Schwester Ewa
Schwester Ewa auf der Bühne. Seit fünf Monaten sitzt die Musikerin in U-Haft. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Menschenhandel, Prostitution, Körperverletzung: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat die Rapperin Schwesta Ewa angeklagt. Bei den mutmaßlichen Opfern handelt es sich um Fans der Musikerin.

Seit November sitzt die Rapperin Schwesta Ewa in Untersuchungshaft. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft am Frankfurter Landgericht Anklage gegen die 32-Jährige erhoben. Hauptvorwurf: Sie soll mehrere junge Frauen, die ihre Fans waren, im gesamten Bundesgebiet zur Prostitution gezwungen haben.

Von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, ausbeuterischer Zuhälterei und Körperverletzung spricht die Anklageschrift. Schwesta Ewa soll sich demnach mit kriminellen Hintergedanken um 17- bis 19-Jährige gekümmert haben. Die jungen Frauen soll sie psychisch und materiell abhängig gemacht haben: So zahlte Schwesta Ewa den Ermittlern zufolge ihren Opfern Kleidung, Miete, Kosmetika und Benzin – und zwang sie zur Prostitution.

Es geht auch um Steuerhinterziehung

Durch psychischen Druck und "wiederholte körperliche Misshandlungen" habe sie ihre Opfer gefügig gemacht. Von September 2015 bis Herbst vergangenen Jahres soll das so gegangen sein. Außerdem hat die Rapperin laut Staatsanwaltschaft das Finanzamt betrogen. Ihre Einkünfte aus der Zuhälterei hat sie demnach nicht angegeben, sondern lediglich ihre Einkünfte als Musikproduzentin.

Wann der Prozess beginnt, ist noch nicht bekannt. Die Rapperin war vor fünf Monaten im Zuge einer bundesweiten Razzia in Arnsberg im Sauerland festgenommen worden. Seitdem sitzt die 32-Jährige in Untersuchungshaft.

"Durch verschiedene Umstände im Rotlichtmilieu"

Die Künstlerin hat früher selbst als Prostituierte gearbeitet, wie sie in Interviews berichtete. Sie wurde 1984 in Polen geboren, wuchs in Kiel auf und zog 2004 nach Frankfurt. Dort gelangte sie "durch verschiedenste Umstände schließlich ins Rotlichtmilieu der Mainmetropole, wo sie fast ein ganzes Jahrzehnt arbeiten sollte", wie es auf ihrer Internetseite heißt. In Frankfurt hatte sie im Allerheiligenviertel die "Stoltze Bar“ geführt.

Ihr erstes Musikvideo "Schwätza" kam 2011 auf den Markt. Anfang 2015 erschien ihr Album "Kurwa", das in den deutschen Charts auf Rang 11 einstieg. Schwesta Ewa ist eine der wenigen Frauen in der von Männern dominierten Rap-Szene.

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