aber nicht", sagte der Sprecher. In der Nacht sollten die Kontrollen heruntergefahren, am Mittwoch dann wieder intensiviert werden.

Herrenloser Rucksack an Frankfurter Hauptwache

Die Terror-Anschläge am Dienstagmorgen in der belgischen Hauptstadt mit zahlreichen Toten haben auch in Hessen ihre Spuren hinterlassen. Man ist in Alarmbereitschaft. Die Präsenz der Polizeibeamten sei mit offenen und verdeckten Maßnahmen deutlich erhöht worden, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU). Dazu zähle jene verdachtsunabhängige "Schleierfahndung", die es außer am Flughafen am Dienstag auch am Hauptbahnhof, in U-Bahnen und an der Frankfurter Messe gab.

Stärke zeigen, lautet das Motto der Sicherheitsbehörden. Den Bürgern ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Denn die Nerven sind angespannt. So sorgte ein herrenloser Rucksack am späten Dienstagabend für Unruhe und eine kurzzeitige Sperrung im S-Bahn-Bereich der Frankfurter Hauptwache. "Fehlalarm", hieß es wenig später von der Polizei.

Flughafen-Polizei sensibilisiert

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Innenminister Peter Beuth (CDU)

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Es gebe keinen konkreten Anlass, der sich auf Hessen beziehe, bekräftigte auch Innenminister Beuth. Wenn in unmittelbarer Nähe Hessens - und dazu gehöre Brüssel - ein derartiger Anschlag passiere, sei es ein normaler Vorgang, die Vorkehrungen zu erhöhen.

Auch die Bundespolizei reagierte kurz nach Bekanntwerden der Anschläge und verschärfte die Kontrollen innerhalb des Frankfurter Flughafens. Die gut 2.400 Beamten würden sensibilisiert und die Streifen in bestimmten Bereichen verstärkt, sagte ein Sprecher.

Keine Flüge, aber Züge

Flüge von und nach Brüssel wurden am Dienstag gestrichen. Der durch die Explosionen teilweise zerstörte belgische Flughafen soll auch am Mittwoch geschlossen bleiben. Im Laufe des Tages soll festgestellt werden, wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Die Lufthansa bietet ihren Brüssel-Passagieren an, Flüge bis zum 28. März umzubuchen oder zu stornieren.

Der Zugverkehr rollt dagegen wieder. Die Deutsche Bahn verkehrt seit Mittwoch früh wieder auf der ICE-Strecke Frankfurt-Brüssel, nachdem die Verbindung am Dienstag schon in Aachen endete. Die Bahn wies darauf hin, dass es kurzfristig trotzdem zu Verspätungen und Ausfällen kommen könne.

Landespolitik verurteilt Taten

Hessens Regierungschef Volker Bouffier sprach unterdessen von "barbarischen Anschlägen nicht nur auf Brüssel, sondern auf die Freiheit und Grundwerte Europas". Man werde sich vom Terrorismus aber nicht in die Knie zwingen lassen.

Ähnlich äußerte sich SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel. Die Terroristen versuchten, die Freiheit in ganz Europa anzugreifen, indem sie Angst und Schrecken verbreiteten.

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